Bevor in Veltheim mit der eigentlichen Revision der Nutzungsplanung begonnen wird, will der Gemeinderat die angestrebte Entwicklung im Rahmen eines Räumlichen Gesamtkonzepts (RGK) aufzeigen. Dieses bildet eine fundierte Grundlage sowie eine Zielvorgabe für die Überarbeitung des Bauzonen- und Kulturlandplans sowie der Bau- und Nutzungsordnung. Das RGK wird vom Gemeinderat beschlossen und ist somit behördenverbindlich.

Gefragt ist die Meinung der Bevölkerung. Für sie besteht Gelegenheit, Feststellungen und Anliegen während der Auflagefrist bis zum 17. März in schriftlicher Form einzureichen.

Moderates Wachstum angestrebt

Der Hintergrund: Der rechtskräftige Bauzonen- und Kulturlandplan sowie die Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Veltheim stammen aus den Neunzigerjahren. Nach der letzten Gesamtrevision der Nutzungsplanung sind verschiedene Teiländerungen vorgenommen worden. Auch haben sich die gesetzlichen Grundlagen und Planungsinstrumente geändert.

Generell verfolgt werden eine nachhaltige Ortsentwicklung sowie ein moderates Wachstum, ist im Bericht zum RGK festgehalten. Der historisch gewachsene, wertvolle Ortskern von Veltheim und Au bleibt in seinem Charakter, seiner Baustruktur sowie seiner Frei- und Strassenraumtypologie bestehen und wird weiterentwickelt. Für das Kleingewerbe und die Dienstleistungen im Zentrum werden günstige Rahmenbedingungen geschaffen. Anders ausgedrückt: Das Dorfzentrum von Veltheim soll mit weiteren Angeboten stärker belebt werden, das Dorfzentrum von Au in seiner heutigen publikumsorientierten Nutzung erhalten bleiben.

Angestrebt wird weiter eine Siedlungsentwicklung nach innen. Laut dem kantonalen Richtplan können in Veltheim keine neuen Bauzonen ausgeschieden werden. Aktuell ausgewiesen sind 7,1 Hektaren Bauzonenreserven. Die Kapazität wird als genügend betrachtet, Neueinzonungen für Wohn- und Mischzonen sind gemäss Bericht zum RGK keine angezeigt.

Gezählt werden derzeit rund 1450 Einwohner. Laut kantonaler Bevölkerungsprognose ist bis ins Jahr 2040 eine Zunahme von 100 Einwohnern zu erwarten. Nach Annahme der Gemeinde ist sogar eine Zunahme um rund 470 Einwohner möglich. Geprüft werden können, heisst es im Bericht zum RGK, Um- und Aufzonungen in den heutigen Einfamilienhauszonen, damit Mehrfamilienhäuser mit bis vier Wohneinheiten ermöglicht werden.

Weiter bewahrt wird die wertvolle Landschaft als Natur- und Erholungsraum. «Günstige Rahmenbedingungen sichern den Weiterbestand von Forst- und Landwirtschaft», steht im Bericht. Als zu prüfende Massnahmen aufgeführt werden unter anderem Landschaftsschutzzonen in den Gebieten Nidermatt bis Schinznacherfeld sowie zwischen Veltheim und Schinznach-Dorf oder aber Naturschutzzonen im Gebiet Unteregg und im Wald. Mit einem Eintrag als Naturobjekt kann die Fledermauskolonie im Dachstock der reformierten Kirche versehen werden.

Vorbild beim Thema Energie

Zur hohen Wohn- und Lebensqualität tragen gemäss RGK nicht zuletzt die aufgewerteten Strassenräume bei, denn: «Eine klar erkennbare Strassenhierarchie und entsprechende Strassenräume strukturieren das Siedlungsgebiet und erleichtern die Orientierung für Einheimische wie Auswärtige.» Die Siedlungsentwicklung werde primär auf den öffentlichen Verkehr sowie den Langsamverkehr abgestimmt.

Eine Vorbildfunktion einnehmen will Veltheim überdies bezüglich einer effizienten Energienutzung sowie bei der Nutzung von erneuerbaren Energien bei gemeindeeigenen Bauten.

Informationsveranstaltung zum Räumlichen Gesamtkonzept am Donnerstag, 19. Februar, 19.30 Uhr, Aula Schulhaus Nr. 7, Veltheim.