Effingen

Neue Pläne auf dem Geisterbahnhof – SBB suchen Mieter für Wohnung

Das Bahnhofsgebäude und das Restaurant (im Hintergrund) auf dem Areal der Station Effingen sind seit Jahren unbewohnt.DVI/AZ-Archiv

Das Bahnhofsgebäude und das Restaurant (im Hintergrund) auf dem Areal der Station Effingen sind seit Jahren unbewohnt.DVI/AZ-Archiv

Der Umbau des Restaurants auf dem Areal der ehemaligen Station Effingen lässt weiterhin auf sich warten. Das Baugesuch ist noch nicht bewilligt. Die SBB aber wollen die Wohnung im Bahnhofsgebäude wieder vermieten.

Ein neuer Bözberg-Eisenbahntunnel, die Modernisierung des seit Jahren geschlossenen Restaurants Bahnhof und eine mögliche Oberflächenanlage als Pforte zum geologischen Tiefenlager für Atommüll im Bözberg: Das Areal rund um den Geisterbahnhof Effingen sorgte im vergangenen Jahr gleich mehrmals für Schlagzeilen (die az berichtete).

Was wird aus diesen Plänen? Werden die SBB das früher vom Militär genutzte Gebäude vor dem Tunnelportal abreissen? Was geschieht mit dem ehemalige Bahnhofsgebäude?

SBB sucht Wohnungsmieter

SBB-Mediensprecherin Franziska Frey sagt dazu: «Für das Bahnhofsgebäude bestehen keine Abrisspläne.» Im Gegenteil: In der Liegenschaft ist aktuell Bahntechnik untergebracht. «Die Wohnung im ersten Stock steht zur Zeit leer. Wir sind jedoch daran interessiert, sie wieder zu vermieten und werden sie demnächst ausschreiben», so Frey weiter. Dabei handelt es sich um eine grossräumige 4½-Zimmerwohnung mit drei Nebenräumen und einem Keller im Untergeschoss.

Die Wohnung ist gemäss Frey in einem guten Zustand und verfügt über eine Küche mit Geschirrspüler und Laminatböden. In den Zimmern gibt es Einbauschränke. Der Mietzins ist im Vergleich zu anderen 4½-Zimmerwohnungen günstig und beträgt inklusive Heiz- und Nebenkosten 1100 Franken. Bezugstermin nach Vereinbarung.

Das – abgesehen von einem bewohnten Einfamilienhaus – verwaiste Areal liegt am Waldrand auf der Westseite des Bözbergtunnels. Der Bundesrat plant den Bau eines neuen Bözberg-Eisenbahntunnels bis 2020. Der Baustart ist für 2015 vorgesehen.

Unterhalb der Stiglihalde Richtung Iberg war das Militär während Jahren in einem relativ modernen Gebäude einquartiert. Gemeindeschreiber Stefan Treier aus Effingen hatte gehört, dass dieses abgerissen werde. «Die Liegenschaft sowie das Land sind im Eigentum von SBB Immobilien. Die Flächen innerhalb und ausserhalb des Gebäudes werden für die Bözbergtunnel-Sanierung und die Bauarbeiten am 4-Meter-Korridor frei gehalten. Ein Abriss ist nicht vorgesehen», stellt SBB-Mediensprecherin Franziska Frey klar.

Baugesuch noch nicht bewilligt

Im Mai 2013 lag das Baugesuch für den Umbau des Restaurants Bahnhof auf. Vorgesehen waren 13 Doppelzimmer mit Bad, eine Bistro-Bar sowie eine Raucher-Lounge im Anbau mit der Kegelbahn. Der Aufforderung, weitere Detailunterlagen einzureichen, sei die Bauherrschaft Koka GmbH aus Rupperswil seit Monaten nicht nachgekommen, sagt Gemeindeschreiber Stefan Treier. Dies sei auch der Grund, warum das Baugesuch noch nicht bewilligt werden konnte. Vom Hang her drückt Wasser ins ehemalige Restaurant. Damit die Bausubstanz nicht noch mehr leidet, wurden die Fenster entfernt und die Türe steht meistens offen.

Kein Hotspot für Verbrecher

Diese Abgeschiedenheit vom Dorfzentrum und die Nähe zur Autobahneinfahrt A3 könnte für Kriminelle verlockend sein. Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau winkt ab: «Bei der Kantonspolizei sind keine besonderen Feststellungen bekannt.» Allerdings wurde auf Patrouillen schon beobachtet, dass Leute Unterschlupf im ehemaligen Restaurant gesucht hatten. Als Hotspot für Verbrecher sei dieses Areal aber nicht bekannt, so Pfister weiter.

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