Brugg
Neue Umfahrung anstatt Schleichverkehr in Brugg

Der Aargau hat am Freitag die Umfahrung Südwest in Brugg-Windisch sowie den Neubau der Brücke Gnadenthal in die Anhörung gegeben. Die Umfahrung soll das Aaretal besser an die Autobahn A3 anbinden und das Zentrum von Brugg-Windisch entlasten.

Hans Lüthi
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Schluss mit Schleichverkehr. So sieht die Linienführung aus.

Schluss mit Schleichverkehr. So sieht die Linienführung aus.

Aargauer Zeitung

Schlag auf Schlag kommen sie jetzt in die Anhörung, die neuen Strassenprojekte. Vor einem Monat ging es um die Südwestumfahrung Sins und den A1-Zubringer Lenzburg. Jetzt will die Regierung von Gemeinden, Verbänden und Privaten wissen, was sie zur Südwestumfahrung Brugg und zur neuen Reussbrücke Gnadenthal meinen.

Neue Brücke Gnadenthal

Baufällig ist sie längst, die 103 Jahre alte Reussbrücke zwischen Stetten und Niederwil. Nach jahrelangen Diskussionen geht das Projekt für 13,2 Millionen Franken jetzt endlich in die Anhörung, die bis zum 7. September dauert. «Mit einem Baubeginn rechnen wir für Anfang 2014», sagt Kantonsingenieur Rolf H. Meier. Ohne Verzögerung könnte die neue Brücke im Laufe des Jahres 2015 in Betrieb gehen. Geprüft wurde eine Holzbrücke, die aber den nahen Klosterkomplex zu stark dominiert hätte. Die neue Stahl-Beton-Brücke hat zwei Fahrstreifen und wird für 40 Tonnen ausgelegt. (lü.)

Das Brugger Projekt ist Teil einer vierstufigen Gesamtlösung, zu der auch das Verkehrsmanagement Brugg Regio, die Nordumfahrung Windisch und langfristig der neue Baldeggtunnel gehören.

Verursacht wird das Problem durch die Verkehrsströme aus dem unteren Aaretal und Waldshut, die auf dem Weg zur A1/A3 täglich Staus erzeugen. Und der Schleichverkehr durch das Rütenenquartier zur Hauserstrasse ist für die Anwohner ärgerlich.

Entlang von Wald und Bahnlinie

Von Schinznach-Bad kommend, bleibt die neue Strasse bei der Bahnunterführung rechts der Bahn, folgt alles dem Wald, bis zu einem neuen Kreisel Unterwerkstrasse. Von hier aus geht die Strasse zur Bahnlinie und folgt dieser bis zum Autobahnzubringer bei Hausen. Der Verkehr aus dem unteren Aaretal muss nicht mehr durch Windisch zirkulieren, sondern fährt am Bahnhof Brugg vorbei und überquert die Bahnlinie auf einem der bestehenden Übergänge. Die Sicherung erfolgt weiterhin durch Barrieren und Lichtsignal, aber auf der Aarauerstrasse werden die Einspurstrecken verlängert. Eine stärkere Verbesserung für den Verkehr aus dem unteren Aaretal bringt erst die Nordumfahrung Windisch, die aber frühestens in zehn Jahren fällig ist.

Danach geht es nach der mittleren Umfahrung nach links unter der Bahn durch und vor der Fachhochschule rechts direkt auf die Südwestumfahrung. Die Vorlage für diese geht laut Kantonsingenieur Rolf H. Meier Ende 2013 an den Grossen Rat, dann folgt das Detailprojekt. «Mit dem Baubeginn rechnen wir für Anfang 2015», rechnet Meier. Bei einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren könnte die neue Strasse in der zweiten Hälfte 2017 bis Anfang 2018 für den Verkehr bereit sein.

46,5 Millionen Franken Kosten

Mit massivem Widerstand von Anwohnern ist bei diesem Verkehrsprojekt kaum zu rechnen, weil die Strasse dem Industriegebiet und der Bahnlinie folgt. Die Südwestumfahrung bringt den Unternehmen deutliche Vorteile, weshalb sie an die Baukosten von 46,5 Millionen Franken fast 4 Millionen Franken beisteuern. Insgesamt werden 20 Prozent der Kosten durch die Gemeinden Brugg und Windisch sowie durch SBB und Grundeigentümer finanziert. Die Anhörung dauert bis 7. September.

Das Netz der Kantonsstrassen von heute 1150 Kilometer wächst mit der Umfahrung um weitere 3,2 Kilometer. Für die Hauserstrasse in Windisch wird nur mit 5 Prozent Entlastung gerechnet, bis auch die Nordumfahrung steht.

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