Windisch

«Nicht mehr haltbare Zustände» – Situation an Schule zeigt: Auch in Verwaltung braucht es Veränderung

Blick auf die Schulanlage Dohlenzelg.

Blick auf die Schulanlage Dohlenzelg.

Die Verwaltung der Schule Windisch soll neu organisiert werden. Das ist der Botschaft an den Einwohnerrat zu entnehmen, die – bezeichnend – mit dem Spruch «Time for Change» (Zeit für Veränderung) illustriert ist.

Für zwei Jahre soll eine befristete Stelle mit einem 80%-Pensum geschaffen werden für die Reorganisation und die Leitung der Schulverwaltung. Davon ist ein Pensum von 60% dem vorhandenen Stellenetat der Schulverwaltung zu belasten. Heisst: Über einen Zeitraum von zwei Jahren soll der Stellenplan um 20 Prozent überschritten werden. Zum Vergleich: Heute sind es 205% in der Schulverwaltung, dazu kommen 20% Sekretariat für die Musikschule.

Gemeinderat begrüsste externe Begleitung

Mit der Krise in der Schulpflege kam es – auf Anraten des externen Schulberaters – zu einer Reorganisation der Schule Windisch. Der Gemeinderat Windisch hatte die externe Begleitung als Krisenintervention ausdrücklich begrüsst und der Schulpflege dringend empfohlen. Der Gemeinderat stimmte einer weiteren Unterstützung durch den Berater zu. Der Einwohnerrat bewilligte für die Begleitung 32000 Franken für das Jahr 2020. So können die Reorganisation der Schulführung und der Schulverwaltung, die Überarbeitung der Personalprozesse sowie die Neuressourcierung angegangen werden, die Situation an der Schule kann sich beruhigen und das Vertrauen wieder hergestellt werden.

Kommunikation und Zusammenarbeit sind besser

Gemäss Botschaft an den Einwohnerrat zur Reorganisation der Schulverwaltung gibt es nebst den negativen Schlagzeilen auch positives über die Schulpflege zu berichten: So heisst es, dass sich mit der neuen Präsidentin Isabelle Bechtel die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen der Schulpflege und dem Gemeinderat deutlich verbessert habe.

Gemeinsam mit dem externen Berater wurde im Frühling 2019 eine Situationsanalyse durchgeführt. Dabei wurde klar, dass unter anderem die Organisation besser und klarer sein muss. Das neue Schulführungsmodell – ohne Gesamtschulleitung, dafür mit einer Schulleitungskonferenz – wurde inzwischen etabliert und wird zusammen mit den Schulhausleitungen und der neu organisierten Schulpflege nun umgesetzt.

In einem ersten Schritt wurde nach der Situationsanalyse auch die Schulverwaltung teilreorganisiert. Die Analyse zeigte, dass viele notwendige Führungsdokumente nicht vorhanden und Prozesse nicht oder ungenügend dokumentiert sind. Von «nicht mehr haltbaren Zuständen» ist die Rede. Zusätzlich akzentuiert habe sich die Situation durch Personalabgänge bei der Schulverwaltung sowie krankheitsbedingte Ausfälle.

Dem Einwohnerrat liegt jetzt ein Nachtragskredit vor

Dabei ist die Schule bereits anderweitig gefordert. Nebst der internen Reorganisation muss der Lehrplan 21 eingeführt werden, steht nicht zuletzt das Projekt «Neubau Schulanlage Dohlenzelg» an. «Mit der heutigen Organisation der Schulverwaltung ist eine erfolgreiche Umsetzung der Projekte nicht realistisch», heisst es. «Dafür liegen zurzeit im Bereich der Verwaltungsprozesse zu viele Mängel vor, deren Behebung alleine sehr viele Ressourcen binden.» Entsprechend sei eine erfahrene Fachkraft notwendig. Diese soll die Aufgaben der Schulverwaltung koordinieren, die Prozesse überarbeiten und für die Schulleitungskonferenz eine wichtige Stütze sein in der operativen Umsetzung. Weiter soll so ermöglicht werden, dass die Schulverwaltung dereinst in die Gemeindeverwaltung integriert werden kann.

Für die Windischer Finanzen heisst das: Der Einwohnerrat soll für das Jahr 2020 einen Nachtragskredit von 56900 Franken sprechen und für die Jahre 2020 bis 2022 einen Verpflichtungskredit von insgesamt 285480 Franken bewilligen. Darüber entschieden wird an der Sitzung vom 22.Januar.

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