Schuh- und Kleiderläden verschwinden je länger, je mehr. Online-Shopping macht ihnen das Leben schwer. «In Brugg kommt die Nähe zur deutschen Grenze erschwerend hinzu», sagt Cengizhan Ari, Centermanager der Vermieterin Privera. So sei es dann auch nicht überraschend gekommen, dass der Schuhhändler Bata sich entschloss, in der Schweiz künftig nur noch auf den Online-Handel zu setzen. «Ein Schock war das also nicht», so Ari. «Und es dürfte auch nicht der letzte Händler sein, der sich zu diesem Schritt entschliesst.»

Mit der Schliessung des Bata-Ladens, die im Juli, spätestens im August passieren dürfte, wird im Neumarkt eine Fläche an bester Lage frei. Noch mehr leerstehende Ladenfläche im Neumarkt, mag sich vielleicht mancher Kunde denken. Doch Cengizhan Ari macht sich diesbezüglich keine Sorgen. «Wir hatten immer wieder Interessenten für Ladenflächen im Erdgeschoss. Darum bin ich zuversichtlich, dass wir die Fläche nahtlos wieder besetzen können.» Gerne hätte die Privera wieder einen Schuhhändler präsentiert. Dies gestaltet sich aber schwierig. «Im Moment gibt es kaum ein Schuhgeschäft, das expandiert», so Ari.

Von einem Gastroanbieter bis hin zu einem Dienstleister ist für die Privera alles möglich. Die Bedingung: «Die Klientel des entsprechenden Ladens muss gut zu den Geschäften in der unmittelbaren Umgebung passen.» Neben dem Bata-Laden ist beispielsweise Boutellier Uhren & Schmuck oder die Bank Coop zu finden.

Für die restlichen leerstehenden Ladenflächen arbeitet Privera bis anhin an diversen Lösungen. Für das Lokal, wo vorhin Vanille & Zimt untergebracht war, hatte man viele Interessenten aus der Gastronomie. «Es ist aber nicht möglich, eine Gastro-Lüftung einzubauen», so Ari. Darum überlegt sich die Privera, im Untergeschoss künftig grössere Ladenflächen anzubieten. «Es ist immer eine Herausforderung, den richtigen Anbieter für die richtige Fläche zu finden», meint Ari. Der Bata-Laden sei so ein Geschäft gewesen, das perfekt gepasst habe. Von den Bata-Angestellten äusserte sich niemand zur Situation und wie es mit ihnen in Zukunft weitergeht. Von der Bata-Medienstelle antwortete bis gestern niemand auf die Fragen der az.