Die Schweizer Meisterschaft im Birrfeld ist eröffnet. Am Samstag wurden die ersten Aufgaben geflogen. Die gemischte offene Klasse hatte die Aufgabe, vom Birrfeld nach Zweisimmen BE, dann an den Simplonpass im Wallis und via Thun wieder ins Birrfeld zu fliegen. Gewonnen hat die Wertung der Waadtländer Gabriel Rossier, ein ehemaliger Militärjet-Pilot der Schweizer Armee. Er brauchte dafür 3 Stunden und 31 Minuten und flog dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 89,23 km/h. Das war für ihn den Tagessieg. In der «kleinen» Klasse, den Flugzeugen bis 15 m Spannweite, gewann der junge Romand David Leemann. Er war der Schnellste und erfüllte die Aufgabe, an den Col du Pillon und wieder zurück, am schnellsten.

Am Sonntag konnte nur die gemischte offene Klasse in die Luft geschleppt werden, weil das Wetter keine grossen Möglichkeiten bot. Die Aufgabe dauerte nur 75 Minuten und führte vom Birrfeld nach Oensingen, zurück bis zum Schloss Hallwyl, Dagmersellen LU und wieder zurück ins Birrfeld. Der Tagessieger war wiederum Gabriel Rossier, der mit 103 km/h eine respektable Geschwindigkeit erflogen hat.

Am Montag führte die Wettbewerbsleitung unter dem ehemaligen Schweizer Meister Richard Hächler von der SG Lenzburg die beiden Klassen den Jura entlang. Die gemischte offene Klasse hatte einen sogenannten Race Task zu erfüllen. Das heisst: Die Startlinie befand sich an der Gisliflue und führte die Piloten zum Wendepunkt in Sainte-Croix VD, und wieder zurück ins Birrfeld. Die gemischte 15-m-Klasse startete das Rennen bei der Wasserflue bis an den Wendepunkt in Fleurier NE, sowie wieder zurück ins Birrfeld.

Täglich eine neue Aufgabe

Die Meisterschaft dauert während neun Wertungstagen. An jedem Tag wird für die entsprechende Klasse eine Aufgabe ausgeschrieben. Die Aufgaben werden am täglichen Briefing um 10 Uhr im Hangar 3 des Flugplatzes Birrfeld bekannt gegeben. Die Segelflieger werden dann jeweils um ca. 12 Uhr an den Chestenberg geschleppt. Von da an müssen sie ausschliesslich durch Thermik von der Sonnenenergie versuchen, die vorgeschriebene Distanz abzufliegen. Gewinner ist immer der Pilot, der zwischen der Öffnung der Startlinie und dem Erfüllen der Aufgabe im Birrfeld die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht hat. Der Tagessieger erhält 1000 Punkte. Schweizer Meister darf sich nach den neun Wertungstagen der Pilot nennen, der am meisten Punkte auf seinem Konto hat.

Für Besucher spannend ist die Zeit von 10 Uhr (Briefing, für die Öffentlichkeit zugänglich) und ca. 13.30 Uhr. In dieser Zeit legen die Piloten ihre Flugtaktik zurecht, montieren die Flieger und stellen sie auf dem Flugplatz auf. Wenn der Meteo-Pilot in der Luft die erste Thermik gefunden hat und dies dem Konkurrenzleiter per Funk an den Boden mitteilt, starten die fünf Schleppmaschinen ihre Motoren und ziehen einen Segelflieger nach dem anderen in die Luft.

Wiederum spannend ist dann die Ankunft der Piloten ab ca. 16 Uhr am Nachmittag (je nach Aufgabe und Wetterlage), wenn die Segelflieger beim Überflug und der Landung beobachtet werden können. Für alle Besucher bietet die Schweizer-Meisterschafts-Beiz feines vom Grill, ein Tagesmenü und Getränke an. (az)