Linn
Neue Klänge für die alte «Dame» von Linn

Bei der Linner Linde kam es spontan zu einem Konzert mit Ureinwohnermusik. Zwei Durchreisende entlockten Didgeridoo, Hapi-Drum und anderen Instrumenten allerlei exotische Klänge.

Arthur Dietiker
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Seraina entlockt dem Hapi-Drum meditative Klänge, die sich mit den Tönen, die Lorenzo mit dem Didgeridoo erzeugt, gefühlsmässig – so könnte man es beschreiben – tiefgründig «umarmen».Arthur Dietiker

Seraina entlockt dem Hapi-Drum meditative Klänge, die sich mit den Tönen, die Lorenzo mit dem Didgeridoo erzeugt, gefühlsmässig – so könnte man es beschreiben – tiefgründig «umarmen».Arthur Dietiker

Lorenzo und Seraina waren mit dem Auto unterwegs von Basel Richtung Ostschweiz, zu einem Besuch in St.Gallen. Es pressierte nicht. Also wählten sie den Weg vom Fricktal über den Bözberg. Da, kurz vor der Passhöhe, hatten sie spontan die Idee, einen kurzen Abstecher» zur Linner Linde zu machen. Trotz schönem Wetter war ausnahmsweise niemand dort. Die beiden ganz allein.

Da beschlossen sie, ihre Instrumente, die sie immer bei sich haben, auszupacken, sich bei der Linde auf den Boden zu setzen, und sich für eine Weile ganz ihrer Musik, ihren Melodien hinzugeben. Wie denn? Mit welchen Instrumenten? Seraina und Lorenzo erzeugen und kombinieren mit Instrumenten und Gegenständen Melodien aus anderen, uns unbekannten Welten. Da gab und gibt es keine Notenblätter als Melodievorgabe. Da entstehen die Tonfolgen und -kombinationen spontan, nonstop aus der momentanen Idee und dem Stimmungsgefühl heraus produziert.

Unbekannte Instrumente gespielt

Was hörten der Berichterstatter und die alte «Dame» von Linn dieser Tage überraschend für Musik? Lorenzo erzeugte mit dem Didgeridoo, einem Blasrohr, dem einst traditionellen Musikinstrument der Aborigines, der australischen Ureinwohner, eine erstaunliche klangliche und rhythmische Vielfalt. Die Musik wird einzig und allein mit Mundbewegungen, Atemtechnik und Stimmeneffekten erzeugt. Ihm gegenüber sass Seraina am Boden und «tänzelte» mit den Fingern auf einem Hapi-Drum herum, dem Instrument damit weiche, feinglockige, meditativ wirkende Tonfolgen entlockend.

Das Hapi-Drum wurde in den USA entwickelt und wird in Indien hergestellt. Es ist eine Art Schlitztrommel aus Metall. In den runden Hohlkörper aus Spezialstahl sind acht feingestimmte Metallzungen geschnitten. Auf der Unterseite befinden sich drei Gummifüsse und eine Resonanzöffnung. Es wird mit den Fingern bespielt. Bei ihrem spontanen, exklusiven Konzert, dem wir bei der Linner Linde beiwohnen konnten, spielten Lorenzo und Seraina nebst den beiden erwähnten Instrumenten auch mit einem marokkanischen Drum und einem Mund-Drum aus Vietnam.

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