«So nicht!», lautet das Urteil der IG für eine nachhaltige Mobilität (Namo) Brugg-Windisch. Das Gesamtkonzept «Ostaargauer Strassenentwicklung» – kurz «Oase» – überzeuge nicht.

Mit dem Projekt «Oase» wird das Ziel verfolgt, die Zentren Brugg und Baden vom Verkehr zu entlasten und das untere Aaretal besser an die Autobahn anzubinden. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) beantragt, im Raum Brugg zwei Varianten im Richtplan als Zwischenergebnis einzutragen: die Nordumfahrung Windisch mit einer Spange Aufeld sowie die Südostumfahrung Windisch mit einer neuen Aarequerung. Bis 1. Juli läuft die Anhörung für die Richtplananpassungen.

IG fehlen die Visionen

«Siedlungsentwicklung statt Strassenentwicklung», verlangt nun die IG für eine nachhaltige Mobilität. Die vom BVU vorgeschlagenen Umfahrungsvarianten für Brugg-Windisch seien nicht nachhaltig und weder der Bevölkerung noch der Natur zumutbar, hält die Gruppierung in einer Medienmitteilung fest. «Wir fordern eine Strategie, die alle Elemente – Schienen-, Rad- und Fuss- sowie Strassenverkehr – gleichzeitig und gleichwertig berücksichtigt.»

Mit den vorgesehenen Massnahmen werde ausschliesslich die Kapazität für den motorisierten Individualverkehr gesteigert, fährt die IG fort. Stattdessen sollten sich der Kanton, die regionalen Zentren sowie die umliegenden Gemeinden überlegen, welche Vorkehrungen getroffen werden müssten: um den Verkehr zu vermeiden, den Binnen- und Teile des Ziel-/Quell-Verkehrs auf den öffentlichen Verkehr und vor allem auf den Fussgänger- und Radverkehr zu verlagern, den Durchgangsverkehr einzudämmen sowie den verbleibenden Verkehr siedlungsverträglich zu gestalten.

«Visionen, Stossrichtungen und Ziele der neuen kantonalen Mobilitätsstrategie wurden nicht berücksichtigt», steht für die IG fest. Insbesondere die Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie des Rad- und Fussverkehrs müsste im Richtplan festgelegt werden. «Den Eintrag als Zwischenergebnis zur Anpassung des Richtplans gemäss Konzept ‹Oase› lehnen wir ab. Die Gemeinden Brugg und Windisch fordern wir auf, im Rahmen der aktuellen Revision der Bau- und Nutzungsordnung nachhaltige, für die Bevölkerung und die Umwelt verträgliche Lösungen zu erarbeiten», fasst die IG zusammen.

Eine spontane Reaktion

Die Verkehrsprobleme, fügt die IG an, könnten nur dann gelöst werden – dafür aber definitiv, fair und gerecht –, wenn jeder Verkehrsteilnehmer grundsätzlich alle anfallenden Vollkosten verursachergerecht bezahlen müsse.

Entstanden ist die IG für eine nachhaltige Mobilität Brugg-Windisch – «als spontane Reaktion» – anlässlich des Versands der regierungsrätlichen Botschaft zum Projekt «Oase». Der Gruppierung gehören an: Martin Brügger, Einwohnerrat Brugg und Grossrat (SP); Angelika Curti, Einwohnerrätin Brugg (CVP); Enzo Curti, Brugg; Peter Haudenschild, Einwohnerrat Brugg (FDP); Maja Haus, Einwohnerrätin Windisch, Präsidentin Junge Grüne Aargau; Markus Lang, Einwohnerrat Brugg und Grossrat (GLP); Rosi Magon, Vizeammann Windisch (SP); Robert Obrist, Grossrat (Grüne); Konrad Zehnder, Einwohnerrat Brugg (EVP). Weitere Mitglieder sind laut der IG willkommen.