Wer zum ersten Mal die Pizza P&A auf dem Teller hat, staunt nicht schlecht: Der Teig der Pizza ist komplett schwarz. Armend Hajdaraj (34) und Pieter Perlepi (37), die Inhaber des Take-aways und Lieferdienstes PizzArgovia, erklären, was dahinter steckt: Pflanzenkohle. Die beiden Freunde sind begeistert von dem gesunden und vielseitigen Stoff.

Vor ein paar Jahren stiessen sie in Italien zum ersten Mal auf eine schwarze Pizza und waren sofort fasziniert. Sie stellten umfangreiche Recherchen an und wurden vollends davon überzeugt, die schwarze Pizza in den Aargau zu bringen. Die Zubereitung ist unkompliziert.

Pro Pizza müssen sie lediglich 6 bis 8 Gramm Pflanzenkohle unter den Teig mischen. «Wenn man in den Ofen schaut, kann man allerdings nicht erkennen, ob der Teig schon knusprig ist», sagt Pieter Perlepi und fügt hinzu: «Doch mit ein bisschen Erfahrung weiss man auch so, wie lange die Pizza noch braucht.»

Den Leuten die Skepsis nehmen

Die Pizza mag von der Farbe her ungewohnt sein, der Geschmack wird durch die Pflanzenkohle allerdings nicht verändert. «Bisher waren alle Leute, die die Pizza P&A probiert haben, positiv überrascht. Wir haben nur gutes Feedback erhalten», sagt Armend Hajdaraj. Das Duo will den Leuten die Skepsis vor der schwarzen Farbe nehmen. Bei ihren Verwandten hat dies bereits funktioniert. Diese wollen mittlerweile nur noch schwarze Pizzen essen, erzählen die beiden und lachen.

Die Freunde planen, in Zukunft sämtliche Pizzen neben der klassischen Variante auch in Schwarz anzubieten. Sie hoffen, dass mit Pflanzenkohle angereicherte Pizzen in Brugg bald eine Selbstverständlichkeit sein werden.

Der natürliche Lebensmittelfarbstoff der Pflanzenkohle, auch als E 153 bekannt, wird durch die Verbrennung von pflanzlichen Materialien wie Holz, Kokosnussschalen und Torf gewonnen. Um die hohen Reinheitsanforderungen für Lebensmittelfarbstoffe zu erfüllen, wird das Produkt anschliessend filtriert und von Rückständen befreit.

Pflanzenkohle ist gesundheitlich unbedenklich und findet sich in verschiedenen Lebensmitteln wie Süssigkeiten, Konfitüren, Gelees, Fruchtsäften und Käse. Sie hat eine magenberuhigende und verdauungsanregende Wirkung und wird in der Medizin als auch in der Kosmetik eingesetzt.

Sie glauben an den Erfolg

Für Hajdaraj und Perlepi, die über langjährige Gastronomieerfahrung verfügen, ging mit der Übernahme des Take-aways PizzArgovia ein Traum in Erfüllung. Mit entsprechend viel Begeisterung und Elan führen sie ihr Unternehmen. Doch auch in der Welt der schwarzen Pizza ist nicht alles rosig.

Hajdaraj und Perlepi bekommen die Auswirkungen des Fahrverbots im Westquartier zu spüren. Kunden beschweren sich über die komplizierte Anfahrt, und die Lieferzeit der Pizzen verzögert sich um 5 bis 10 Minuten. Doch die beiden glauben an den Erfolg. Gut möglich, dass Brugg neben dem schwarzen Turm bald auch schwarze Pizzen zu seinen Wahrzeichen zählen kann.