Brugg
Nittaya Friedrich arbeitet in der wohl kleinsten Gastroküche der Stadt

Janine Müller
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Nittaya Friedrich kocht am Mittag jeweils zwei Menüs, am Abend gibt es mehr Auswahl.

Nittaya Friedrich kocht am Mittag jeweils zwei Menüs, am Abend gibt es mehr Auswahl.

Janine Müller (jam)

Lange hegte sie den Wunsch eines eigenen Restaurants. Nun hat sich die Thailänderin Nittaya Friedrich diesen in Brugg erfüllt. In der wohl kleinsten Gastroküche der Stadt verkauft sie authentisches thailändisches Essen. In einer Art Strassenküche in der Vorstadt bietet sie das Essen direkt aus dem Topf über den Tresen an. Als Gast kann man ihr beim Kochen zusehen. Das thailändische Essen gibt es als Take-away oder direkt vor Ort, aber auch einen Heimliefer- und Partyservice bietet Nittaya Friedrich an.

Die gebürtige Thai – sie ist auf der ostthailändischen Insel Koh Chang aufgewachsen – kam wegen der Liebe in die Schweiz. Genauer: wegen eines Deutschen, der schon lange in der Schweiz wohnt. In Einsiedeln lebten sie als Ehepaar zusammen, führten ein Restaurant. Nittaya Friedrich war als Pizzaiola tätig.

Doch die Ehe ging auseinander, die 41-Jährige wagte einen Neuanfang. «Ich wollte schon lange ein Restaurant eröffnen und suchte nach einem geeigneten Lokal», sagt sie in etwas holprigem Deutsch. «Ich freue mich sehr, dass es in Brugg geklappt hat.»

Frische Zutaten in der Altstadt

Hier habe sie sich sofort wohl gefühlt und die Aare sowie die Altstadt gefallen ihr besonders gut. «Brugg ist für mich paradiesisch», meint sie und lacht herzlich. Ein weiterer Vorteil: In der Altstadt gibt es einen Thai-Laden, wo sie frische Zutaten für ihre Menüs kaufen kann. «Das ist perfekt», freut sie sich. Dadurch hat sie auch bereits Kontakte in die Thai-Community der Umgebung geknüpft.

Neben der Küche hat Nittaya Friedrich einen Raum dazugemietet. Hier können sich die Gäste hinsetzen. Noch ist nicht alles ganz fertig, aber die ersten Stammgäste hat «Thai Asia Takeaway» bereits. Das erfüllt Nittaya Friedrich mit Stolz. Vor allem Ausländer zeigen sich bis anhin begeistert von ihrem Essen, Schweizer Gäste habe sie noch nicht so viele, sagt sie.

Zurzeit steckt sie all ihre Energie in den Aufbau des Geschäfts. Ferien liegen keine drin, der Besuch ihrer Familie in Thailand muss noch ein, zwei Jahre warten. «Heimweh habe ich aber schon», meint sie. «Aber die Schweiz gefällt mir besser. Hier fühle ich mich wohl.» Nittaya Friedrich hat jeden Tag geöffnet, am Sonntag erst am Abend. Am Mittag gibt es zwei Menüs zur Auswahl – mit Fleisch und vegetarisch – abends wird mehr angeboten.

Etwas hat sie sich vorgenommen: Nächstes Jahr will sie besser auf das Jugendfest vorbereitet sein. Denn als Neuzuzügerin kannte sie diese Tradition noch nicht und war ob der Menschenmassen doch etwas überrumpelt.

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