Kaum hat die Stiftung Domino die bauliche Rundum-Erneuerung des «Mikado» in Windisch abgeschlossen, dürfte es in Hausen mit dem nächsten grossen Bauprojekt bald einen entscheidenden Schritt weitergehen. Auf der Wiese neben dem bestehenden Wohnheim sollen 25 neue Wohnplätze sowie insgesamt 22 Werkatelierplätze entstehen.

Anfang 2019 hat die Stiftung Domino das entsprechende Vorprojekt beim kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport, Abteilung Sonderschulung, Heime und Werkstätten, eingereicht. Der Kostenvoranschlag für den Neubau beläuft sich auf 12,8 Millionen Franken. «Wir warten aktuell auf den definitiven Entscheid des Kantons, damit wir das Bauprojekt im Detail planen können», sagte Stiftungsratspräsident Peter Müller gestern, als er den Jahresbericht zusammen mit Präsident Jörg Hunn von der Betriebskommission und Geschäftsführer Rainer Hartmann den Medien vorstellte.

In Brugg konnte die Stiftung Domino 2018 das Wohnangebot bezüglich Betreuung, Wohnqualität und Selbstständigkeit für zehn Klienten verbessern. Seit Oktober leben diese in vier Mietwohnungen der neuen Überbauung an der Habsburgerstrasse, was einen Ersatz für die bisherigen Unterkünfte in Umiken und am Birkenweg darstellt. Mehr noch: Die Stiftung Domino hat entschieden, sich von der Liegenschaft mit 7½-Zimmern und Gewölbekeller an der Villnachernstrasse 12 in Umiken zu trennen. Das Wohnhaus mit Baujahr 1991 steht aktuell für 990'000 Franken zum Verkauf.

Neue Firma mit drei Stiftungen

Die Stiftung Domino bietet insgesamt 126 geschützte Arbeitsplätze, 26 Beschäftigungsplätze und 51 Wohnplätze an. Beim Personal teilen sich 110 Angestellte zirka 75 Vollzeitstellen. «Bei der Jahresrechnung resultierte eine rote Null mit einem Minus von 20'000 Franken», sagte Jörg Hunn. Budgetiert war ein Minus von 130'000 Franken. Als Erklärung für das deutlich bessere Ergebnis nannte er die guten Produktionserträge. Eingegangen sind letztes Jahr auch rund 160'000 Franken Spenden und 20'000 Franken aus Erbschaften. «Ohne Spenden könnten wir gewisse Aktivitäten wie Ferien für unsere Klienten nicht anbieten», ergänzte Hunn.

Zusammen mit drei anderen Stiftungen hat die Stiftung Domino die gemeinnützige Firma Learco AG mit Sitz in Aarau gegründet. «Learco» steht für Lernen, Arbeiten und Coaching. Mit der neuen Firma sollen sich laut Geschäftsführer Rainer Hartmann Möglichkeiten ergeben, weitere IV-Massnahmen wie Aufbautrainings in der Stiftung Domino durchzuführen und die Integration von Leuten während oder nach der Ausbildung in den ersten Arbeitsmarkt zu verstärken. «So können wir auch stärker gegenüber der IV auftreten», sagte Hartmann weiter.

Stiftungsratspräsident Peter Müller ist 74 Jahre alt und schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Nun scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Seit wenigen Tagen ist nämlich Philipp Küng aus Windisch daran, sich als neues Mitglied der Betriebskommission mit der Stiftung Domino vertraut zu machen. Der 55-Jährige hat sich bereit erklärt, mittelfristig das Präsidium des Stiftungsrats zu übernehmen. Der Jurist ist seit Jahren in leitender Stellung im Bereich berufliche Vorsorge tätig und war früher während acht Jahren Mitglied und Präsident der Schulpflege Windisch.