Unterbözberg

Neue Gemeinde Bözberg: Kontaktpflege am Herbsttreff

Annerös Tanner, Gemeindeammann Gallenkirch, stellt ihren Ortsteil vor.

Annerös Tanner, Gemeindeammann Gallenkirch, stellt ihren Ortsteil vor.

Ehemalige Gemeindeammänner haben die Fusionsgemeinde Bözberg kennen gelernt. Bei der bevorstehenden Fusion am 1.Januar 2013 kommen zu den beiden früheren Gemeinden noch die Ortsteile Linn und Gallenkirch dazu.

«Wenn wir in 116 Tagen fusionieren, geht für die beiden Gemeinden Unter- und Oberbözberg eine 140-jährige Ära zu Ende», sagte Peter Plüss, Gemeindeammann Unterbözberg am traditionellen Herbsttreffen der ehemaligen Gemeindeammänner aus dem Bezirk Brugg auf dem Bözberg. 1873 wurde die Gemeinde Bözberg nach 50 Jahren Streitereien vom Grossen Rat in Unter- und Oberbözberg aufgeteilt. Bei der bevorstehenden Fusion am 1.Januar 2013 kommen zu den beiden früheren Gemeinden noch die Ortsteile Linn und Gallenkirch dazu.

Die neue Gemeinde Bözberg wird 1539 Hektaren gross sein und 1510 Einwohner haben. Mit einer Hektare Fläche pro Einwohner ist die Gemeinde sehr dünn besiedelt. 64 von 93 ehemaligen Gemeindeammänner liessen sich am Freitagnachmittag die weitläufige Gemeinde zeigen. Unter der Linner Linde stellte Gemeindeammann Annerös Tanner den Ortsteil Gallenkirch vor. Sie brachte eine Sonnenblume mit, die für die bevorzugte Lage – auf der Sonnenseite des Bözbergs – stehe. Im vermeintlichen Bauerndorf liefert aber nur noch ein Landwirt Milch ab. Das kleine Dorf ohne Sozialhilfebezüger verfügt kaum über Mietwohnungen. Deshalb ziehen viele Junge weg. Die Nachfrage nach Bauland sei sehr hoch. Das bestätigte auch Carmen Stahel, Gemeindeammann von Linn. Im Gegensatz zu Gallenkirch verfügt Linn aber über kein Bauland mehr.

Der «Klub der Weisen», wie die lose Vereinigung auch genannt wird, erkundete anschliessend die vielen Weiler auf dem Bözberg. Grund für die Streubauweise war der Zugang zum Wasser. Hannes Keller, Initiant des Museums Bözberg, führte in die Geschichte von Kirchbözberg ein. Beim Museumsbesuch fühlten sich viele Gemeindeammänner in ihre Kindheit zurückversetzt und erzählten sich so manche Anekdoten.

Wenn die Umsetzung der Fusion zu vereinzelten Unstimmigkeiten in der Bevölkerung führt, ist das eine natürliche Nebenerscheinung. «Das gehört dazu. Bereits die nächste Generation wird sich daran wahrscheinlich nicht mehr stören», sagte Roman Haller, während 16 Jahren Gemeindeammann von Schinznach-Dorf. Mit 88 Jahren war Emil Dätwyler von Unterbözberg der älteste Teilnehmer am Herbsttreff: «Der Zusammenschluss ist einmalig. Jetzt können wir bald zusammen 1.August feiern.»

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