Brugg
Neue Wohnungen im «Unterhag» bei der Badi – allerdings für Vögel

Im Gebiet «Unterhag» bei der Badi in Altenburg sorgt der Verein BirdLife Brugg für neuen Lebensraum für verschiedene und seltene Vogelarten. Zwölf neue Nistkästen haben die Vereinsmitglieder aufgehängt. Nun ist Glück, Zeit und Geduldt gefragt.

Janine Müller
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Maja Suter (v. links), Fritz Suter und Gertrud Hartmann hängen Nistkästen auf.

Maja Suter (v. links), Fritz Suter und Gertrud Hartmann hängen Nistkästen auf.

Janine Müller

Mit Gummistiefeln an den Füssen und einer Leiter unter dem Arm stapft Fritz Suter über die Wiese, steuert auf einen der vielen Bäume im Hochstammobstbaumgarten «Unterhag» zu. Er positioniert die Leiter unter einem Baum, seine Frau Maja reicht ihm einen Nistkasten. Der ist für einen Gartenrotschwanz, meint sie. Auf einer Karte, auf der der gesamte Hochstammobstgarten ersichtlich ist, notiert Gertrud Hartmeier die Nummern der Nistkästen und weist diese dem entsprechenden Baum zu. Am Mittwochnachmittag hat der Verein BirdLife Brugg zwölf Nistkästen in den Bäumen aufgehängt. Die Präsidentin Gertrud Hartmeier erklärt: «In Zusammenarbeit mit der Landschaftskommission der Stadt Brugg sowie nach Absprache mit den Grundeigentümern haben wir uns entschlossen, hier an den Bäumen verschiedene Häuschen aufzuhängen.»

Finanziert von der Stadt

Finanziert werden die Nistkästen von der Stadt Brugg. «Unser Ziel mit den Nistkästen ist die weitere Aufwertung dieses Gebiets», ergänzt Gertrud Hartmeier. «Der ‹Unterhag› ist ein wunderschöner Ort und beherbergt den letzten Obstgarten der Stadt Brugg.»

In die neuen Vogel-Wohnungen einziehen sollen vor allem seltene Vogelarten, die in den letzten Jahren vor Ort nicht mehr anzutreffen waren. Darunter der Wendehals, der Gartenbaumläufer oder auch der Gartenrotschwanz. Platz finden werden aber auch Meisen und Fledermäuse. Angefertigt wurden die Nistkästen von Fritz Suter. Anders als früher, als Nistkästen noch in den Baumstamm genagelt wurden – was nicht gerade von Vorteil für die Bäume war –, werden sie heute zum Schutz der Bäume an einen Ast gehängt.

Jährliche Kontrolle und Reinigung

BirdLife Brugg hat sich verpflichtet, jeweils im Herbst die Kästen zu kontrollieren, zu reinigen und je nach dem auch zu ersetzen. Trotzdem wird in den ersten Jahren Geduld gefragt sein. So rasch wird sich wahrscheinlich keine seltene Vogelart wieder ansiedeln. «Es braucht Glück, Zeit und Geduld», sagt Gertrud Hartmeier.

Unterstützung ist auch von den Landpächtern nötig. Es sei wichtig, dass die Vögel ihre Nahrung finden. So soll beispielsweise das Gras nicht gleich nach dem Schneiden in Siloballen verpackt werden, damit die Insekten noch etwas länger vor Ort sind. Denn die Insekten bilden die wichtigste Nahrungsquelle für jene Vögel, die BirdLife wieder ansiedeln will.