Lupfig

Neue Wohnüberbauung stösst auf Kritik: Verein IG Weiermatt sieht Optimierungspotenzial

Martin Meyer steht in Lupfig vor der mit Bauprofilen versehenen Parzelle der Wohnbaugenossenschaft Lägern.

Der Verein IG Weiermatt bemängelt, dass die Wohnbaugenossenschaft Lägern die Direktbetroffenen nicht in den Planungsprozess involviert hat. Der Verein sieht beim Bauvorhaben der Wohnbaugenossenschaft Optimierungspotenzial und prüft nun eine Einsprache.

Geht es nach der Wohnbaugenossenschaft Lägern von Wettingen, sollen auf einer grossen freien Wiese im Lupfiger Oberdorf 29 Wohnungen realisiert werden. Das entsprechende Baugesuch für das Projekt Weiermatt liegt noch bis 22. Juli auf der Gemeindeverwaltung Lupfig öffentlich zur Einsichtnahme auf. Projektverfasser ist die Gut & Schoep Architekten GmbH aus Zürich.

Die IG Weiermatt hat das geplante Wohnbauprojekt auf einem Modell skizziert.

Die IG Weiermatt hat das geplante Wohnbauprojekt auf einem Modell skizziert.

Die vier Gebäudekörper der geplanten Wohnsiedlung an der Grenze zu Birr sind drei Geschosse hoch. Auf das Attikageschoss wurde verzichtet. Gut die Hälfte der Wohnungen ist mit 4½ bis 5½ Zimmern auf Familien ausgerichtet. Die restlichen Wohnungen sind 2½ bis 3½ Zimmer gross. Ausserdem wird die Siedlung über 42 Tiefgaragen- und 4 Besucherparkplätze verfügen.

Das mittlerweile profilierte Bauvorhaben zwischen Aermelgasse, Bachmattweg und Bach stösst bei der Quartierbevölkerung seit einigen Monaten auf Widerstand. Im Sinne der Mitgestaltung und um allenfalls juristisch gegen dieses Projekt vorgehen zu können, haben Interessierte im vergangenen August den Verein IG Weiermatt ins Leben gerufen.

Belastung für Gemeindeinfrastruktur

Bei einem Augenschein vor Ort sagt IG-Vizepräsident Martin Meyer, was dem Verein wichtig ist. Das 4270 Quadratmeter grosse Grundstück, auf dem unzählige Bauprofile im hohen Gras stehen, liegt in einem Einfamilienhausquartier. Die Zugangsstrassen sind nicht sehr breit. Die IG-Mitglieder stören sich daran, dass das Projekt auf verdichtetes Wohnen in städtebaulicher Manier setzt. «Die Auswirkungen bezüglich Wohncharakter, Verkehr und Belastung der Gemeindeinfrastruktur in Lupfig werden gravierend sein», schreibt die IG auf ihrer Website.

«Die wuchtige und nicht durchlässige Bauweise passt nicht in dieses Quartier», sagt Martin Meyer. Die Überbauung bringe Mehrverkehr, was zu prekären Verkehrssituationen führen werde. IG-Mitglieder befürchten, dass künftig auch wild am Strassenrand parkiert wird. Nach Gesprächen mit der Wohnbaugenossenschaft Lägern sei zwar die ursprüngliche Parkplatzzahl von 30 plus 3 Besucherparkplätze auf 42 plus 4 oberirdische Besucherparkplätze erhöht worden, sagt der IG-Vizepräsident. Das erhöhte Verkehrsaufkommen sowie allenfalls zugeparkte Strassen wären aber ein zunehmendes Sicherheitsrisiko für Kinder – auch auf dem Schulweg. Unklar sei auch, ob der öffentliche Fussweg am Bach entlang bestehen bleibe.

Fassade soll aufgebrochen werden

Der Verein IG Weiermatt besteht mittlerweile aus einem fünfköpfigen Vorstand, elf weiteren Mitgliedern sowie Sympathisanten. Diese bemängeln, dass die Wohnbaugenossenschaft Lägern die Direktbetroffenen nicht in den Planungsprozess involviert hat. Zweimal hat sich die IG mit dem Geschäftsführer der Wohnbaugenossenschaft Lägern getroffen. Die Gespräche sind laut Meyer aber nicht sehr ergiebig gewesen. Dass in Lupfig auch quartierverträgliche, abgestufte Wohnüberbauungen möglich seien, zeige sich etwa beim Projekt Kastanienbaum.

Momentan nimmt ein Anwalt für die IG das Baugesuch mit dem externen Fachgutachten des Brugger Architekturbüros Liechti Graf Zumsteg unter die Lupe und prüft eine Einsprache. «Wir erwarten, dass die Erschliessung für Fussgänger, Auto- und Velofahrer nochmals sorgfältig geprüft und angepasst wird. Unser Wunsch ist, dass die Fassade aufgebrochen wird und der Baukörper nicht wie ein Riegel wirkt», fährt Martin Meyer fort. Die IG Weiermatt wolle sich jetzt einbringen und nicht erst, wenn beispielsweise ein Kind auf der Strasse verunfallt ist.

«Es darf nicht passieren, dass wir uns eines Tages vorwerfen müssen, wir hätten bei der neuen Wohnüberbauung nicht genau hingeschaut und Projektmängel übersehen», sagt Meyer zum Engagement. «Wir wollen, dass es am Schluss allen wohl ist in diesem Quartier.»

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