Brugg/Effingen
Nur 4 Minuten zum Umsteigen: Oft verpassen Pendler Zug oder Bus

Pendler aus Effingen und Umgebung verpassen am Brugger Bahnhof entweder den Zug oder Bus, weil sie nur vier Minuten zum Umsteigen haben. Jetzt wehren sich die Behörden.

Janine Müller
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Weil sie nur vier Minuten zum Umsteigen haben, verpassen Pendler oft den Bus (Archivbild).

Weil sie nur vier Minuten zum Umsteigen haben, verpassen Pendler oft den Bus (Archivbild).

Aargauer Zeitung

Es ist ärgerlich: Wenn der Bus der Linie 137 zwischen Frick und Brugg am Morgen etwas Verspätung hat wegen des Verkehrs, dann haben die Passanten Pech gehabt. Häufig ist dann der Zug nach Zürich schon weg. Umgekehrt ist es am Abend. Der Zug muss nur ein bisschen Verspätung haben und schon sehen die Pendler den Bus nur noch von hinten. Denn: Zum Umsteigen sind vier Minuten eingeplant.

Viel zu wenig, wenn die Verkehrsmittel verspätet sind oder jemand gehbehindert ist oder viel Gepäck hat, finden viele Passagiere. Längst haben die Pendler genug davon. Viele haben ihrem Ärger auf der Gemeindeverwaltung Effingen Luft gemacht. Hat man einen wichtigen Termin zum Beispiel in Zürich, dann kommt es vor, dass einige den Bus eine halbe Stunde früher nehmen, damit sie ja pünktlich am Bahnhof sind. «Das kann einfach nicht sein», findet der Effinger Gemeindeschreiber Stefan Treier.

Sieben Minuten gefordert

Die Gemeinderäte von Bözen, Effingen, Elfingen, Hornussen und Zeihen sind schon vor einem Jahr aktiv geworden. Zusammen mit dem Planungsverband Fricktal Regio haben sie bei der Abteilung Verkehr des kantonalen Departements für Bau, Verkehr und Umwelt eine Eingabe zu den Busverbindungen in die Richtungen Brugg und Frick unterbreitet. Mit der Eingabe wurden vor allem Verbesserungen bei den Umsteigezeiten in Brugg verlangt. Die Behördenmitglieder schlagen sieben Minuten zum Umsteigen vor.

Zwischen dem 26. Mai und dem 14. Juni 2015 lag dann der Fahrplanentwurf für den öffentlichen Verkehr, der 2-Jahres-Fahrplan 2015/17, zur Vernehmlassung vor. Der Effinger Gemeinderat hat diesen Entwurf geprüft und dabei festgestellt, dass die verlangten Verbesserungen der Umsteigezeiten der Buslinie 137 auf dem Bahnhof Brugg nach und von Richtung Baden/ Zürich nicht aufgenommen wurde.

Die Folge: Die Effinger rügten die zuständige Stelle des Kantons. Mittlerweile hat sich die Sektion öffentlicher Verkehr beim Gemeinderat gemeldet. Man sehe das Problem ein und wolle nun nach Lösungen suchen. Gemeinsam mit dem Gemeinderat und dem Planungsverband Fricktal Regio will man Anfang September die Probleme diskutieren. «Es ist wichtig, dass diese Diskussionen stattfinden», sagt der Effinger Gemeindeschreiber Stefan Treier. Aber: «Es müssen auch endlich Lösungen her. Es kann nicht sein, dass die Leute ständig den Bus oder den Zug verpassen.»

Shuttlebus ab Elfingen?

Der Gemeindeschreiber selber hätte da durchaus Ideen: «Der Bus verliert jeweils viel Zeit, wenn er noch im Nachbardorf Elfingen die Haltestelle anfahren muss.» Darum fände er es sinnvoll, dass der normale Linienbus Elfingen gar nicht mehr anfahren würde, sondern ein Shuttlebus die Elfinger jeweils nach Effingen bringen würde.

«Wir wollen damit sicher niemanden benachteiligen», ergänzt Treier. «Aber es ist ja auch im Interesse der Elfinger, dass der Bus der Linie 137 pünktlich in Brugg ankommt.» Stellt sich die Frage, ob eine solche Variante überhaupt finanzierbar ist.

Für Jürg Bitterli von der Sektion öffentlicher Verkehr ist klar, dass die sieben Minuten Umsteigezeit Wunschdenken sind. Denn: «Die Linie 137 ist nicht die einzige, die von diesem Verkehrsproblem betroffen ist. Sämtliche 13 Linien, die in Brugg ankommen, sind vor Verspätungen nicht gefeit.» Abhilfe schaffen könnte ein zusätzlicher Bus. Auch hier stelle sich aber wieder die Frage nach den Finanzen. «Das kostet rasch mehrere hunderttausend Franken pro zusätzlichen Chauffeur und Bus.» Am meisten Hoffnung setzt Bitterli in die möglichst rasche Umsetzung des Verkehrsmanagements Region Brugg. Dieses sieht Busbevorzugungen (Abschnitte mit separater Busspur, Steuerung der Lichtsignalanlagen oder ähnlichen) an den Knotenstellen vor, beispielsweise auf der Zurzacherstrasse.

Klar ist bereits jetzt, dass es mit dem nächsten Fahrplanwechsel sicher keine Verbesserung für die Pendler der betroffenen Buslinie gibt. Denn dafür sind die Gespräche vom September zu spät angesetzt.

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