Freitagabend, kurz nach 20 Uhr. Die Souffleuse hat in ihrem Holzkabäuschen am Bühnenrand Platz genommen, das Licht wird gedämmt. Damit verstummt das Stimmengewirr im Publikum, die Blicke werden zur Bühne gewandt, wo sich der blaue Vorhang öffnet.

Martha, die Haushälterin von Gustav Böhm, sitzt weinend auf dem Sofa. Soeben hat ihr Chef, ein berühmter Schriftsteller, das Zeitliche gesegnet. Dies nicht einfach so, sondern nach dem Besuch von seiner Tochter und ihrem Mann. Den plötzlichen Herztod bestätigt kein Geringerer als Professor Garron, der einen Stock höher seine Praxis betreibt. Nun gilt es, sämtliche Verwandten über den Hinschied zu informieren. Viviane, die bedeutend jüngere Gattin des Verstorben, weilt in Italien in den Ferien. Die Haushälterin Martha ruft in ihrem Hotel an und hinterlässt die traurige Botschaft mit den Worten «Mann tot Gruss Martha».

Allen kommt Ableben entgegen

Die frisch gebackene Witwe Viviane erscheint unverzüglich auf dem Plan, sowie die Tochter Lucie und ihr Mann Louis. Louis hat keine Hemmungen, seine Freude über den Tod des Schwiegervaters zu zeigen. Er hat 200 000 Franken Schulden, die dank dem zu erwartenden Erbe beglichen werden könnten. Sonst droht ihm das Gefängnis.

Auch die Witwe hat bereits Pläne mit dem Erbe, denn ihr Liebhaber Francesco steckt in argen Geldnöten. Sogar dem Professor kommt das Ableben von Gustav Böhm gelegen, liebäugelt der mit dessen Wohnung. Die einzige, die wirklich um Böhm trauert, ist die Haushälterin. Es kommt, wie es immer kommen sollte – die Guten werden belohnt, die Bösen bestraft.

Viel Lob für die Schauspieler

«Die Mimik, die Aussprache und das Tempo sind einfach perfekt», sagt Monika Schärer aus Riniken. Sie weiss, wovon sie spricht, führt sich doch bei den Theaterfreaks Riniken Regie. Auch Othmar Näf und Monika Mühlebach aus Windisch sind voll des Lobs. «Uns gefällts, das Stück und das Bühnenbild.» Die beiden sind keine klassischen Theaterbesucher, sie sind vor allem wegen des Schauspielers Louis an der Premiere. «Er ist ein guter Kollege von uns.» Schmunzelnd fügt Näf an: «Er muss das auf der Bühne nicht spielen, er ist wirklich so.»

Auch Ruth Stauber aus Riniken spendet den Schauspielern am Schluss einen kräftigen Applaus. «Ab dem zweiten Akt hat es mir sehr gut gefallen», betont sie. In der Tat war der erste Teil der Story etwas verhalten, umso spannender und lustiger waren dafür der zweite und dritte Akt. Wo man auch nachfragte, den schauspielerischen Leistungen wurde ein grosses Kränzchen gewunden.

Weitere Aufführungen Mittwoch, 11. November; Freitag, 13. November und Samstag, 14. November, jeweils 20 Uhr, Mehrzweckhalle Nidermatt in Birr.