Villnachern
Nützt der Lavendel nichts, gibts vielleicht Pfosten

Damit das Wasser von der Fahrbahn versickern kann, werden die Grünflächen entlang der Hauptstrasse bepflanzt. Doch einige Automobilisten fahren trotzdem darüber.

Janine Müller
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Die Grünflächen beim Ortseingang von Villnachern sind mit Lavendel bepflanzt. jam

Die Grünflächen beim Ortseingang von Villnachern sind mit Lavendel bepflanzt. jam

Janine Müller

Sogenannte Grünflächen trennen südlich und nördlich der Dorfmitte Villnacherns die Fahrbahn von den Rad- und Gehwegen. Nebst ihrer Trennfunktion sind diese Grünflächen nötig, damit das Oberflächenwasser fliessen und versickern kann.

Die Grünflächen mit Kies auffüllen, wäre aus strassenbaulicher Sicht wünschenswert, sagt Bruno Bühler, Projektleiter bei der Abteilung Tiefbau des Departements für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau. Doch aus Gewässerschutzgründen müssen diese Grünstreifen mit einer bepflanzten Humusschicht versehen sein. Die noch fehlende Bepflanzung war das Problem Nummer 1. Dieses wird nun behoben. Lavendel wird angepflanzt.

Damit einhergehend ist Problem Nummer 2. Offenbar gibt es Automobilisten, die die Grünflächen als solche nicht respektieren. Heisst: Sie fahren in die Rabatten, egal, ob diese frisch angepflanzt sind oder nicht. Dies ist auch für den Gärtner frustrierend. Während er am Bepflanzen ist, fahren in einem anderen Strassenabschnitt die Autos schon wieder über die frisch angepflanzte Fläche.

Damit wären wir bei Problem Nummer 3. Obwohl die Fahrbahn mit der Strassensanierung nicht verschmälert wurde und im Bereich der Rabatten eine genügende Breite für sich kreuzende Fahrzeuge vorhanden ist, musste «ein regelmässiges und unerklärliches Befahren der Grünstreifen durch diverse Fahrzeuge festgestellt werden», wie Bruno Bühler sagt.

Als Sofortmassnahme versetzte der Kanton daraufhin Steinpoller. Doch selbst diese scheinen nicht viel zu nützen. Immer noch nutzen diverse Fahrzeuglenker die Abschnitte zwischen den Pollern, um die Rabatten zu befahren. «Gegen Mutwilligkeit können wir praktisch nichts ausrichten», meint Bruno Bühler.

Grünflächen absperren, ist schwierig

Die Grünflächen ganz abzusperren, solange die Pflanzen noch nicht richtig angewachsen sind, sei schwierig. «Dies würde einer Baustelle mit entsprechender Signalisation gleichkommen und wäre nicht strassenverkehrsgesetzkonform, da es sich ja nicht mehr um eine Baustelle handelt», so Bruno Bühler.

Der Gärtner hat die Grünflächen nun zusätzlich zu den Pollern mit Holzpfählen ausgestattet. Die Poller sollen nur eine vorübergehende Lösung sein. Die Gemeinde und die Verantwortlichen des Kantons möchten nun abwarten, inwiefern die Sträucher nützen und dann entscheiden, ob die Steinpoller entfernt werden können oder eventuell eine andere Lösung in Betracht gezogen werden muss.

Sollte es weiterhin Autofahrer geben, die rücksichtslos über die Grünflächen fahren, werden möglicherweise zusätzlich Leitpfosten versetzt. Die Gemeinde will zudem Fehlbare der Polizei melden. «Sollten fehlbare Lenker ‹in flagranti› beim Überfahren der Grünflächen erwischt werden, werden diese bei der Polizei angezeigt. Ansonsten ist es schwierig, im Nachhinein die fehlbaren Lenker ausfindig zu machen und der Polizei zu melden», sagt Benjamin Plüss, Gemeindeschreiber Villnachern.

Die Polizei allerdings muss noch prüfen, ob sie in diesem Fall überhaupt Bussen ausstellen darf. «Wir müssen die Lage noch beurteilen», sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei Brugg.

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