Bauchef Thomas Merz ist im Seich. So viel muss in der Schwingarena im Brugger Geissenschachen noch erledigt werden. Die wichtigsten Bauten stehen zwar bereits: vier Kreise mit Sägemehl umrandet von vier Tribünen. Das grosse Zelt mit den Festbänken steht längst, daneben hat das Aufbauteam das Bankettfestzelt aufgerichtet. Doch jetzt muss an diesem Donnerstagnachmittag noch der Feinschliff gemacht werden.

Die Luft ist durchtränkt mit dem Geruch nach feuchten Holzschnitzel. Diese haben die Helfer vorsorglich vor der Arena auf den Rasen gestreut. Motorenlärm dröhnt, ein Bagger kippt Erde für die Blumen aus dem Lastwagenanhänger, Militärangehörige stellen Sonnenschirme auf, im Festzelt richtet ein Team die Technik ein. Der Stall für die Lebendpreise – darunter der Siegermuni Bruno – fehlt noch.

«Die grosse Herausforderung war, aus diesem Fussballplatz eine stimmungsvolle Schwingarena zu machen»

«Die grosse Herausforderung war, aus diesem Fussballplatz eine stimmungsvolle Schwingarena zu machen»

Ernst Meier vom Schwingfest-OK über die diesjährigen Besonderheiten und Highlights.

Der Gebenstorfer Thomas Merz war früher selber Schwinger im Schwingklub Baden-Brugg. Am Aargauer Kantonalschwingfest ist er zum ersten Mal zuständig für den Aufbau. Seit Tagen ist er von 6.30 bis 21 Uhr auf dem Festplatz. Trotz den Hunderten von kleinen und grossen Aufgaben, die noch anstehen, nimmt er sich Zeit für einen Rundgang über das Festgelände.

Spezielle Namen für Tribünen

Auf dem Holzschnitzelboden werden gerade Sonnenschirme aufgebaut, später folgen noch Stühle und Tische. «Das ist die Flaniermeile», sagt Merz. Markt- und Verpflegungsstände schaffen hier Volksfeststimmung. Weiter geht es Richtung Arena. Das Holztor, auf dem eine Art Chalet – inklusive Kuhglocken und Blumenkistli – aufgebaut wurde, ragt in den Himmel. Hier werden die Festplatz-Speaker ihren Platz haben am Wochenende. Gute Aussicht garantiert.

Imposant präsentiert sich die Arena, die grösste temporäre Sportarena ist bereit für die Bösen. Bald fliegen hier die Sägespäne. Vier Tribünen haben die Helfer aufgebaut, alle sind überdacht. «Dass alle Tribünen überdacht sind, ist ein Novum in der Geschichte des Aargauer Kantonalschwingfests», sagt Thomas Merz nicht ohne Stolz. «Brugg», «Limmat», «Aare» und «Reuss» heissen die Tribünen – inspiriert vom Wasserschloss. Die Tribüne «Aare» beherbergt lediglich Stehplätze, alle anderen sind bestuhlt. Der obligate Brunnen, wo sich die Schwinger jeweils auf den Wettkampf vorbereiten oder sich das Sägemehl vom Kopf waschen, steht bereits da, wo er muss. Noch aber fehlt der Blumenschmuck.

Thomas Merz führt uns weiter in das grosse Festzelt, wo Metzger Edi Lüthi aus Hausen – er ist für die Festwirtschaft zuständig – alle Hände voll zu tun hat. 1800 Liter Bier verteilt auf 4000 Fläschchen werden angeliefert, dazu kommen Würste, Steaks, Schinken und Kartoffelsalat. Lüthi rechnet damit, 4000 Essen zu verkaufen. Im Festzelt nebenan, im Bankettzelt, hängen sämtliche Bezirksfahnen. Auf einer kleinen Tribüne haben die Helfer den Gabentempel aufgebaut. Schön geschnitzte Holzstühle stehen bereits dort, «heute bekommen die Schwinger auch Haushalts- oder Elektrogeräte wie Fernseher», sagt Thomas Merz und verabschiedet sich dann eilig. Die Arbeit ruft.

Blumen, Flaggen und Zapfhahnen: Aufbauarbeiten für das kantonale Schwingfest in Brugg.

Blumen, Flaggen und Zapfhahnen: Aufbauarbeiten für das kantonale Schwingfest in Brugg.