Villigen
Nur eine Alibi-Übung? Die Regionalkonferenz Jura Ost zieht Bilanz

Seit zwei Jahren beschäftigen sie sich mit einem möglichen Tiefenlager für hoch-, mittel- und schwachaktiven Atommüll im Bözberg. Nun haben sich Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost in der Trotte Villigen zur 10. Plenarversammlung getroffen.

Claudia Meier
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Die Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost lauschen an ihrer 10. Vollversammlung in der Trotte Villigen dem Referat von Regierungsrat Attiger.

Die Mitglieder der Regionalkonferenz Jura Ost lauschen an ihrer 10. Vollversammlung in der Trotte Villigen dem Referat von Regierungsrat Attiger.

Claudia Meier

Knapp 100 Männer und Frauen – rund 50 Gemeindevertreter sowie 50 Parteien-, Organisationen- und Generationenvertreter – der Regionalkonferenz Jura Ost arbeiten in Fachgruppen zu unterschiedlichen Themen und treffen sich regelmässig zur Vollversammlung.

Am Dienstagabend haben sich 71 von derzeit 97 Mitgliedern zur 10. Plenarversammlung in der Trotte Villigen getroffen. Für einige von ihnen war es die letzte Regionalkonferenz. Mit Beginn der neuen Amtsperiode werden zahlreiche Behördenmitglieder abgelöst.

Knacknuss Kommunikation

Zeit also, Bilanz zu ziehen und zu überlegen, ob die Regionalkonferenz nur eine Alibi-Übung ist und was man besser machen könnte. In kleinen Gruppen haben die Mitglieder unter der Moderation von Inger Schjold die Arbeit der Konferenz reflektiert und die Plus und Minus zusammengetragen.

Gelobt wurden das Leitungsteam und die Organisation der Anlässe sowie die Gesprächskultur. «Die Zusammenarbeit mit unseren Kollegen aus Deutschland war eine spannende Bereicherung», sagte Gemeinderat Olivier Moser aus Villigen.

Eher kritisch beurteilt wurde die Öffentlichkeitsarbeit der Regionalkonferenz. Es werde zu wenig nach aussen kommuniziert. Das Interesse in der Bevölkerung sei gering und das Engagement der Mitglieder werde zu wenig wahrgenommen.

Zur Sprache kamen auch der manchmal enge Zeitplan, unklare Aufgabenstellungen, einseitige Informationen vonseiten Nagra, Ensi und Bundesamt für Energie sowie die Befürchtung, dass am Schluss die Politik und nicht die Sicherheit ausschlaggebend seien.

Regierungsrat Stephan Attiger würdigte in seinem Referat die Arbeit der Regionalkonferenz: «Ich weiss, dass einige von Ihnen persönlich angegangen wurden. Wenn man konstruktiv mitarbeitet, ruft das schon Gegner auf den Plan.»

Gäste aus Zurzibiet zugelassen

Die Konferenz erachtet bekanntlich das Areal «JO-3+» in Villigen als am besten geeignet für eine Oberflächenanlage. Das Leitungsteam hat deshalb beschlossen, künftig Gemeindevertreter aus neu betroffenen Gemeinden wie Leuggern, Kleindöttingen, Koblenz oder Region Waldshut als Gäste in der Regionalkonferenz willkommen zu heissen.

Wie es mit den Regionalkonferenzen im kommenden Jahr weitergeht, erklärte Michael Aebersold vom Bundesamt für Energie. Die Fachgruppe, die sich mit den sozioökonomischen-ökologischen Auswirkungen eines Tiefenlagers beschäftigt, wird besonders gefordert sein. Ziel ist es, bis zum Herbst 2014 einen Gesamtbericht zu erstellen. «Noch ist kein Entscheid definitiv», so Aebersold und versprach die Kommunikation zu verbessern.

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