Villigen
Neues Konzept der Hauptstrasse: Ohne Pflästerungen kostets weniger

Das Konzept für die Erneuerung der Hauptstrasse ist überarbeitet worden – jetzt liegt abgespeckte Version vor. Verzichtet wird unter anderem auf die Pflästerungen und die Betonfläche beim Postplatz. Damit könnte viel Geld gespart werden.

Michael Hunziker
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Mit Trottoir für die Fussgänger: Die Visualisierung zeigt, wie sich die Einengung Schlossberg nach der Sanierung präsentieren soll.

Mit Trottoir für die Fussgänger: Die Visualisierung zeigt, wie sich die Einengung Schlossberg nach der Sanierung präsentieren soll.

zvg / BVU

Der Standort der Kandelaber, die geplanten Engstellen oder die Kosten: Kritikpunkte hat es ein paar gegeben. Im letzten November wies die Gemeindeversammlung in Villigen den Kredit für die neue Ortsdurchfahrt nach einer intensiven Debatte zurück.

Die Vertreter von Gemeinderat, Kanton und Planungsbüro haben sich die Wortmeldungen zu Herzen genommen und das Projekt überarbeitet. Jetzt liegt eine abgespeckte und kostengünstigere Version vor, die am Montagabend in der Trotte präsentiert worden ist. Das Interesse war gross, schätzungsweise um die 70 Zuhörer fanden sich ein.
Es gehe auch darum, zu spüren, ob der eingeschlagene Weg der richtige sei, sagte Vizeammann Olivier Moser. Neben ihm Red und Antwort standen Gemeindeammann Jakob Baumann sowie Kreisingenieur Giuliano Sabato vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt.

Einengung Schlossberg bleibt

Im überarbeiteten Projekt wird, um Kosten zu sparen, verzichtet auf die Pflästerungen bei den Strasseneinmündungen, auf die Platten auf dem Trottoir sowie auf die Betonfläche bei der Bushaltestelle beim Postplatz. Anstatt mit 7,9 Mio. Franken wird für die Neugestaltung und Sanierung der Kantonsstrasse neu mit 6,9 Mio. Franken gerechnet.
Die Erneuerung der Werkleitungen schlägt unverändert mit rund 5,2 Mio. Franken zu Buche. Zur Genehmigung unterbreitet werden die Kredite an der Gemeindeversammlung diesen Juni. Es wird also nicht, wie ursprünglich angekündigt, erneut ein Projektierungskredit zur Diskussion gestellt.

Überprüft worden ist auch die Linienführung der Strasse. Vorgesehen ist eine Strassenbreite von durchgehend etwa 6 Metern. Mit anderen Worten: Die Einengungen werden reduziert. Eine Ausnahme bildet allerdings der Bereich beim Restaurant Schlossberg. Hier kann, um ein minimales Trottoir zu ermöglichen, nur eine Fahrbahnbreite von 4,8 Metern realisiert werden.
Die Fussgänger müssten auch bei den bestehenden engen Verhältnissen sicher zirkulieren können, sagte Kreisingenieur Sabato. Die Situation sei anspruchsvoll. «Wir sind in der Verantwortung.» Sabato betonte, dass – so habe der Pilotversuch gezeigt – der Verkehrsfluss gewährleistet ist und weiterhin zwei Personenwagen kreuzen können, wenn auch mit reduzierter Geschwindigkeit. Kurz: Geschaffen würden klare Verhältnisse.

Die Lösung mit einer Galerie oder gar einem Abriss des Restaurants, um die Fahrbahn verbreitern zu können, bezeichnen Kanton sowie Gemeinderat als unverhältnismässig. Es sei zwar ein gutes Gespräch mit dem Liegenschaftsbesitzer geführt worden und dieser sei für verschiedene Ideen zu haben, sagte Gemeindeammann Baumann.
Für den Kauf des «Schlossbergs» müssten aber rund 1 Mio. Franken aufgewendet werden. Die Verschuldung würde zunehmen, der Gemeinderat möchte dieses Geld nicht investieren, stellte Baumann fest und hob hervor, dass in nächster Zeit weitere Kosten auf Villigen zukämen, die nicht beeinflusst werden könnten. Überdies sei es nicht die Aufgabe einer Gemeinde, Liegenschaften zu erwerben.

Bauzeit beträgt rund zwei Jahre

Ebenfalls kein Thema mehr sind im überarbeiteten Projekt die Kandelaber vorne am Trottoir. Dort, wo das Trottoir von den Fahrzeugen zum Ausweichen benutzt wird, sorgen stattdessen Poller für Schutz.

Für die Velofahrer, die zwischen Ölbergweg und Schulstrasse unterwegs sind, wird das bestehende Trottoir verbreitert. Diejenigen Velofahrer, die weniger geübt sind, insbesondere auch die Kinder, haben künftig zudem die Möglichkeit, das Dorf abseits des Durchgangsverkehrs auf den Gemeindestrassen zu durchqueren.

Als weitere Massnahme werden, um die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, die Vortrittsverhältnisse bei den Strasseneinmündungen konsequent geregelt. Geplant ist weiter ein neues Trottoir zwischen der Remigerstrasse und der Bushaltestelle Post.
An den Dorfeinfahrten sind sogenannte Einfahrtstore vorgesehen, als Verkehrsberuhigung und damit der Innerortsbereich besser erkannt wird. Auf dem gesamten Strassenabschnitt soll nicht zuletzt ein lärmoptimierter Belag eingebaut werden.

Verläuft alles reibungslos, können die Arbeiten ab 2018 beginnen. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Fragen und Anregungen gab es an der Orientierungsversammlung vor allem zur Liegenschaft Schlossberg, zum Veloverkehr oder auch zur Signalisation.