Neuer Effingerhof
Stadtbibliothek: Der Brugger Stadtrat hat einen Grundsatzentscheid gefällt

Dem Einwohnerrat Brugg soll im Juni ein Bericht und Antrag zum Entscheid vorgelegt werden, damit die Stadtbibliothek für etwa fünf Jahre vom Zimmermannhaus in der Vorstadt in die Altstadt verlegt werden kann. Der Vizeammann sagt, was zu erwarten ist.

Claudia Meier
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So präsentiert sich der Effingerhof nach der Sanierung von der Storchengasse her. Die Bibliothek ist im Erdgeschoss vorgesehen.

So präsentiert sich der Effingerhof nach der Sanierung von der Storchengasse her. Die Bibliothek ist im Erdgeschoss vorgesehen.

Visualisierung: zvg/Netwerch

Das Gesuch für die Sanierung des Effingerhofs liegt auf der Abteilung Planung und Bau der Stadt Brugg seit wenigen Tagen auf. Doch der reservierte Raum für die Stadtbibliothek im Erdgeschoss ist auf dem Plan als Gewerbefläche eingetragen, weil es dem Brugger Stadtrat bisher nicht möglich war, einen Grundsatzentscheid für die temporäre Verlegung der Bibliothek in den Effingerhof zu fällen.

Am Freitag teilte der Stadtrat nun mit, dass er vorsieht, dem Einwohnerrat einen entsprechenden Bericht und Antrag für die Sitzung vom 24. Juni vorzulegen. Die Urnenabstimmung ist im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres geplant. «Bei einem positiven Ausgang der Abstimmungen erfolgt im Juli 2022 die Standortverlegung der Stadtbibliothek in den Effingerhof», schreibt die Exekutive. Für die Prüfung dieses Standorts setzte der Stadtrat 2020 eine Begleitgruppe ein.

Nach diversen Vorarbeiten steht ein wichtiger Meilenstein an

Mit dieser Absichtserklärung geht der politische Prozess für eine attraktive und moderne Stadtbibliothek an zentraler Lage weiter. Dieser startete 2018 mit der Verabschiedung des Bibliothekskonzepts und einer anschliessenden Erhöhung der Beteiligung durch die Stadt auf 180'000 Franken pro Jahr. Schon damals wurde in Aussicht gestellt, dass die Bibliothek an einem neuen Standort etwa das Doppelte kosten würde.

Die Bibliotheksräume befinden sich derzeit im Erdgeschoss und ersten Stock des Zimmermannhauses.

Die Bibliotheksräume befinden sich derzeit im Erdgeschoss und ersten Stock des Zimmermannhauses.

Bild: cm

Betrieben wird die Institution, der die Räumlichkeiten im Zimmermannhaus mietfrei zur Verfügung stehen, durch den Verein Stadtbibliothek Brugg, bei dem auch das Bibliothekspersonal angestellt ist. Da die Milizressourcen des Vereins nicht für eine zeitgemässe Bibliothek in einer Zentrumsgemeinde ausreichen, soll die Stadtbibliothek in die städtische Verwaltung integriert werden. Entsprechende Grundlagen dazu wurden im Verein bereits geschaffen.

Mit dem neuen Standort im Effingerhof würde sich nicht nur die verfügbare Fläche für die Stadtbibliothek verdoppeln, sondern eben auch deren Betriebskosten. Zudem braucht es mehr Personal und der Medienbestand muss ausgebaut werden.

Vizeammann Leo Geissmann (CVP) ist für die Finanzen und die Kultur der Stadt Brugg zuständig.

Vizeammann Leo Geissmann (CVP) ist für die Finanzen und die Kultur der Stadt Brugg zuständig.

Bild: Alex Spichale

Bruggs Vizeammann Leo Geissmann (CVP), der für die Finanzen und Kultur zuständig ist, sagt auf Nachfrage:

«Aktuell rechnen wir mit leicht höheren Betriebskosten als den vor zwei Jahren angekündigten 350'000 Franken.»

Würde man heute eine Vollkostenrechnung inklusive Miete machen, käme man für den laufenden Betrieb auch schon auf Kosten von über 200'000 Franken pro Jahr, fügt Geissmann an. Genaue Zahlen kann der Vizeammann noch nicht nennen, weil noch Abklärungen und Optimierungen im Gang sind.

Die Öffnungszeiten würden erweitert, auch mit Selbstausleihe

Neben einer Erhöhung der Betriebskosten und der Integration in die Verwaltung will der Stadtrat dem Einwohnerrat im Juni auch einen Kredit für einmalige Investitionskosten beantragen. Leo Geissmann rechnet dafür mit Kosten gegen 200'000 Franken. Dieser Betrag würde auf der vorgesehenen Fläche einerseits für das Abtrennen eines Büroraums, die Beleuchtung, die Informatik und für zusätzliches Mobiliar eingesetzt. Andererseits würde er auch einmalige Systemkosten umfassen für die Open Library und eine substanzielle Aufstockung des Medienbestands.

Im Erdgeschoss links ist die Fläche für die Stadtbibliothek vorgesehen. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume für Lesungen und ein Café.

Im Erdgeschoss links ist die Fläche für die Stadtbibliothek vorgesehen. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume für Lesungen und ein Café.

Visualisierung: zvg/Netwerch

Das System einer Open Library mit Selbstausleihe ermöglicht eine wesentliche Ausweitung der Öffnungszeiten, ohne dabei die personellen Ressourcen zusätzlich zu belasten. Darüber hinaus steht der Bibliothek zusammen mit den weiteren Mietern des Effingerhofs im Erdgeschoss eine gemeinsame Fläche zur Verfügung, in der sich ein Veranstaltungsraum, ein kleines Café sowie die sanitären Anlagen befinden.

Noch immer ist vorgesehen, dass die Stadtbibliothek mittelfristig zusammen mit der zentralisierten Stadtverwaltung in der grossen Überbauung «Alte Post» ihren definitiven Standort bekommen wird. Sollte es mit dem temporären Standort im Effingerhof klappen, rechnet Leo Geissmann mit einer Verweildauer von fünf Jahren ab Sommer 2022.