Abwasser
Neuer Anlauf für die Umlegung der Kanalisation Geissmatt

In Riniken führt ein Schmuttwasserkanal direkt in eine Schutzzone für die Grundwasserfassung. Jetzt schreitet der Kanton ein.

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Der Schmutzwasserkanal, in dem das gesamte Abwasser aus Riniken in die Ara Schmittenbach in Villigen geleitet wird, führt im Gebiet Geissmatt in Riniken durch die engere Schutzzone der Grundwasserfassung Büren. «Im Bereich des Pumpwerks ist der Kanal aus Sicherheitsgründen doppelwandig ausgebildet», betont der Gemeinderat. «Allerdings fehlt der Nachweis, dass die rund 40 Jahre alte Abwasserleitung dicht ist. Weil sich im äusseren Rohr immer wieder Wasser ansammelt, gibt es Anzeichen einer Undichtigkeit.» Mit der Genehmigung der Generellen Entwässerungsplanung im Jahre 2004 verlangte der Kanton deshalb die Ausserbetriebnahme des Kanals und eine Umleitung ausserhalb der engeren Grundwasserschutzzone.

Gmeind sagte Nein

Der vom Gemeinderat beantragte Kredit von 690000 Franken für eine neue Schmutzwasserleitung wurde von der Gemeindeversammlung am 17. Juni 2005 aber zurückgewiesen. Die Gemeindeversammlung erteilte zudem den Auftrag, das vom Ingenieurbüro Steinmann (Brugg) ausgearbeitete Projekt sei durch ein neutrales Büro überprüfen zu lassen und es sei nach alternativen – sprich kostengünstigeren – Lösungen zu suchen. Inzwischen hat der Gemeinderat ein Gutachten eingeholt und verschiedene Varianten geprüft, welche die Beibehaltung der heutigen Abwasserleitung ermöglichen sollten. «Bisher leider ohne Erfolg», wie er feststellt. «Es konnte keine Lösung gefunden werden, mit der die Dichtigkeit nachgewiesen und die Sicherheit der Grundwasserfassung nachhaltig gewährleistet werden kann. Die Kosten für den Nachweis der Dichtigkeit und die periodischen Kontrollen würden den Rahmen sprengen und in keinem Verhältnis zu den Kosten für den Bau einer neuen Leitung stehen.»

Ultimatum des Kantons

«Kommt dazu, dass die Abteilung für Umwelt des Departements Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons die im Jahre 2012 anstehende Erneuerung der Wassernutzungskonzession im Pumpwerk Büren von der Erneuerung des Schutzzonenreglements und damit von der Verlegung der Schmutzwasserleitung abhängig macht», erklärt der Gemeinderat. «Wenn die Gemeinde nach 2012 im Grundwasserpumpwerk Büren das für die Wasserversorgung Riniken unentbehrliche Grundwasser weiterhin pumpen will, muss jetzt gehandelt werden.» Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, das Projekt und den Kostenvoranschlag aus dem Jahre 2004 aktualisieren zu lassen und der Gemeindeversammlung im Juni 2011 erneut ein Kreditbegehren für die Umlegung der Kanalisation vorzulegen. (az)