Villigen

Neues Getränk: «Naked Mermaid» startet ihr Abenteuer

Timo Waser (links) und Christophe Berger haben für die Lancierung von «Naked Mermaid» 250000 Dosen produzieren lassen. Bild: zvg

Timo Waser (links) und Christophe Berger haben für die Lancierung von «Naked Mermaid» 250000 Dosen produzieren lassen. Bild: zvg

Timo Waser aus Villigen bringt mit seinem Geschäftspartner ein neues Mixgetränk auf den Markt – und will weltweit für Furore sorgen.

Anregend und prickelnd, geeignet als Erfrischung nach einem anstrengenden Arbeitstag genauso wie für die nächste Party: Das Mixgetränk «Naked Mermaid» vereint als Zutaten Wein, frischen Traubensaft sowie Koffein und Taurin in einer edlen weissen Dose mit goldenem Schriftzug. 250 000 Stück gelangen in den Verkauf – in einem ersten Schritt wohlverstanden. Die Kreation soll weltweit durchstarten.

Hinter «Naked Mermaid» stehen Timo Waser und Christophe Berger. Ersterer ist 34 Jahre alt, kommt aus Villigen und ist dort bekannt in seiner Funktion als Gemeinderat. Er hatte die Idee. Letzterer ist 53 Jahre alt, betreibt in Fribourg eine Unternehmensberatungsfirma, die unter anderem Start-ups strategisch und als Investor begleitet.

Eine geschmackvolle Kreation fehlte ihnen

Beide lieben es, Feste für Freunde und Bekannte zu organisieren. Obwohl das Angebot an alkoholhaltigen Getränken reichhaltig ist, fehlte ihnen «ein leichtes und trotzdem geschmackvolles Premium-Mixgetränk».

Bei einer gemeinsamen Party experimentierten sie mit verschiedenen Rezepten. Heraus kam eine Kreation, die bei der anwesenden Gesellschaft auf positive Resonanz stiess. Es war die Geburtsstunde von «Naked Mermaid», zu Deutsch: nackte Meerjungfrau.

Wie kam es zum Namen? Sie hätten lange gesucht, sogar die Dienste eines auf Marken und Markenschutz spezialisierten Büros in Anspruch genommen, antworten die Jungunternehmer. Nach vielen Brainstormings und Abklärungen sei «Naked Mermaid» geblieben, was perfekt passe.

Klar war für die beiden von Beginn weg, dass sie eine global orientierte Marke aufbauen wollten, «das heisst ein Getränk, das in vielen Ländern ein grosses Potenzial hat». Die ersten Reaktionen – mehrere tausend Testpersonen in verschiedenen Ländern – jedenfalls seien vielversprechend, freuen sich Waser und Berger. «Wir haben in der Zwischenzeit schon einige richtige Fans und unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.»

Nachdem in einem aufwendigen Prozess die Rezeptur gefunden war, seien in der Folge vor allem die gesetzlichen Bestimmungen in den verschiedenen Ländern eine Herausforderung gewesen, blicken die Unternehmer zurück. In der EU gebe es zum Teil massive Unterschiede in der Deklarationspflicht.

Die jetzige Dose kann, machen sie ein Beispiel, überall verkauft werden, ausser in Deutschland und Frankreich. «Für jedes dieser beiden Länder müssen wir bestimmte Spezialanforderungen erfüllen.» Ihr Vorteil sei, dass sie vollkommen eigenfinanziert seien, «sodass wir nicht nur kurze Entscheidungswege haben, sondern auch nicht auf Investoren und deren Wünsche und Befindlichkeiten Rücksicht nehmen müssen».

Ein weiterer Knackpunkt war die Markenregistrierung, nicht nur wegen der erheblichen Kosten in den wichtigsten Weltmärkten, stellen Waser und Berger fest. Ursprünglich hätten sie den Schutz des Namens sowohl für alkoholhaltige wie auch alkoholfreie Getränke geplant. Weil aber ein Einspruch kam von einer Firma, «die eine Million Mal mehr Budget für Anwälte hat als wir», hätten sie schliesslich zähneknirschend auf den Schutz für alkoholfreie Getränke verzichtet.

Von den Pubs in London nach Rio de Janeiro

Produziert wird «Naked Mermaid» in Österreich. Sie hätten fast zehn Hersteller in der Schweiz und im Ausland kontaktiert, sagen Waser und Berger. Das Interesse, ein neues Getränk zu unterstützen, sei bei den meisten allerdings relativ gering gewesen. Einzig das Familienunternehmen Pfanner in Lauterach, drei Kilometer hinter der Grenze, habe von Anfang an viel Enthusiasmus und Mut gezeigt. Auch sei dort das Potenzial als sehr hoch bewertet worden, «was wir aufgrund der langjährigen Erfahrung der Manager von Pfanner fast als Ritterschlag empfunden haben».

Einige Gastro-Kunden konnten die beiden Unternehmer bereits überzeugen. Sie sind nun daran, die Vertriebsstrukturen aufzubauen, und wollen ab August systematisch an die Gastronomie gelangen. Die Ziele sind ehrgeizig: «Wir möchten in der Schweiz bis Ende Jahr in den wichtigsten Distributionskanälen – Gross- wie auch Detailhandel – vertreten sein», sagen sie. Kein einfaches Unterfangen, sind sie sich bewusst, denn der Retail-Markt weise komplexe Strukturen auf und Ladenplätze seien heiss umkämpft.

Darüber hinaus sind Waser und Berger «in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Distributoren in verschiedenen Ländern». Es sei sehr wahrscheinlich, fahren sie fort, dass «Naked Mermaid» schon bald den Weg in die Pubs von London finden werde.

Damit nicht genug: Die Expansion in die USA und nach Südamerika soll ab 2020 erfolgen, «wobei wir das Produkt zuerst in den Grossstädten wie New York, San Francisco und Rio de Janeiro sowie in klassischen Feriendestinationen wie Cabo, aber auch Ibiza oder Mallorca platzieren wollen.» Ebenfalls könne das Getränk online auf www.naked-mermaid.com bestellt werden.

Nebenbei: Hängt der Rücktritt von Timo Waser aus dem Gemeinderat Villigen, den er auf Anfang Juli bekannt gegeben hat, zusammen mit seinem Engagement in seinem neuen Unternehmen? «Nein», antwortet er. Er werde, nennt er den Grund, aus Villigen wegziehen, weil er in einer anderen Gemeinde die Möglichkeit erhalten habe, mit seiner Familie ein kleines Anwesen zu erwerben.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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