Brugg

Nicht einfach nur Bücher ausleihen: Stadtbibliothek baut Veranstaltungs-Angebot aus

Cécile Bernasconi leitet die Stadtbibliothek Brugg im Zimmermannhaus seit September 2016 und ist voller Tatendrang.

Cécile Bernasconi leitet die Stadtbibliothek Brugg im Zimmermannhaus seit September 2016 und ist voller Tatendrang.

2018 fanden in der Stadtbibliothek Brugg über 100 Veranstaltungen statt. Neu gibt es in der Bibliothek für Erwachsene Werkstattgespräche mit Autoren und Märchen-Geschichten ums Feuer für Kinder.

Wer glaubt, dass man in einer Bibliothek einfach Bücher ausleiht und zurückbringt, der irrt. «Letztes Jahr fanden in unserer Brugger Stadtbibliothek über 100 Veranstaltungen statt», sagte Vizeammann Leo Geissmann (CVP) vor knapp zwei Wochen, bevor der Einwohnerrat die Erhöhung des jährlichen Stadtbibliothek-Betriebsbeitrags von 130'000 auf 180'000 Franken bewilligte.

Auch für dieses Jahr hat das Team der Stadtbibliothek ein überraschend vielseitiges Jahresprogramm zusammengestellt, mit dem sowohl Kleinkinder wie Erwachsene angesprochen werden. In der neuen kostenpflichtigen Reihe «Zu Gast in der Bibliothek» finden Werkstattgespräche mit Autoren statt. Den Auftakt machte Titus J. Meier mit seinem Buch über die Kaderorganisation P-26. Der Brugger Historiker wird noch an zwei weiteren Abenden zu Gast in der Bibliothek sein – am 21. Mai und am 17. September. Ende Monat, am 27. Februar um 19.30 Uhr, wird die Zürcher Schriftstellerin und Journalistin Zora del Buono zum Werkstattgespräch in Brugg erwartet.

Eltern von Kleinkindern im Fokus

In der zweiten Jahreshälfte ist die Bruggerin Salome Schneider-Boye viermal zu Gast. Sie spricht für Eltern von Kindern bis 5 Jahre und weitere Interessierte über das «A und O der Kindheit». Zwei Veranstaltungen finden am Vormittag (9 Uhr) statt mit zum Thema passender Betreuung der Kinder.

Am Freitag, 3. Mai, um 18.30 Uhr gibt es zum ersten Mal «Geschichten ums Feuer». Dieses Märchenangebot richtet sich an Kinder im Alter von zirka 4 bis 10 Jahren und dauert etwa 45 Minuten. An drei Mittwochnachmittagen im Herbst steht eine Geschichtenwerkstatt für Kinder auf dem Programm. Nach einem gemeinsamen Einstieg hat jedes Kind die Möglichkeit, seinen eigenen Fähigkeiten entsprechend, eine Geschichte zu schreiben, zu zeichnen oder zu gestalten.

Speziell für Kinder ab zirka 3 Jahren bis zum Kindergarten-Alter ist die Reihe Kamishibaï – eine japanische Form des Erzähltheaters, bei dem die Handlung durch Bildtafeln in einem bühnenähnlichen Rahmen dargestellt wird. Die Kinder sitzen auf Kissen am Boden und hören der Geschichtenerzählerin zu. «Nach Möglichkeit und damit der Anlass nachhaltig ist, können die Kinder anschliessend noch etwas basteln, das in der Geschichte thematisiert wurde», sagt Bibliotheksleiterin Cécile Bernasconi. Dieses besondere Erzählerlebnis ist kostenlos und dauert etwa 40 Minuten.

Beteiligung am Stadtfest

Wie Kamishibaï wird auch die Reihe «Schenk mir eine Geschichte» fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum lädt die Stadtbibliothek Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund zu regelmässigen Geschichtenstunden ein. Neu gibt es neben den Geschichten auf Albanisch auch solche auf Tamilisch.

Jeweils am dritten Freitag im Monat (ohne Schulferien) ist um 15 Uhr «Värslizyt». Diese Buchstart-Veranstaltung ist gratis und richtet sich an Kinder von 9 bis 36 Monate mit ihren Mamis, Papis oder Grosseltern. Gemeinsam mit einer ausgebildeten Leseanimatorin werden spannende Reime, rassige Kniereiter und lustige Fingerspiele entdeckt. Die Värsli können in einem kleinen Büchlein mit nach Hause genommen werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bei den Erwachsenen noch wenig bekannt ist die Reihe «Buchtipp persönlich». Die Lesetipps werden zwar in der Zeitung wahrgenommen und geschätzt, die monatlichen Veranstaltungen dazu hingegen kaum besucht. Dabei muss man laut Cécile Bernasconi überhaupt keine Literaturkenntnisse haben, sondern einfach Freude an guten Büchern.

All diese Veranstaltungen helfen der etwas abseits gelegenen Stadtbibliothek, bei den Leuten im Gespräch zu bleiben. «Es geht auch darum, unsere Netzwerke stets ausbauen und unsere Begeisterung für Bücher teilen zu können», fasst Bernasconi zusammen. Das wird auch während dem Brugger Stadtfest möglich sein, wenn die Stadtbibliothek zusammen mit dem Familienverein und der Ludothek neben der Stadtkirche ein Kinderparadies betreibt.

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