Armee
Neuer Kommandant: «Nicht leicht, Nachfolger eines Königs zu sein»

Oberst Markus Elsener hat das Kommando im Rekrutierungszentrum in Unterwindisch von Roland König übernommen. Dieses Amt habe Parallelen mit den Aufgaben eines Hüttenwarts, stellte die Personalchefin der Schweizer Armee, Germaine J.F. Seewer fest.

Edgar Zimmermann
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Die Armee-Personalchefin Germaine Seewer (Mitte rechts) und Nationalrätin Corina Eichenberger verabschieden im Rekrutierungszentrum Windisch den Kommandanten Roland König und heissen seinen Nachfolger Markus Elsener (links) willkommen. NN

Die Armee-Personalchefin Germaine Seewer (Mitte rechts) und Nationalrätin Corina Eichenberger verabschieden im Rekrutierungszentrum Windisch den Kommandanten Roland König und heissen seinen Nachfolger Markus Elsener (links) willkommen. NN

Edgar Zimmermann

Der in den Vorruhestand tretende Kommandant Roland König bezeichnete das hiesige Rekrutierungszentrum in Unterwindisch als «ein Superzentrum». Er dankte denn auch seinem Team und den Kantonen für die Zusammenarbeit. Nationalrätin Corina Eichenberger hob die Bedeutung eines Rekrutierungszentrums hervor. Es sei eine Visitenkarte der Armee und eine erste Kontaktstelle.

Das Zentrum rekrutiert jene, welche mit andern für die Sicherheit des Landes einstehen werden. Die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit sei in unserem Land ausgewogen, das Thema Sicherheit bleibe aber, auch nach dem Gripen-Entscheid, ein Diskussionsthema, das erfreulicherweise die ganze Bevölkerung beschäftigt. Die Sicherheitslage könne sich, wie jüngste Erfahrungen im Ausland zeigen, sehr schnell ändern, sagte die Nationalrätin. Die Armee müsse die nötigen Mittel haben, um ihre Aufgabe erfüllen zu können.

Eichenberger dankte Roland König herzlich für das von ihm geleistete grosse Engagement zugunsten der Armee. Dem Nachfolger Oberst Markus Elsener wünschte sie viel Erfolg und Genugtuung. Der neue Kommandant sagte schmunzelnd, es sei anspruchsvoll, das Amt eines Königs weiterzuführen . . . Er betonte seinerseits die Bedeutung der Armee für die Sicherheitspolitik und die Rekrutierung als Weichenstellung zur richtigen personellen Besetzung. Es gelte, eine Art Seilschaft am Berg zu bilden. Er freue sich, hierfür einen Beitrag leisten zu dürfen.

Wie ein Hüttenwart

Die Chefin Personelles der Armee, Brigadier Germaine J.F. Seewer, knüpfte an die Liebe von König und Elsener zu den Bergen an und stellte auf originelle Weise Parallelen an zwischen dem Anforderungsprofil, dem Pflichtenheft und der Verantwortung von SAC-Hüttenwarten und den Kommandanten eines Rekrutierungszentrums. Gemäss Leitfaden soll ein Hüttenbesuch «ein unvergessliches Erlebnis sein», was man auf ein Rekrutierungszentrum übertragen könne.

Damit der scheidende und der neue Kommandant energiegeladen bleiben, spendierte sie ihnen gedörrte Apfelringli und ein Hüttenbuch. Den Dank der zugeteilten Kantone überbrachte der Präsident der Kreiskommandanten, Oberst Philippe Achermann. Man habe die Zusammenarbeit mit König sehr geschätzt. Dem Nachfolger gab er ein kurzes Wort mit auf den Weg: «Weiter so!»

Das Spiel der Gebirgsinfanterie-Brigade 9 begleitete die Kommandoübergabe musikalisch. Abschliessend hielt König einen kurzen fotografischen Rückblick. Die letzten Worte, die er im offiziellen Teil in schneidigem Ton an Brigadier Seewer richtete: «Ich melde mich ab!» Und fügte an seine Gattin gewandt augenzwinkernd an: «Ich melde mich an!» Beides bestätigte er mit je einem Blumenstrauss.