Zurzeit gibt es zwei kommunale Reglemente für die Musikschule in der Stadt Brugg. Eines regelt den Unterricht, das andere das Anstellungsverhältnis. Die beiden Reglemente wurden 1997 vom Einwohnerrat beschlossen und 1998 in Kraft gesetzt. Nun liegt dem Einwohnerrat eine neue Botschaft vor.

Diese sieht vor, die Musikschule in die Schule Brugg zu integrieren, die Reglemente anzupassen. Grund dafür: In den letzten 20 Jahren habe sich im Bildungsbereich und bei den Anstellungen von Lehrern vieles verändert.

Gemäss Stadtrat hätte die neue Struktur grosse Vorteile. So würden gleiche Anstellungsbedingungen bei allen Musiklehrpersonen die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden erleichtern. Andere Musikschulen haben für die Lehrer bereits Anstellungsverhältnisse, wie sie der Kanton vorsieht.

Die Revision hat Folgen für die Organisation der Musikschule. So würde die Musikschulkommission aufgelöst werden. Deren Aufgaben übernimmt künftig die Musikschulleitung.

Die Anstellungsbedingungen der Musikschulleitung und des Sekretariats blieben bei Annahme des neuen Reglements unverändert. Änderungen würde es aber bei den Anstellungsbedingungen der Musikschullehrpersonen geben. Bis anhin werden an der Musikschule Lehrpersonen je nach Lehrberechtigung bzw. Ausbildung 12% bis 20% tiefer eingestuft als diejenigen Lehrpersonen mit einem heute üblichen Masterabschluss.

Diese Regelung galt bis 2005 auch beim Kanton. Neu erfolgt für Lehrpersonen, die nicht über eine für die Funktion massgebende Qualifikation verfügen, eine befristete Übergangszeit von fünf Jahren ein Lohnabzug von 5%. An der Musikschule Brugg sind zurzeit noch drei langjährige Instrumentallehrpersonen angestellt, welche 12% bis 20% tiefer besoldet sind als ihre Kolleginnen und Kollegen.

Eine Anpassung der Lohneinstufung hätte folglich im Rechnungsjahr 2015 Mehrkosten von 36 000 Franken ausgelöst, im Rechnungsjahr 2016 31 000 Franken. «Die Kosten der Lohneinstufung sind von der Zusammensetzung des Kollegiums der Musikschule abhängig», schreibt der Stadtrat. Es müsse mit dem Status quo gerechnet werden, solange noch Lehrpersonen ohne Masterabschluss zum Kollegium gehören. «Bei Neueinstellungen wären die Kosten ohnehin gestiegen.»

Altersentlastung ab 50 Jahren

Eingeführt werden soll die Altersentlastung. Beim Kanton beträgt das Vollpensum einer Instrumentallehrperson 28 Wochenlektionen, im Alter von 50 Jahren erfolgt eine Reduktion auf 27 Wochenlektionen, ab 60 Jahren auf 26 Wochenlektionen. Neu sollen auch Dienstaltersgeschenke ausgerichtet werden.

Geregelt werden muss, wie die Mehrkosten durch die Einführung von neuen Anstellungsbedingungen zwischen Eltern und den Gemeinden, bzw. den Steuerzahlern, aufzuteilen sind. Künftig sollen demnach Rabatte und Erlasse als Aufwendungen verbuch werden, denn diese gehen direkt zulasten der Steuerzahler. Im Gegenzug werden die Elternbeiträge im Ertrag ausgewiesen.

Die Überprüfung hat gezeigt: Die Tarife für die Gemeinden und die Eltern von auswärtigen Schülern decken die Kosten für den Unterricht nicht. Hier will die Stadt den Tarif erhöhen, um die Kosten zu decken. Die Eltern aus Brugg sollen künftig mindestens 45% der Kosten tragen.

Die höheren Kosten für die neuen Anstellungsbedingungen lösen generell höhere Tarife aus. Die Elterntarife müssen entsprechend erhöht werden. Die Erhöhung betrage durchschnittlich etwas mehr als 3%, schreibt der Stadtrat.

Zum Vergleich: Pro Semester kostet der Instrumentalunterricht für Erst- bis Fünftklässler für eine halbe Lektion Einzelunterricht pro Woche neu 590 Franken (bis anhin: 565 Franken). Der Stadtrat rechnet insgesamt mit jährlich wiederkehrenden Mehrkosten von rund 43 000 Franken. Der Einwohnerrat entscheidet am 4. Mai über die Vorlage.