Effingen

Neues Ausflugsziel: Die Bruderhöhle steht wieder allen offen

Die Einsturzgefahr ist nach 17 Jahren gebannt, der Zugang saniert, die Feuerstelle errichtet und die Festgarnitur installiert. Für Besucher gibt es dennoch einiges zu beachten.

Er sei sehr gerührt, sagte Gemeindeammann Andreas Thommen in seiner Rede am Sonntagnachmittag oberhalb der Bruderhöhle. Er sprach von einem wichtigen Tag für Effingen – auf den viele seit 17 Jahren warteten. Denn 2000 musste der Gemeinderat Effingen das Betreten der Höhle verbieten, weil sich Felsbrocken gelöst hatten. Die Sanierung sei zwar im Gemeinderat seither immer wieder ein Thema gewesen, aber auf der Prioritätenliste immer hinten aufgeführt, fuhr Thommen fort.

Ohne das grosse Engagement von Werner Schaffner hätte die Bruderhöhle sicher noch nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können, räumte Thommen ein. Der 71-jährige Ortsbürger war es nämlich, der zuerst auf privater Basis und später über ein Gemeindekonto Geld für die Höhlen-Sanierung sammelte. Unterstützung gab es in der Folge von der Kommission Natur und Umwelt, sowie der Ortbürgergemeinde, welche die Höhle besitzt, und der Einwohnergemeinde.

Höhleneinweihung

71-Jähriger kümmert sich um die Höhle

Damit aber noch nicht genug: Schaffner packte tatkräftig mit an, organisierte weitere Freiwillige. Es folgten Zusagen für Sachspenden wie die Festgarnitur und die Feuerschale im Freien. Verantwortlich für die Felssanierung der typischen Karsthöhle zeichnete die spezialisierte Firma Gasser Felstechnik AG aus Lungern im Kanton Obwalden. Mit Felsnägeln und einer Drahtnetzabdeckung wurden die Felspartien gesichert.

«Ich werde weiterhin zur Höhle schauen», sagte Werner Schaffner bei einem Augenschein vor Ort. Das habe er der Gemeinde im Vorfeld so versprochen. Beim täglichen Spaziergang mit seinem Hund komme er sowieso hier vorbei. Als Jugendlicher war er oft mit seinen Freunden in der Bruderhöhle. Jetzt erntet er von Gästen Komplimente. «Auch wenn man den Verkehr von der nahen Autobahn hört, soll die Höhle ein Ort der Besinnung sein», sagte er.

Es ist verboten, Feuerholz zu sammeln

Da die Höhle in einer Altholzinsel liegt, ist das Sammeln von Feuerholz verboten. Brennholz stellt die Ortsbürgergemeinde zur Verfügung – in einem von Schaffner gebauten kleinen Holzhaus. Darauf sind auch eine Informationstafel und eine Spendentafel angebracht. Die Besucher müssen ihren Abfall wieder mitnehmen. Das Fahrverbot im Wald bleibt bestehen. Der Effinger Künstler Daniel Schwarz hätte gerne eine Eisentreppen zur Höhle gebaut, was vom Kanton aber nicht bewilligt wurde. Die Wegweiser zur Bruderhöhle konnte Daniel Schwarz aber anfertigen.

Künftig will der Jurapark Aargau geführte Wanderungen anbieten, beispielsweise mit Sagenerzähler Urs Frei.

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