Lupfig
Neue Unruhe: Im Altersheim Eigenamt brodelt es wieder

Überraschende Entwicklung im Haus Eigenamt: Die nach dem Eklat zurückgeholte Pflegedienstleiterin Christiane Serve verlässt das Altersheim nun endgültig. Der interimistische Geschäftsführer Hanspeter Müller stellt sich auf längeres Engagement ein.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
Das Alters- und Pflegeheim, das von den Gemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz getragen wird, erlebt turbulente Zeiten. (Archiv)

Das Alters- und Pflegeheim, das von den Gemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz getragen wird, erlebt turbulente Zeiten. (Archiv)

Sandra Ardizzone

In der ersten Jahreshälfte sorgte das Haus Eigenamt in Lupfig für Schlagzeilen: Im Februar stellte der alte Vorstand überraschend acht Angestellte frei. Kurz darauf gab es im Altersheim einen Aufnahmestopp, unter anderem wegen der Ausbreitung des Norovirus.

Auf Druck des Kantons musste der Vorstand Hanspeter Müller, Geschäftsführer im Pflegezentrum Süssbach AG in Brugg, als interimistischen Geschäftsführer im Haus Eigenamt beiziehen. Müller holte im April die freigestellte Pflegedienstleiterin und im Mai sechs weitere Freigestellte nach Lupfig zurück. In der Zwischenzeit wählten die Mitglieder des Trägervereins einen neuen Vorstand und der Kanton hob danach den Aufnahmestopp auf.

Mehrere Angestellte kündigten

Das sagt der Vorstand

«Personalwechsel gibt es immer wieder», sagt die neue Vorstandspräsidentin Ursula Berger, die Gemeindeammann in Birrhard ist, zur aktuellen Situation im Haus Eigenamt. Die Pflegedienstleiterin habe gute Arbeit geleistet. Dass sie sich nun neu orientiere, müsse man akzeptieren. Sehr gute Arbeit macht laut Berger auch der interimistische Geschäftsführer Hanspeter Müller. Der Vorstand habe sich auf der strategischen Ebene zum Ziel gesetzt, im Haus Eigenamt alle Bereiche genau zu analysieren und, wo notwendig, noch zeitgemässer zu regeln.

Müller sei bei diesem Prozess und in der Zusammenarbeit mit dem Kanton und dem Pflegeheim Süssbach in Brugg ein wichtiger Begleiter. So wichtig auch, dass der Vorstand momentan keinen neuen Geschäftsführer sucht, wie Berger bestätigt. Bisher wurden erste Überlegungen angestellt, wie eine weitere Zusammenarbeit mit Müller ab 2016 gestaltet werden könnte. Dass er zu 100 Prozent Geschäftsführer im Haus Eigenamt wird, ist für die Vorstandspräsidentin allerdings kein Thema, weil das ein zu grosses Pensum wäre. (CM)

Der Vorstand und die Geschäftsführung danken der Pflegedienstleiterin im Brief für die geleistete Arbeit in den letzten 12 Jahren. Sie habe unter anderem mitgewirkt, die Demenzabteilung aufzubauen. Gegenüber der az äussert sich die scheidende Pflegedienstleiterin nicht zur aktuellen Situation. Die az weiss, dass auch zwei Angestellte aus dem Bereich Aktivierung kündigten.

Die neue Pflegedienstleiterin Jeannette Bürki wird ihre Stelle am 1. September antreten. «Bürki ist ein Glücksfall», sagt Geschäftsführer Müller. Er habe sie kennen gelernt, als er die 66-Jährige für eine Aussensicht in Bezug auf das am 30. September stattfindende Audit ins Haus Eigenamt holte. Bürki sei schon in etlichen Positionen als Pflegedienstleiterin erfolgreich tätig gewesen: so etwa im Haus Eben-Ezer in Frenkendorf, im Spital Bülach, im Bezirksspital Brugg sowie im Zieglerspital Bern.

Im Schreiben heisst es zu Bürki weiter: «Sie bringt eine reiche Palette an Führungs- und Fachkompetenzen mit, die im Hinblick auf die Zukunft wichtig sind, um die Pflegekompetenz im Haus Eigenamt weiterhin zu gewährleisten und auszubauen.» Die seit Monaten bestehende Vakanz in der Leitung der Demenzabteilung «Schwalbennest» konnte noch nicht erfolgreich besetzt werden.

Geschäftsführer Hanspeter Müller sagte im Juli im az-Interview, dass er sicher noch bis Ende Jahr im Haus Eigenamt wirken werde. Gestern Freitag räumte er ein, dass er sich ein längerfristiges Engagement in Lupfig vorstellen könne. Die Koordinationsfunktion gefalle ihm und von den Grundstrukturen her gebe es viele Synergien mit dem Pflegeheim Süssbach in Brugg. Kritische Beobachter, die die Ambiance im Haus Eigenamt gut kennen, vermissen bei Müller die Verbindung zur Basis.