Windisch
Neue Herausforderung für die drei «La Casa»-Betreiberinnen

Nach gut zwei Jahren löst sich die Ladengemeinschaft im «La Casa» Ende März auf – auf alle drei Frauen wartet eine neue Herausforderung.

Janine Müller
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Im La Casa kommt es zu Veränderungen und einem Neubeginn: Lotta Widmer (Mitte) gibt ihre Vanille&Zimt-Ecke auf, Sibylle Bernasconi (rechts) zügelt mit ihrem Atelier an die Dohlenzelgstrasse 5 und Goldschmiedin Caroline Boutellier bleibt im La Casa und richtet ihre Werkstatt ein. Janine Müller

Im La Casa kommt es zu Veränderungen und einem Neubeginn: Lotta Widmer (Mitte) gibt ihre Vanille&Zimt-Ecke auf, Sibylle Bernasconi (rechts) zügelt mit ihrem Atelier an die Dohlenzelgstrasse 5 und Goldschmiedin Caroline Boutellier bleibt im La Casa und richtet ihre Werkstatt ein. Janine Müller

Janine Müller (jam)

Veränderungen kommen manchmal ungeplant, unverhofft und vor allem plötzlich sehr schnell. Genauso geschehen ist es im «La Casa» in Windisch. Die Ladengemeinschaft mit der Goldschmiedin Caroline Boutellier (44), der Schneiderin Sibylle Bernasconi (47) und Lotta Widmer (41), die mit einer Café-Ecke und mit Wohnaccessoires vertreten ist, löst sich per Ende März auf.

Bereits im Sommer machte sich Lotta Widmer, eine gebürtige Schwedin, Gedanken über ihre Zukunft. Den Laden Vanille & Zimt in der Bahnhofunterführung des Neumarkts 2 in Brugg gab sie im Frühling 2015 auf. Das Angebot von Caroline Boutellier und Sibylle Bernasconi, eine Vanille & Zimt-Ecke im «La Casa» an der Bergstrasse 2 in Windisch einzurichten, nahm Lotta Widmer dankbar an. Doch trotzdem drehten sich ihre Gedanken um die Zukunft. «Ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung», sagt sie.

Vor den letzten Sommerferien wurden die Pläne konkreter. «Christina Gloor, eine Reisespezialistin in Brugg, setzte mir den Floh ins Ohr, ich solle doch in die Reisebranche wechseln. Sie hat mich immer wieder dazu ermuntert», führt Lotta Widmer aus. Und tatsächlich: Beim Reiseveranstalter Kontiki kann die Mutter zweier Buben als Quereinsteigerin anfangen. «Ich werde da den Norden, Skandinavien oder meine Heimat Schweden den Schweizern näher bringen», sagt sie.

Die Zukunft ist also geregelt, das Bauchgefühl stimmt. Und von Vanille & Zimt habe sie sich bereits vor zwei Jahren verabschiedet. Nur etwas liegt ihr am Herzen: «Ich werde die dänische Wohnaccessoire-Marke GreenGate, die ich exklusiv in der Region verkauft habe, weitergeben», sagt sie. Künftig sind die hübschen Alltagsgegenstände im Blumen-Geschäft Casa Flora von Céline Wiedemeier in Lauffohr zu finden.

Ein Traum geht in Erfüllung

Während sich Lotta Widmer neu orientiert, erfüllt sich für die Schneiderin Sibylle Bernasconi ein lang ersehnter Wunsch. Sie hat die Liegenschaft an der Dohlenzelgstrasse 5 in Windisch gekauft. Ein Haus, von dem sie schon lange geträumt hat. «Als wir den Zuschlag für den Kauf erhielten, dachte ich: ‹Huch, was mache ich jetzt mit so viel Platz?›», erzählt Sibylle Bernasconi und lacht herzlich. Lange musste sie allerdings nicht überlegen. Schnell war klar, dass sie ihr Schneiderei-Atelier dort einrichten will. Zudem möchte sie Geschenkartikel verkaufen und im grossen Garten ein schönes Gartencafé betreiben. Es müsse zwar bis dahin noch einiges an Arbeit verrichtet werden, sagt Bernasconi. Im Moment ist sie noch am Umbauen. Zur Eröffnung am 1. April, so verspricht sie, werde es für die Kunden den «Föifer und s’Weggli» geben.

Mit dem Auszug von Sibylle Bernasconi bietet sich auch für die Goldschmiedin Caroline Boutellier eine Chance. Ihre Werkstatt richtet sie im Ladenlokal ein, zusätzlich soll die kleine Café-Ecke bestehen bleiben. «Die Besucher dürfen sich gerne selber bedienen, da ich nicht gleichzeitig Goldschmiedekunden beraten und Kaffee servieren kann», sagt Caroline Boutellier. Wie bisher ist es möglich, Caroline Boutellier im Ladenlokal bei der Arbeit zuzuschauen. Das Atelier, das bisher von Bernasconi gebraucht wurde, übernimmt eine Kosmetikerin.

Nach gut zwei Jahren gemeinsamem Weg kommt bei den drei Frauen auch Wehmut auf. «Es war eine wunderbare Zeit», schwärmt Lotta Widmer. «Wir haben uns immer unterstützt und einander geholfen.» Das sei enorm wichtig, damit kleine Geschäfte noch überleben können, ergänzt Sibylle Bernasconi. Sie ist dankbar für die Treue der Kunden. Bernasconi und Boutellier sind überzeugt: «Mit unserem Angebot können wir das Zentrum von Windisch beleben.» Mit einem Augenzwinkern ergänzt Bernasconi: «Den grossen Vorteil, den wir haben, sind die verfügbaren Parkplätze.»

Bis Ende März läuft der Betrieb im La Casa wie gewohnt. Am Mittwoch sind die Ferien für die Frauen zu Ende gegangen, ab heute ist das Lokal wie gewohnt geöffnet.