Brugg
Neuer Standort: Der OVS-Laden ist für Otto’s keine Option

Otto’s-Chef Mark Ineichen sagt, warum er einen neuen Standort sucht in Brugg und was er über die frei werdenden OVS-Räumlichkeiten denkt.

Michael Hunziker
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In der OVS-Filiale am Neumarktplatz 4 läuft derzeit der Ausverkauf.

In der OVS-Filiale am Neumarktplatz 4 läuft derzeit der Ausverkauf.

«Alles muss raus!» steht in grossen, gelben Buchstaben am Schaufenster der OVS-Filiale in Brugg. «Nochmals reduziert» und «Total Liquidation» heisst es daneben. Der Ausverkauf ist in vollem Gang. OVS beendet sein Abenteuer in der Schweiz. Die rund 1200 Angestellten haben die Kündigung erhalten.

Laut «20 Minuten» hat Otto’s Interesse bekundet an einigen der schweizweit insgesamt über 130 OVS-Standorten. Mit einer Übernahme könnte der Discounter sein Netz an meist gut frequentierten Lagen ausbauen. Die Verhandlungen laufen schon seit einigen Wochen, führt «20 Minuten» weiter aus.

Vom Marktpotenzial überzeugt

In Brugg befindet sich Otto’s im älteren Gebäude an der Annerstrasse 10a – seit über 20 Jahren bereits. Das Sortiment ist breit, reicht vom Kaugummi über das Duschmittel bis zur Polstergruppe. Der Eingangsbereich und das Ladeninnere aber sind nicht mehr besonders zeitgemäss. Die Platzverhältnisse sowie die Anzahl der Parkplätze rund ums Haus sind beschränkt. Schon im letzten Herbst sagte Otto’s-Chef Mark Ineichen gegenüber der Aargauer Zeitung, dass im Raum Brugg seit längerem ein Ersatzstandort gesucht wird.

«Das ist für unser Unternehmen eine der grössten Knacknüsse.» Mark Ineichen,  Otto’s-Chef

«Das ist für unser Unternehmen eine der grössten Knacknüsse.» Mark Ineichen,  Otto’s-Chef

Schweiz am Wochenende

Die OVS-Räumlichkeiten am Neumarktplatz 4 allerdings, hält Ineichen jetzt auf Nachfrage fest, seien leider keine Option. Denn weder der Grundriss mit der Ladenfläche auf mehr als einer Etage noch die Zufahrt seien ideal für den Discounter. Kurz: «Es passt einfach nicht.»

Am Standort Brugg will Otto’s aber «unbedingt» festhalten, betont Ineichen. Er ist nach wie vor vom Marktpotenzial überzeugt. Regelmässig steht er im Austausch mit Immobilienanbietern. Die meisten freien und zentral gelegenen Flächen seien allerdings zu klein, stellt er fest. «Das ist für unser Unternehmen eine der grössten Knacknüsse.»

40 Parkplätze müssen es sein

Ausschau hält Otto’s nach einer zusammenhängenden Verkaufsfläche von mindestens 1000 Quadratmetern mit zugehörigen Lagerräumen. Voraussetzungen sind weiter 40 Parkplätze vor dem Haus sowie die Möglichkeit für eine Anlieferung mit Lastwagen. Ein Neubau auf der grünen Wiese ist ebenfalls nicht ausgeschlossen, sagte Ineichen im Herbst 2017. «Wenn wir etwas Passendes finden, auf jeden Fall.»

Seit 2001 steht Mark Ineichen mit seinem jüngeren Bruder Rolf an der Spitze der Otto’s-Gruppe. Zu dieser gehören rund 100 Discountfilialen sowie der Restpostenverkäufer Radikal und der Outdoor-Spezialist Sherpa. Verkauft werden ebenfalls Autos – Otto’s Cars – sowie Skiausrüstungen. Gegründet wurde Otto’s vor 40 Jahren als Restpostenverwerter von Vater Otto Ineichen. Beschäftigt werden aktuell rund 2250 Mitarbeitende. Das Sortiment umfasst um die 70'000 Artikel.

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