«Heute kann ich einen ersten Fusionserfolg vermelden», sagte Bruggs Vizeammann Andrea Metzler gestern Montagvormittag vor der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Umiken. «Die ARA Schinznach-Bad und Umiken sind nun zusammengeschlossen.» Noch befindet sich der Betrieb der ausgebauten Anlage in der Testphase. Mit anderen Worten: Das Abwasser von Schinznach-Bad wird seit wenigen Tagen zum grössten Teil mittels eines Pumpwerks durch eine neue Druckleitung unter der Aare durch und über das Areal der ARA Villnachern nach Umiken gebracht. Läuft alles rund, wird die ARA Schinznach-Bad im Herbst stillgelegt und anschliessend zurückgebaut. Das Gebiet soll renaturiert werden.

Es seien vor allem ökonomische und betriebliche Gründe gewesen, die den Ausschlag für diesen Zusammenschluss gegeben haben, fuhr Vizeammann Metzler fort. Für dieses Projekt wurde ein Verpflichtungskredit von insgesamt 5,1 Mio. Franken gutgeheissen. Die Stadt Brugg trägt 39 Prozent der Kosten. Im Oktober 2012 genehmigte der Einwohnerrat einen entsprechenden Antrag über 2 Mio. Franken. Die Stimmbürger von Schinznach-Bad sagten einen Monat später an der Gemeindeversammlung Ja zu 61 Prozent der Gesamtkosten, respektive zu einem Kredit von 3,1 Mio. Franken.

Irgendwie faszinierend anzusehen: Im neuen Wirbelbeet kommen Trägerkörperchen zum Einsatz. Sie helfen, das Abwasser zu reinigen.

Irgendwie faszinierend anzusehen: Im neuen Wirbelbeet kommen Trägerkörperchen zum Einsatz. Sie helfen, das Abwasser zu reinigen.

Über 10 Jahre lang ein Thema

Hautnah miterlebt hatte dieses Projekt auch René Fiechter, Vizeammann von Schinznach-Bad. Während über zehn Jahren hat sich der Gemeinderat mit der Zukunft ARA Schinznach-Bad beschäftigt. Nun könne dieses Thema demnächst beiseitegelegt werden. Er erinnerte daran, dass die erste ARA in Schinznach-Bad 1965 ihren Betrieb aufnahm und damals «läppische» 760 000 Franken gekostet hatte. Mit der Stadt Brugg habe die Gemeinde Schinznach-Bad einen neuen Partner gefunden. Die Inbetriebnahme der gemeinsamen Anlage sei ein weiterer Meilenstein in Sachen Abwasserbewirtschaftung.

Gesamtprojektleiter Rolf Balz von der Balz & Partner AG wies auf die Herausforderungen beim Pumpwerk-Bau und bei der Linienführung hin. Das Projekt wurde so realisiert, dass die Gemeinde Villnachern später ebenfalls an die Druckleitung angeschlossen werden kann. Die Lebensdauer der ARA Villnachern ist allerdings noch nicht abgelaufen. Die Gemeinde geht davon aus, dass ihre Anlage noch während zehn Jahren in Betrieb sein wird.

Neu am System angehängt wurde bereits die Abwasserleitung des Entsorgungsbetriebs Kosag, der unterhalb der Ortsverbindungsstrasse zwischen Villnachern und Brugg einen Kompostierplatz betreibt.

Mit der Umgestaltung der bestehenden Becken und der Ausrüstung mit hybridem Wirbelbett konnte die Kapazität der biologischen Reinigung in der ARA Umiken erhöht werden. Der Einsatz von Trägerkörperchen macht dies möglich. Die beiden bestehenden runden Belüftungsbecken können weiterhin genutzt werden.