Veltheim
Ob Schlangenbrot oder Holzadler: Der Pfalz-Märt zieht Jung und Alt an

Tausende von kleinen und grossen Besuchern haben am Samstag den 14. Pfalz-Märt in Veltheim in vollen Zügen genossen. Es gibt dabei viele Traditionen zu bewundern: Etwa der frische Moscht.

Rosmarie Mehlin
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Das Spektrum der angebotenen Waren ist genauso gross und kunterbunt wie der Besucherstrom, der vorbei an den Ständen strömt.

Das Spektrum der angebotenen Waren ist genauso gross und kunterbunt wie der Besucherstrom, der vorbei an den Ständen strömt.

Ganz klar: Auch Petrus hat ein Faible für den Pfalz-Märt! Zwischen schaurigen Schauern am Freitag und Dauergüssen ab Samstagabend hat er jedenfalls liebenswürdigerweise die Schleusen über dem Schenkenbergertal geschlossen gehalten. Natürlich wären die Fans auch bei Regen gekommen, doch sind Schirme dem Charme der Verkaufsstände ebenso abträglich, wie der Gemütlichkeit bei Open-Air-Speis, -Trank und kleinem Tratsch. Dabei sind gerade die nicht zu unterschätzen, die Wiedersehensfreuden mit guten oder flüchtigen Bekannten und mit kulinarischen Spezialitäten, die zum Pfalz-Märt gehören, wie das Gold zum Herbst.

Schwarze Nüsse, Birnen-Schampus

Dazu gehören etwa die St.Galler Härdöpfel, die eine Bauernfamilie aus der Umgebung anbietet und die wunderfeinen Damhirsch-Chriesipantli aus dem Fricktal. Bei den Schärs aus Auenstein stechen unter all den adretten Gläsern besonders jene mit eingemachten Eichhas- und Mairitterling-Pilzen in die Augen. Sie lassen einem, wie auch der Anblick von Kornelkirschen-Konfi sowie von mit Zimt, Nägeli und Vanille süss eingelegten schwarzen Nüssen, das Wasser im Munde zusammenlaufen. An einer Ecke füllte, gäng wie gäng, eine Bäckerin Berliner um Berliner mit Konfi, Kinder boten an ihrem Stand unter anderem lässige selbst genähte Taschen, dekorative Schwemmholz-Türme und Wundergugge – pardon Glückspäckli – an. Dicke Socken, Mützen, Pulswärmer, Schals erinnerten unausweichlich daran, dass irgendwann auch der Winter anklopfen wird.

Aber noch ist der Herbst mit seinen Wonnen präsent. So wurde denn, wie es die Pfalz-Märt-Tradition will, nach alter Väter Sitte gemoschtet und der süsse Saft von Äpfeln mit ebenso viel Genuss degustiert, wie der vergorene von Trauben und ganz neu auch ein prickelnder von Birnen: Der «Mousseux de poires» – sehr sec – wurde, begleitet vom schmissig musizierenden Jugendspiel Schenkenbergertal, aus der Taufe gehoben.

Viel tun und noch mehr geniessen

Am offenen Feuer der Pfadis wurde Schlangenbrot gebacken; bei der Jungschar konnte man sein Glück mit Fischen versuchen, wobei nicht Forelle oder Hecht, sondern Überraschungsgeschenke anbissen. Bei Keramikerin Ingrid Haldimann aus Oberflachs formen Buben und Mädchen mit Hingabe Feuersalamander und Glögglifrösche. Wie jedes Jahr hatte auch der Einheimische Ruedi Anliker sein rollendes Käsegeschäft parkiert und hatte man die Chance, gratis zu einem Mocken Jurakäse zu kommen – wenn man ihn selber vom Laib schnitt und dabei das Gewicht des Mockens im Voraus präzise geschätzt hatte.

Ja, auf dem Pfalz-Märt gibt es immer viel zu tun. Aber noch viel mehr zu geniessen und zu bestaunen: zum Beispiel aus Holz gesägte Adler, Eulen oder ein kletternder Bär. Herzen aus Holz, Stein, Ton, Glas, Anisbrot; Knäckebrot aus uralten Korn-Sorten, Einkorn, Emmer und Kinkel gebacken; reizende Blumengestecke und weiche Chüngelipelz-Tiere; Holzspielzeug und Wildsauspeck . . . Das Spektrum ist genauso gross und kunterbunt, wie der dichte und fröhliche Besucherstrom, der den ganzen Tag vorbei an den Ständen strömte. Zwischendurch – auch das gehört dazu – gab’s immer mal wieder Stau. Mal für ein Verkaufsgespräch, mal für einen Plauderplausch, oder um Platz zu machen für Sennenhündin Diva, die freudig und allseits staunend bewundert, einen blumengeschmückten Wagen durch die Gasse zog.

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