Effingen
Neuer Anlauf für das Restaurant beim Geisterbahnhof

Die Liegenschaft neben dem Geisterbahnhof mit dem Restaurant "Bahnhof" soll als Mehrfamilienhaus mit Bistro-Bar saniert und erweitert werden.

Claudia Meier
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Im Restaurant Bahnhof und darüber soll nach dem Umbau wieder Leben einkehren.

Im Restaurant Bahnhof und darüber soll nach dem Umbau wieder Leben einkehren.

Claudia Meier (cm)

Der letzte Versuch, dem maroden Haus bei der früheren Station Effingen mit
13 Hotelzimmern mit Bad sowie einem Gastrobetrieb neues Leben einzuhauchen, liegt fast vier Jahre zurück. Unter dem Motto «Tradition trifft Moderne» war damals gemäss schriftlicher Dokumentation eine einladende Bistro-Bar mit 60 Sitzplätzen vorgesehen. Im Anbau links, in dem früher eine Kegelbahn betrieben wurde, war eine abgetrennte Raucher-Lounge geplant. Die Bauherrschaft Koka GmbH aus Rupperswil schrieb in den Baugesuchunterlagen, dass die Wiederbelebung der Bistro-Bar und die Zimmervermietung das Objekt wieder rentabel machten. Daraus wurde aber nichts. Die Baubewilligung konnte laut Gemeinde auch nicht erteilt werden, weil fehlende Dokumente nie nachgeliefert wurden.

Lagerraum statt Raucher-Lounge

Nun liegt – noch bis zum 21. April – in der Gemeindeverwaltung Effingen erneut ein Baugesuch für diese besondere Liegenschaft auf. An der Bauherrschaft hat sich nichts geändert. Eine schriftliche Dokumentation erläutert die Pläne dieses Mal nicht. Laut Gesuch geht es um die «Sanierung und Erweiterung Wohnraum Mehrfamilienhaus».

Für die gewerbliche Nutzung ist das bestehende Restaurant im Erdgeschoss vermerkt. Auf dem Plan ist die Rundbar im Zentrum der Bistro-Bar gegenüber der ersten Auflage wieder zu erkennen, hingegen fehlen die kleinen Hochtische im Eingangsbereich. Im Kegelbahn-Anbau ist die grösste Fläche nicht mehr als Raucher-Lounge, sondern als Lager/Keller gekennzeichnet. Auch von Hotelzimmern ist nicht mehr explizit die Rede. Doch hat sich an der Raumaufteilung in den oberen Stockwerken – gegenüber dem ersten Plan – nicht viel verändert. Fast zu jedem Zimmer soll nachträglich eine Nasszelle eingebaut werden.

Zusätzliche Fenster im Dach

Wird die Liegenschaft dereinst wie vorgesehen saniert und erweitert, werden darin 13 1-Zimmer-Wohnungen, eine 3-Zimmer- sowie eine 4-Zimmer-Wohnung zur Verfügung stehen. Neue Dachlukarnen und zusätzliche Dachfenster auf dem Spitzboden sollen für mehr Licht in den Zimmern sorgen. Am Ende des Kegelbahn-Anbaus ist der Technikraum vorgesehen. Die Baukosten werden im Gesuch mit insgesamt 320 000 Franken beziffert. Die Liegenschaft verfügt über eine Ölheizung und befindet sich ausserhalb der regulären Bauzone der Gemeinde Effingen.

Auf dem abgelegenen Areal der stillgelegten Station Effingen sind derzeit gleich zwei Projekte von nationaler Bedeutung am Entstehen. Einerseits wird bis 2020 der neue Bözberg-Eisenbahntunnel gebaut. Gebohrt wird dieser von Schinznach-Dorf her. Andererseits hat die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) ein Gesuch für Sondierbohrungen bei der Station Effingen aufgelegt.

Die Blütezeit des Restaurants Bahnhof liegt Jahrzehnte zurück. Das Gasthaus genoss früher einen guten Ruf und war Treffpunkt für Bahnpendler, Touristen sowie Kegel- und Jassfreunde. Der grosse Spielplatz war ein Kinderparadies. Nach der Stationsschliessung im Mai 1993 ging es nicht mehr lange, bis auch das Restaurant geschlossen werden musste. Seither fristet das Gebäude ein trostloses Dasein und wurde in mehreren Etappen geräumt.

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