Eigenamt

Neues Konzept und ein neuer Jugendarbeiter, der Schwung bringt

Marco Jörg (39), hier vor dem reformierten Kirchgemeindehaus im Pfrundhaus in Birr, ist neu zu 50 Prozent für «Pro Jugend» angestellt.

Marco Jörg (39), hier vor dem reformierten Kirchgemeindehaus im Pfrundhaus in Birr, ist neu zu 50 Prozent für «Pro Jugend» angestellt.

Die Eigenämter Gemeinden haben ein neues Konzept für die Jugendarbeit ausgearbeitet. Marco Jörg verrät, was er als neuer Jugendarbeiter alles plant. Unter anderem will er die Bevölkerung vermehrt miteinbeziehen.

Jetzt machen die Eigenämter Gemeinden die Jugendarbeit halt selber. Nachdem im Januar der Windischer Einwohnerrat das Regionale Jugendkonzept endgültig bachab geschickt hatte, war klar, dass es ohne Windisch gehen muss. Dies bedauerten die Eigenämter Gemeinden. Mehr noch: Man war enttäuscht, wie der Scherzer Gemeinderat Roland Bodenmann sagt. Trotzdem verstehe man die Begründung, heisst es. Die noch verbliebenen Gemeinden Hausen, Mülligen, Lupfig, Scherz, Birrhard und Birr wollten aber nicht, dass die Arbeit der damaligen Jugendarbeiterin Annina Fritz ungenutzt bleibt.

Ein neues Konzept wurde ausgearbeitet und auch der Jugendarbeiter ist bereits gefunden. Mit Marco Jörg (39) wird einer die 50-Prozent-Stelle übernehmen, der seit Sommer 2014 in Birr als Jugendarbeiter tätig ist. Bei der reformierten Kirchgemeinde ist der dreifache Vater zu 50 Prozent angestellt. Diese Stelle wird er behalten.

Stiftung «Pro Jugend» gegründet

Bereits im Januar hat er mit ersten Projekten gestartet. «An den Sommergemeinden möchte ich dann weitere Ideen vorstellen und erzählen, was bis dahin gelaufen ist», erklärt Marco Jörg sein Ziel. Doch nicht nur das Ausarbeiten von Konzepten gehört zu seinen Aufgaben. Er ist schon auf der Strasse unterwegs. «Streetworking» wird dies genannt, oder aufsuchende Jugendarbeit. Dabei sollen auch ältere Jugendliche und Eltern eingesetzt werden. «Meine Absicht ist es, die Bevölkerung in die Jugendarbeit einzubeziehen», sagt Marco Jörg. Ein Wunsch der Gemeinden sei, dass ausländische Jugendliche auf Einheimische treffen. «Wir müssen aktiv gegen die Zweiklassengesellschaft vorgehen», merkt Marco Jörg an. Der Scherzer Gemeinderat Roland Bodenmann, wünscht sich, dass die Jugendlichen Projektideen entwickeln. «Das fördert die Selbstständigkeit und das Verantwortungsgefühl.»

Zum neuen Konzept gehört auch die dafür gegründete Stiftung «Pro Jugend» mit Marco Jörg als Geschäftsführer. Im Stiftungsrat sitzen vier weitere Personen aus der Region. Im Beirat haben die zuständigen Behördenmitglieder Einsicht in die Jugendarbeit. Da wird auch über das Konzept beraten und Rechenschaft abgelegt. Bis Ende 2015 läuft das Projekt Jugendarbeit im Eigenamt vorläufig. An den Budget-Gemeindeversammlungen im November/Dezember muss dann erneut über den Beitrag für die Jugendarbeit abgestimmt werden. «Der politische Prozess ist noch nicht abgeschlossen», sagt Bodenmann. «Jetzt müssen weiter Konzepte ausgearbeitet werden, damit man etwas Langfristiges planen kann.»

Hausen splittet Beiträge auf

Der Beitrag der Gemeinden beträgt zurzeit Fr. 5.20 pro Einwohner und pro Jahr. Diese Leistungsvereinbarung wurde von allen Gemeinden ausser Hausen unterzeichnet. Hausen wählt in diesem Fall eine aussergewöhnliche, «wenn auch verständliche Lösung», wie Marco Jörg sagt. So hat sich Hausen entschieden, je einen Franken pro Einwohner und pro Jahr der Jugendarbeit Windisch und der Jugendarbeit Eigenamt zur Verfügung zu stellen. Denn für Hausen stellt sich die Frage der Ausrichtung der Jugendarbeit. «Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass sich die Jugendlichen von Hausen eher in Richtung Brugg/Windisch bewegen. Die Jugendarbeit im Eigenamt ist jedoch auch für die Jugendlichen von Hausen ein Vorteil», ist im Protokoll der Gemeinderatssitzung festgehalten.

Jetzt splittet Hausen die Beiträge also auf. Die restlichen Fr. 3.20 verwendet die Gemeinde für eigene Projekte. So soll eine Sozialberatung eingerichtet werden. Das Pensum sei so angesetzt, dass nebst der Beratungstätigkeit auch Zeit für Prävention und Projekte – eben für die Jugendarbeit – zur Verfügung steht.Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich alle Eigenämter Gemeinden eine lebendige Jugendarbeit für die Region wünschen, dass diese einen Mehrwert für die Dörfer bringt. Damit es tatsächlich so lebendig wird, ist man auf der Suche nach geeigneten Standorten. Der Treffpunkt «Puzzle» in Birr soll vorläufig bleiben, weitere Aussenstationen sollen hinzukommen. Und Marco Jörg träumt von einem Wohnmobil – das neueste müsse es nicht sein –, mit dem man die Aussgengemeinden besuchen kann. Doch dafür fehle im Moment noch das Geld oder allenfalls Gönner.

Marco Jörg ist erreichbar über die Handy-Nummer 079 578 04 64 und per E-Mail marco.joerg@projugend.ch

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