Brugg
Noch grösserer Weihnachtsmarkt macht neugierig

An der Route vom Neumarktplatz bis zur Altstadt stehen in Brugg am 15./16. Dezember über 100 Stände und Holzhäuschen. Doch nicht auf die Grösse allein kommt es beim Weihnachtsmarkt an.

Elisabeth Feller
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Flanieren und dann verweilen vor einem Marktstand, um sich bei einem Glühwein aufzuwärmen: Impression eines vergangenen Brugger Weihnachtsmarktes. Archiv/Wal

Flanieren und dann verweilen vor einem Marktstand, um sich bei einem Glühwein aufzuwärmen: Impression eines vergangenen Brugger Weihnachtsmarktes. Archiv/Wal

Weihnachtsmärkte sind beliebt – gerade solche im Ausland. Aber weshalb weite Wege auf sich nehmen, wenn der Markt vor der Haustüre liegt? Der diesjährige Brugger Weihnachtsmarkt verzeichnet über 100 Stände und Holzhäuschen, die an der Route Neumarktplatz bis Altstadt aufgereiht sind – damit ist der Markt noch grösser als bis anhin.

Wie alles begann

Der Brugger Weihnachtsmarkt hat eine klassische Entwicklung hinter sich. Bis und mit 1997 fand ein kleiner, eintägiger Markt im intimen Rahmen der Hofstatt statt. Organisator war der von Helga Hermann geleitete Verein Hofstattmarkt. Ab 1998 kam in Brugg ein Sonntagsverkauf dazu; 2005 wurde dieser erstmals von einem, wiederum einen Tag dauernden Weihnachtsmarkt begleitet. 50 Stände wurden damals gezählt.

Im selben Jahr verfügte das Seco (Staatssekretariat der Wirtschaft), dass Sonntagsverkäufe nur noch bewilligt werden durften, wenn sie an ein Marktgeschehen gekoppelt sind. «Der Brugger Weihnachtsmarkt in seiner heutigen Form entstand also unter behördlichem Zwang», unterstreicht Martin Jakober, Kommunikationsbeauftragter und fügt hinzu: «Diesen Zwang gibt es inzwischen nicht mehr – aber den Brugger Weihnachtsmarkt gibt es noch immer.»

2006 wurde der Weihnachtsmarkt – gekoppelt mit einem Sonntagsverkauf – erstmals auf zwei Tage ausgedehnt. Seither hat sich nichts daran geändert: Weihnachtsmarkt und Sonntagsverkauf sind eine Gemeinschaftsaktion von Zentrum Brugg, Neumarkt Brugg und Stadt Brugg.

OK-Chefin Isabelle Keller freut sich, dass in diesem Jahr beim Neumarktplatz die baulichen Probleme gelöst sind – dies erleichtere das Flanieren und Verweilen. Was gibt es heuer zu bestaunen? Natürlich das Angebot. Dieses unterscheidet sich von den unterm Jahr stattfindenden Märkten. Sperberaugen werden Kunsthandwerkliches, aber auch weihnächtliche Dekorationen sowie Kerzen entdecken.

Drehörgeler mit von der Partie

Rolf Hitz vom OK sagt, worauf es ankommt: «Wir achten bei der Auswahl der Anbieter auf einen interessanten Mix – auch bei den Verpflegungsständen.» Eingefleischte Marktbesucher werden wiederum auf Bewährtes und liebe Bekannte stossen. Beispielsweise auf die Pfadi Brugg, die beim Stadthaus eine offene Feuerstelle unterhält, über der man Würste braten oder die kalten Hände aufwärmen kann. Wiederum mit von der Partie sind an den beiden Nachmittagen auch die Drehörgeler.

Ungeduldig erwarten dürften Kinder die Auftritte von Geri S. Gwonder. Wer ist das? Welch eine Frage! Das ist Murmi. Grosser Beliebtheit wird sich wohl auch das offene Singen erfreuen, das der Verein BruggAttraktiv am Samstag durchführt. Wer neugierig stehen bleibt, wird bestimmt Liedtexte in die Hand gedrückt bekommen – was als Einladung zum Mitsingen gilt.

Auf jene Erwachsene oder Kinder, die ein Weilchen dem Markt oder dem Weihnachtshopping entfliehen wollen, wartet eine Oase in der Unteren Hofstatt 4 (Kornhaus). Dort ist der Brugger Modelleisenbahn-Club (BMC) beheimatet. Seine Mitglieder freuen sich schon heute auf staunende Augen, denn der Club wird auf den Spur-0-Anlagen ein Adventsfahren durchführen.