Vor über 25 Jahren schloss der Volg-Laden in Oberbözberg. Damals holte Hansruedi Frei den Denner Satellit ins Dorf. Bedingung war, eine Ladengenossenschaft ins Leben zu rufen. Heute hat die Genossenschaft 136 Mitglieder, sagt Kathrin Mäder vom Vorstand. Während der Erneuerung der Dorfstrasse gab es grosse Umsatzeinbussen. An der Gemeindeversammlung wurde sogar beantragt, das Ladendefizit zulasten des Strassenbauprojekts zu verbuchen.

Seit dem Ende der Bauarbeiten sei die Kundenfrequenz zwar wieder leicht gestiegen, aber der Umsatz gehe laufend zurück, so Mäder.

«Dem Laden droht die Schliessung Anfang Jahr. Deshalb wollten wir etwas dagegen unternehmen», sagt Sabine Kinnarney. Sie und ihre Schwester Sandra Fehlmann suchten Verbündete und lancierten einen Flyer und eine Solidaritätsaktion mit Pin-Verkauf. Über 700 Franken konnten sie der Genossenschaft übergeben.

Alle können einen Beitrag leisten

«Der Dorfladen ist ein grosses Plus für die Älteren. Viele schätzen auch den Parkplatz direkt vor dem Laden», sagt Ueli Keller vom Aktionskomitee und appellierte ans Einkaufsverhalten der Bözberger. «Wenn der Laden endgültig zugeht, muss man auch nicht mehr jammern», so Keller weiter. Er wünscht sich für den Laden mehr Unterstützung von Denner und Mutter Migros und punktuelle Anpassungen in der Verkaufsstrategie.

Ein grosses Thema ist die Liquidität. Trotz grosser Anstrengungen können die laufenden Kosten nicht immer sofort gedeckt werden. Liegenschaftseigentümer Hansruedi Frei verzichtete deshalb in diesem Jahr bereits zweimal auf die Monatsmiete: «So, wie es im Moment aussieht, werde ich noch auf eine dritte Miete verzichten müssen.»

Viele Bözberger kaufen in Brugg oder Frick ein. Dabei bietet der Dorfladen ein breites Sortiment – auch mit regionalen Produkten. «Wenn nur jede Familie für 50 Franken pro Woche im Dorf einkaufen würde, ginge es dem Laden deutlich besser», so Frei. «Schliesst der Laden, ist bestimmt kein anderer Detailhändler mehr an diesem Geschäft interessiert», ist Kinnarney überzeugt.