Brugg-Windisch
Neuer Lebensabschnitt: Nicht-Studentin freut sich aufs Campusleben

Christine Rieben zieht von der Fusionsgemeinde Bözberg weg und wechselt dieses Jahr gleich zweimal ihre Adresse. Sie bezieht im Herbst ihre neue Wohnung auf dem Campus der FHNW. Willkommene Gelegenheit also, auch wieder ihren Ledignamen anzunehmen.

Claudia Meier
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Christine Rieben am Bahnhof Brugg. In gut vier Monaten wird der Campus im Hintergrund ihr neues Zuhause sein. Claudia Meier

Christine Rieben am Bahnhof Brugg. In gut vier Monaten wird der Campus im Hintergrund ihr neues Zuhause sein. Claudia Meier

«Eigentlich wollte ich am 11. April meine Bözberger Wohnung per eingeschriebenen Brief künden», sagt Christine Rieben. Doch als Sie morgens um 5 Uhr die Nachrichten am Radio hörte, erschrak sie: Grossbrand im Campus-Neubau (die az berichtete).

Der Brand im dritten und vierten Stock der Passerelle richtete grossen Sachschaden an. Sie sei zwar noch am gleichen Tag von der Verwaltung informiert worden, dass sämtliche Wohnungen nicht betroffen seien, so Rieben. Das Kündigungsschreiben mochte sie aber an diesem Tag dennoch nicht mehr abschicken.

Die gebürtige Bözbergerin wohnt seit 25 Jahren im Weiler Ursprung in einer Liegenschaft, die der Gemeinde gehört. «Als die Fusion auf dem Bözberg ein Thema wurde, begann ich, mich nach einer neuen Wohnung umzusehen», erzählt Rieben. Grund: Noch ist unklar, was die Gemeinde mit der Liegenschaft, in der vor vier Jahren nur das Nötigste saniert wurde, vorhat.

Pendelt nach Bern

Rieben arbeitet als Sekretariatsleiterin beim Schweizerischen Hebammenverband und pendelt seit 20 Jahren nach Bern. Die KV-Lehre absolvierte sie Ende der 70er-Jahre nur einen Steinwurf vom Campus-Neubau entfernt – bei der Voegtlin-Meyer AG. Ihr Lehrlingsbetreuer war damals Hanspeter Scheiwiler – heute Gemeindeammann von Windisch.

«So schliesst sich der Kreis», sagt die 51-Jährige. Denn: «Ich hatte schon länger den Wunsch, in eine neue, moderne Wohnung zu ziehen.»

Vor einem Jahr forderte sie die Wohnungsdokumentation für den Campus an und legte sie wieder beiseite. Rieben prüfte auch eine Wohnung im Bözberger Hafenquartier. Anfang Jahr studierte sie die Campus-Unterlagen erneut.

Am 1. März besichtigte sie die Musterwohnung in Windisch zusammen mit ihrer Tochter: «Ich war völlig begeistert. Die zentrale Lage, das Studentenleben sowie die Nähe zu Odeon und Salzhaus überzeugten mich.» Sie entschied sich für eine 3,5-Zimmer-Wohnung über der Passerelle – mit Oblicht in Küche und Bad sowie rechtwinkligem Grundriss.

Ab 16. September bezugsbereit

Nun kann sie den Umzug kaum erwarten, obwohl sie ihre künftigen Nachbarn noch gar nicht kennt. «Ich bin offen und lasse mich überraschen. Einige Bekannte machen sich zwar Sorgen, dass ich auf dem Campus vereinsame», sagt Rieben und schmunzelt. «Ich habe keine Bedenken und sonst könnte ich immer noch wegziehen.»

Die Mindestmietdauer beträgt ein Jahr. Ab 16. September sind die Wohnungen bezugsbereit. Die Wohnparteien zügeln gestaffelt. Schliesslich muss alles mit dem Lift von der Tiefgarage in den 5. Stock gefahren werden. Auf dem Dach entsteht ein neues Quartier. Die meisten Wohnungen haben einen privaten Innenhof. Haustiere sind verboten und grillieren ist nur mit Gas erlaubt. Zu jeder Wohnung gibt es einen separaten Stauraum – ebenfalls auf dem Dach.

«Wenn ich beim Campus vorbeifahre, schaue ich immer hoch», sagt Rieben. Die grosse Vorfreude auf den Erstbezug lässt sich nicht verbergen. «Die Meisten finden diesen Entscheid toll.» Im Juni wird die Bözbergerin zum ersten Mal Grossmutter: «Die Anlage ist nicht sehr kinderfreundlich. In nächster Nähe habe ich aber den Park von Königsfelden und die Aare. Mein Enkelkind ist natürlich immer willkommen.»

Am meisten freut sich Christine Rieben, dass sie künftig 20 Minuten länger schlafen kann und sich der Arbeitsweg nach Bern um fast eine Stunde pro Tag verkürzt. Wie die Schneeräumung im Winter auf dem Campus-Dach funktionieren soll, kann sie sich hingegen noch nicht so recht vorstellen.

Adress- und Namensänderung

Den Bözberg wird sie nicht vermissen. Den Kontakt zu Familie und Freunden vom Bözberg wird sie natürlich weiterhin pflegen. «Ich war immer für die Fusion und für die neuen Adressen. Ich änderte meine Adresse gleich in der ersten Januar-Woche.»

Dass sie nun ihre Anschrift erneut wechseln muss, ist für Rieben eine willkommene Gelegenheit, auch gleich ihren Ledignamen wieder anzunehmen. «Für mich beginnt auf dem Campus ein neuer Lebensabschnitt», so die Bözbergerin, die sich bald Christine Brändli nennen will.

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