Bözberg

Neustart für das Museum Bözberg – trotz «ernüchternder» Umfrage

Der neue Vorstand mit (v. l.): Bijörn Egloff, Annagreth Ryser, Bettina Zehnder (bisher) und Hansueli Boksberger. zvg

Der neue Vorstand mit (v. l.): Bijörn Egloff, Annagreth Ryser, Bettina Zehnder (bisher) und Hansueli Boksberger. zvg

Die Rettung des Museums Bözberg gelang dank grosser Anstrengungen von Vereinsmitgliedern. Es ist die Geschichte, die verschiedenen Vereinen widerfährt: Der Vorstand kann nicht mehr vollständig besetzt werden.

Beim Museumsverein Bözberg zeichnete sich an der 24. Generalversammlung das Ende ab. Dank einer Gruppe von Vereinsmitgliedern, vorab Ehrenmitgliedern, konnte das Ruder in letzter Minute rumgeworfen werden.

Von den drei Vorstandsmitgliedern waren zwei amtsmüde geworden, da sie in den letzten Jahren nicht zuletzt seitens der Vereinsmitglieder wenig Engagement verspürten und der Besuch der Anlässe rückläufig war. Der demissionierende Präsident Reinhard Plüss schilderte die Situation schonungslos und liess eine gewisse Frustration erkennen. Mit einer Umfrage bei den rund 120 Mitgliedern versuchte der Vorstand, Unterstützung zu erhalten, um aus der desolaten Situation herauszukommen. Doch das Resultat war «ernüchternd» wie Reinhard Plüss feststellen musste.

Umfrage als Hilferuf verstanden

Die Umfrage wurde von Ehrenmitglied Werner Hunziker indessen als Hilferuf verstanden. Er rief einige Mitglieder der ersten Stunde zusammen mit dem Ziel, die Institution Museum Bözberg zu erhalten und wieder zu aktivieren. Es gelang der Gruppe, neben Bettina Zehnder aus Oberflachs, die seit einem Jahr dem Vorstand angehört und engagiert bereit war weiterzumachen, drei weitere Personen für die Mitarbeit im Vorstand zu gewinnen: Hansueli Boksberger (Oberbözberg), Annagreth Ryser (Unterbözberg) sowie Bijörn Egloff (Oberbözberg). Sie alle wurden zusammen mit Bettina Zehnder mit Applaus und grosser Erleichterung gewählt. Boksberger hat sich bereit erklärt, das Präsidium zu übernehmen. Somit hat der Museumsverein die Klippe übersprungen und der Weiterbestand ist – wenn auch vorerst nur für die nächsten zwei Jahre – gesichert.

Unterstützende Begleitgruppe

Aus der Initiativgruppe hat sich nun eine Begleitgruppe gebildet, deren Mitglieder bereit sind, auf Abruf mit Rat und Tat, insbesondere bei Veranstaltungen, mitzuhelfen. Die Begleitgruppe werde im Hintergrund und nur auf Wunsch mitwirken, unterstrich Werner Hunziker deren Funktion.

Museumsinitiant Hannes Keller, der sich während Jahren als Museumsführer zur Verfügung gestellt hat, möchte kürzertreten. In Paul Müri, ehemaliger Lehrer an der Landwirtschaftlichen Schule Liebegg, konnte ein kompetenter Nachfolger gewonnen werden.

Die Jubiläumsveranstaltung «Mahlen und backen» vom September 2018 erwies sich als erfolgreich, belastete indessen die Kasse, sodass zusammen mit den Anschaffungen ein Aufwandüberschuss von rund 8700 Franken resultierte. Mit einem Vermögen von rund 35'500 Franken verfügt der Verein über ein gutes Finanzpolster.

Zwei Anlässe geplant

Das Jahresprogramm 2019, das Bettina Zehnder vorbereitet hat, beschränkt sich auf zwei Veranstaltungen. So wird man am Internationalen Museumstag vom 19. Mai das Museum offenhalten und einen Einblick in das Ziegelhandwerk bieten. Es besteht die Möglichkeit, selber einen Ziegel anzufertigen. Im September werden an drei Sonntagen Bilder des vor sechs Jahren verstorbenen Willi Hauenstein gezeigt. (GHI)

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