Hausen
Nicht reich, aber heute der Grösste: Samichlaus zeigt den Kindern sein Hüsli

Der Samichlaus bezieht sein Hüsli an der Holzgasse und heisst kleine und grosse Besucher willkommen. Es zeigt sich: Dieses ist liebevoll dekoriert mit Kerzen und Laternen, Tannenzweigen und Weihnachtskugeln.

Michael Hunziker
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Der Samichlaus in Hausen
12 Bilder
Über dem Feuer, sagt der Samichlaus, koche er jeweils eine Suppe
Samichlaus und Schmutzli vor ihrem Domizil an der Holzgasse
Liebevoll ist das Hüsli eingerichtet
Hier liest und schläft der Samichlaus
Der Samichlaus weiss erstaunlich gut über die Schüler Bescheid
Ein bisschen eng ist es, aber alles hat seinen Platz
Der Hirsch war ein Freund des Samichlaus
Aufmerksam lauschen die Kinder den Erzählungen
Von den Kindern gibt es immer wieder auch Zeichnungen
Bis Sonntag ist das Samichlausehüsli offen
Zum Schluss gibts vom Schmutzli einen prall gefüllten Sack

Der Samichlaus in Hausen

Michael Hunziger

Wer hat gewusst, dass der Samichlaus auf die tatkräftige Unterstützung von vier Schmutzli zählen kann? Dass er im Sommer, wenn die strenge Weihnachtszeit vorbei ist, auch einmal in den kurzen Hosen im Liegestuhl sitzt? Dies und noch viel mehr erfahren die Besucher im Samichlausehüsli an der Holzgasse in Hausen.

Am 6. Dezember hat der Samichlaus Geburtstag

Neblig und kalt ist es an diesem Dezembermorgen. Den Primarschülern aus Brugg wird es aber schnell warm ums Herz. «Grüezi mitenand», begrüsst der Samichlaus die Kinder. Der Esel Nuck sei gerade nicht anwesend, sondern mit einem seiner Schmutzli im Wald, um Holz zu holen. «Das brauchen wir zum Heizen und zum Kochen», erklärt der Samichlaus. Über dem Feuer bereite er jeweils eine Suppe zu, manchmal gebe es sogar ein Würstchen. «Wir sind nicht reich.» Eine Rolle spiele das allerdings nicht. Denn am 6. Dezember sei er der Grösste. Dann habe er Geburtstag.

Bis Sonntag offen

Das Samichlausehüsli an der Holzgasse in Hausen ist geöffnet: Freitag, 6. Dezember, 16 bis 20 Uhr; Samstag, 16 bis 19 Uhr; Sonntag, 14 bis 18 Uhr. Die Besucher können den Geschichten des Samichlaus lauschen, Lebkuchen dekorieren oder einen wärmenden Punsch geniessen. Am Freitag und Samstag wird sogar ein Esel anwesend sein. (az)

Gespannt sind die Mädchen und Buben auf das Innere des Samichlausehüsli. Erwartungsfroh treten sie ein. Die beiden Zimmer sind liebevoll dekoriert mit Kerzen und Laternen, Tannenzweigen und Weihnachtskugeln. In den Regalen stehen die Einmachgläser und Flaschen, die Tassen und Krüge, am Haken hängen die rot-weiss karierten Abwaschtücher, an der Wand die Kuchenformen. Auf dem Herd befinden sich die Pfannen, am Boden die Körbe und die Harasse mit dem Brennholz.

Es sei ein bisschen eng und nicht ganz aufgeräumt, entschuldigt sich der Samichlaus. Aber er habe in der letzten Zeit halt viel zu tun gehabt, Tiere füttern, Nüsse und Tannenzapfen suchen – einfach alles vorbereiten müssen. Und sowieso: Auch die Schüler hätten sicher nicht immer Ordnung. Wohl nicht immer sei das Realienblatt im richtigen Mäppchen, das Zahlenbuch wirklich im Schulsack.

Der Samichlaus zeigt den jungen Besuchern den Tisch mit den Teigschüsseln, der Küchenwaage und den Guetzli-Formen sowie den Raum mit seinem Bett, dem Schaukelstuhl, dem Schreibtisch – «hier schaue ich meine Post an» – und dem ausgestopften Hirsch an der Wand. Das Tier sei ein guter Freund gewesen.

Vollbepackter Esel

Natürlich wollen die Kinder wissen, was es mit dem Sack und dem Loch auf sich hat. Der Samichlaus erzählt die Geschichte vom Esel Nuck, der sich vom Fuchs überreden lässt, selbst einmal den Samichlaus zu spielen. Der Esel zieht sich den roten Mantel über und macht sich vollbepackt auf den Weg zu den Kindern. Aber eben: Leider hat der Sack ein Loch.

Über die Köstlichkeiten freuen sich schliesslich die Waldtiere. Die Mädchen und Buben kleben dem Samichlaus an den Lippen und sagen gemeinsam ein Versli auf. Ein Kind überreicht ihm eine Zeichnung, ein anderes richtet einen Gruss der Schwester aus. Ein Knabe will wissen, ob er seinen Brief schon erhalten habe.

Über so manches weiss der Samichlaus erstaunlich gut Bescheid. «Als Klasse hält ihr zueinander», liest er aus seinem roten Buch vor. «Zusammen seid ihr stark.» Mit dem Zuhören allerdings klappe es nicht immer. In der Schule könne nicht jeder schwatzen, redet er seinen Gästen ins Gewissen. Ob sie ihm versprechen, sich zu bessern? «Ja», tönt es im Chor. Die gleiche Antwort kommt auf die Frage, ob es ihnen gefallen habe und ob sie nächstes Jahr wiederkommen. Aber klar!

Wert auf Details legen

Bereits zum vierten Mal bezieht Samichlaus Jürg Baur sein Domizil mitten im Dorf im früheren Schuhmacher-Häuschen beim Dahlihaus. Die Räumlichkeiten gehören der Gemeinde und stehen sonst leer. Rund drei Wochen investiert Baur – der schon seit vielen Jahren als Samichlaus unterwegs ist – zusammen mit seiner Frau in die Vorbereitungen. Bei der Einrichtung legt er Wert auf die Details.

«Alles soll möglichst authentisch wirken.» In diesem Jahr habe er, passend zum Motto «Backstube», alte Back-Utensilien zusammengetragen. Auch wenn der Aufwand gross sei: Er mache den Besuchern gerne eine Freude und habe ein tolles Team im Rücken. «Das ist mein Hobby», sagt Baur und lacht.

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