Einwohnerrat

Nicht alle begrüssen die Pläne für einen Aaresteg im Umikerschachen

Geplant ist der Steg im Bereich der Wehranlage.

Geplant ist der Steg im Bereich der Wehranlage.

Die einen jubeln, die anderen warnen. Bei den Brugger Einwohnerratsfraktionen sind die Meinungen geteilt zur direkten Fuss- und Veloverbindung im sensiblen Gebiet.

Der Brugger Stadtrat will gesamtheitliche Abklärungen zu einem Aaresteg im Bereich des Dachwehrs im Umikerschachen tätigen und ein fundiertes Anfragegesuch an den Kanton erarbeiten lassen. Übermorgen Freitag steht an der Sitzung des Einwohnerrats der Planungskredit von 58'287 Franken zur Diskussion.

Die Fraktionen sind geteilter Meinung über diese direkte Fuss- und Veloverbindung im sensiblen Gebiet zwischen dem Brugger Altenburg-Quartier und dem Ortsteil Umiken. Einstimmig gegen den Bau sind die Grünen. «Zwar begrüssen wir grundsätzlich jede Verbesserung des Wegnetzes für den Langsamverkehr», hält die Fraktion fest. Aber dieser Steg würde den Nutzungsdruck auf das Auenschutzgebiet unverhältnismässig erhöhen. Die SP bringt dem Ansinnen, die Naherholungszone attraktiver zu machen für die Bevölkerung, «grundsätzlich Sympathie entgegen». Dabei sei allerdings die Gefahr der Übernutzung des Umikerschachens im sensiblen Perimeter des Auenschutzgebietes zu beachten. Die Fraktion ist überzeugt, dass der Planungskredit eine Grundlage – und Klarheit – schaffen wird.

Die Besucherfrequenz wird sich erheblich erhöhen

Ähnlich tönt es bei der GLP. Die Planung müsse in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Naturschutzverbänden erfolgen. Die Fraktion stimmt dem Planungskredit zu. «Ob sie dann auch dem eigentlichen Bau zustimmen kann, wird wesentlich von den vorgesehenen Ausgleichs- und Naturschutzmassnahmen abhängen.»

Der CVP ist ebenfalls bewusst, dass die direkte Verbindung zu einer erheblichen Erhöhung der Besucherfrequenz im Naturschutzgebiet führen wird. Parallel zur Planung soll darum ein Begleitkonzept zur Be­sucherleitung erarbeitet werden – «mit speziellem Augenmerk auf ein Abfallmanagement und ein Parkingleitsystem». Die Realisation eines Aarestegs, stellt die Fraktion fest, stehe bei der CVP seit längerem auf der Wunschliste.

«Brücken verbinden», ist für die FDP klar. Für die Fraktion ist der Aaresteg und dadurch die engere Verbindung von Umiken und Brugg ein unbestrittenes Anliegen. «Grossmehrheitlich wurde anerkannt, dass jetzt ein Zeitfenster für diesen Schritt offensteht, da eine allfällige Planung in Abstimmung mit dem kantonalen Vorhaben des Auenschutzparks Wildegg-Brugg geschehen kann.» Die Diskussion habe allerdings eine breite Palette von Interessen gezeigt. Die FDP wünscht eine Planung, die «das Notwendige klar vom lediglich Wünschbaren abtrennt».

Apropos Planung: Für die SVP ist die Höhe des Kredits nicht nachvollziehbar, das Geschäft kompliziert aufgegleist. Alles in allem ist die Fraktion aber erfreut über die Entwicklung: «Mit den notwendigen Investitionen wird ein echter Bedarf befriedigt und gar ein Zusatznutzen für die Bevölkerung erreicht.»

Beleuchtung soll Augen zum Glänzen bringen

Unbestritten sind von links bis rechts der Ersatz der alten, rund 50-jährigen Weihnachtsbeleuchtung sowie der Investitionsbetrag von 172'000 Franken. Als positiv erachtet die FDP «die an lokale Traditionen und Gewohnheiten anschliessende Erneuerung». Die SP hofft, «dass die neue Beleuchtung weniger Strom braucht und trotzdem viele Augen zum Glänzen bringt – nicht nur diejenigen des zuständigen Stadtrats». Die GLP vermisst in der Vorlage ebenfalls die Angaben zum Energieverbrauch. Sie unterstützt – wie die weiteren Fraktionen auch – den Nachtragskredit für die Ausrüstung der Oberstufenklassen mit iPads. Die Coronapandemie habe aufgezeigt, wie wichtig eine funktionierende digitale Vernetzung und die Ausrüstung der Schülerinnen und Schüler mit personalisierten Geräten sind.

Als notwendig erachten SP, Grüne und GLP die Schaffung einer Personalfachstelle sowie die Stellenprozente für die Kommunikation. Skeptisch ist die FDP. Ihr fehlt «eine klare Strategie und Planung seitens der Stadt». Die CVP ist der Ansicht, dass 60 Stellenprozente – statt der beantragten 80 Prozent – zur Erledigung der anfallenden Aufgaben genügen sollten. Für die SVP steht fest: Die erneute Vorlage von Stellenprozenten kann «unter keinem Titel» unterstützt werden. Zum x-ten Mal werde darauf hingewiesen, «dass die Ertragslage der Stadt ungenügend ist und der Nettovermögensaufwand eingefroren werden müsste». Eine Personalfachstelle werde keine Verbesserung in irgendwelchen Bereichen bringen, ganz im Gegenteil. «Zudem bleibt rätselhaft, mit wem die gewünschte Kommunikationsstelle denn was genau kommunizieren sollte.»

Einverstanden erklärt sich die SVP-Fraktion dagegen «ausnahmsweise» mit den Er­höhungen der Stellenpensen beim Regionalen Zivilstandsamt, denn: «Mindestbetriebsgrössenprobleme und Stellvertretungen sind hier offensichtlich gegeben.»

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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