Was lange währt, soll endlich gut werden: Seit Monaten wird im ehemaligen Restaurant Freihof in der Brugger Vorstadt gehämmert, gebohrt, geschliffen und gestrichen. Albert Blättler aus Weiningen ZH gab sich im letzten Juli, als er die Liegenschaft gekauft hatte, sehr optimistisch.

Damals wollte er den «Freihof» innert zweier Monate sanft renovieren, die Küche auf den neusten Stand der Technik bringen und dem Lokal als «urchige Beiz» Ende August wieder neues Leben einhauchen.

Doch es kam anders: Die bauliche Sanierung war aufwendiger als gedacht. Auch die Suche nach einem geeigneten Wirt oder einer geeigneten Wirtin verlief für Blättler einiges schwieriger als erwartet.

Nun ist der 38-Jährige aber glücklich und überzeugt, mit Nicole Trudel aus Schlieren die perfekte Gastgeberin gefunden zu haben. Noch immer fehlen im Innern ein paar Details wie Schlösser etc. «Aber am Freitag, 10. März, findet die ‹Freihof›-Wiedereröffnung mit Essen, Trinken und Musik statt», verrät Albert Blättler.

Alle seien herzlich eingeladen. «Die Brugger werden Freude haben an der neuen Wirtin», fährt er fort. Die 34-Jährige habe jahrelange Erfahrung im Gastgewerbe, auch als Chef de Service und Assistentin des Geschäftsleiters. Nun sei sie voller Tatendrang und freue sich, selbst einen Betrieb führen zu können.

Erst ab Nachmittag geöffnet

Wenn der Eigentümer und die Wirtin aus dem Kanton Zürich stammen, gelten dann im «Freihof» auch Zürcher Preise? Blättler schüttelt den Kopf und sagt: «Nein, bei uns wird es einfache und günstige Gerichte geben.

Ein Hauptgang ist für unter 20 Franken zu haben.» Denkbar seien auch spezielle Gerichte wie eine Fondue-Woche, in der dann das Lokal entsprechend dekoriert wird und das Personal ein passendes Outfit trägt.

Mittagessen wird es in einer ersten Phase keine geben. Das Restaurant steht von Montag bis Samstag nämlich jeweils erst am Nachmittag ab 15 oder 16 Uhr offen. Sonntag ist Ruhetag. In der Bar im Erdgeschoss darf der Gast rauchen.

Der Essbereich ist abgetrennt. Das Säli im ersten Stock kann auch für Geburtstagsfeiern oder andere Anlässe gemietet werden. «Wir wollen junge und ältere Gäste ansprechen. Vereine und Klubs sind bei uns sehr willkommen, und natürlich auch die Militärangehörigen», sagt der «Freihof»-Besitzer. Sollte sich herausstellen, dass am Mittag ebenfalls eine grosse Nachfrage bestehe, werde man die Öffnungszeiten verlängern.

Zwölf möblierte WG-Zimmer

In den ebenfalls sanierten Wohnungen über dem Restaurant sollen in den nächsten Monaten Studenten respektive Auszubildende einziehen. Für Blättler war von Anfang an klar, dass sich die relativ grossen Wohnungen auch aufgrund der Lage direkt an der Hauptstrasse nicht für Familien mit Kindern eignen. Aus diesem Grund wird er die zwölf Zimmer sowie alle weiteren Räume in den nächsten Wochen möblieren und mit Internet ausstatten.

Zu jeder Vier-Zimmer-Wohnung gehören eine Küche und ein Badzimmer. In der Küche wird es vier Kühlschränke sowie abschliessbare Kästchen geben.

«Das reduziert das Risiko, dass jemand seinem WG-Partner das Joghurt wegessen kann», sagt der zweifache Familienvater und lacht. Blättler rechnet mit Monatsmieten von zirka 500 Franken pro Zimmer (ohne Nebenkosten).

Die Liegenschaft hat Baujahr 1949. Aufgefrischt wurde im Rahmen der Sanierungsarbeiten auch die Aussenfassade.