Windisch

Neue Boulder- und Kletterhalle «Blockchäfer»: Sie soll zu einem Treffpunkt für alle werden

Boulder- und Kletterhalle "Blockchäfer"

In der neuen Boulder- und Kletterhalle «Blockchäfer» werden die Griffe montiert; die Kletterrouten entstehen.

Über 3500 Griffe wurden in die Kletterwände geschraubt. Im ehemaligen Rekrutierungszentrum in Windisch entsteht eine moderne Boulder- und Kletterhalle für alle. Ein Augenschein vor Ort.

In der Turnhalle des ehemaligen Rekrutierungszentrums in Windisch wird hart gearbeitet. Unzählige Kartonschachteln stehen herum, aus verschiedenen Ecken ertönt das Surren von Bohrmaschinen. Hier entsteht die neue Boulder- und Kletterhalle «Blockchäfer» des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) Brugg. Am 1. September soll sie eröffnet werden. Der Boden ist bereits ausgelegt mit dicken Matten, auf die sich die Boulderer fallen lassen können, auch die Wände und Blöcke sind schon aufgebaut. Verteilt herum liegen Klettergriffe in Pink, Orange oder Hellgrün. Über 3500 Griffe und Volumen müssen montiert werden. Das erledigt eine Gruppe junger SAC-Brugg-Mitglieder in Fronarbeit.

Gut 450'000 Franken kostet das Einrichten der Halle. Dafür werden die bisherigen Standorte im Dägerli in Windisch und in der Brugger Altstadt geschlossen. Am Projekt beteiligt hat sich auch die Stiftung Faro, die im gleichen Gebäude mit ihrem Wohnzentrum Spitzmatt untergebracht ist. Gelder gesprochen haben zudem Swisslos sowie etliche Sponsoren. Eine Arbeitsgruppe ist seit zwei Jahren daran, das Projekt aufzugleisen und zu begleiten. Einer von ihnen ist der 33-jährige Michael Frei aus Turgi. Stolz führt er durch die neue, moderne Anlage.

Das Sicherheitskonzept wurde lange diskutiert

Besucherinnen und Besucher werden über den Haupteingang des Wohnzentrums Faro in die Halle geführt – mittels elektronischen Scansystems. Die Einzeltickets oder Abos können über die Website www.blockchaefer.ch gelöst werden. Anschliessend gelangt man via Treppe in den unteren Teil des Gebäudes. Hier befinden sich die geschlechtergetrennten Garderoben, Duschen und Toiletten. Via Drehkreuz, wo das Ticket erneut gescannt werden muss, gelangen die Sportler in die Halle. «Wichtig ist: der Betrieb ist nicht betreut», sagt Frei. «Heisst: Bevor jemand ein Ticket oder ein Abo lösen kann, muss er angeben, ob er sichern kann oder nicht.» Kann jemand diese Kenntnisse nicht vorweisen, darf er lediglich die Boulderblöcke nutzen. Kinder bis 14 Jahre sind nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten zugelassen, 14- bis 18-Jährige dürfen zwar alleine in die Halle, müssen aber beim ersten Betreten die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten mitbringen. «Das Sicherheitskonzept wurde bei uns intern lange und intensiv diskutiert», sagt Frei. «Wir haben uns auch die Konzepte anderer Anbieter angeschaut und wollen noch besser sein.» So wird derzeit überlegt, ob in der Halle Überwachungskameras angebracht werden, damit man mögliche Unfälle besser nachvollziehen kann und dann allenfalls Anpassungen bezüglich Sicherheit machen kann.

In der Anfangsphase sollen «Blockchäfer»-Ranger im Einsatz stehen. SAC-Mitglieder werden bis Januar jeweils in der Halle vor Ort sein. «Sie werden nicht Polizist spielen, werden aber den Betrieb überwachen, können bei Fragen angesprochen werden und geben der Betriebskommission Rückmeldung, wie es läuft und wo es möglicherweise Anpassungen braucht», sagt Frei.

Hallenbereiche mit ortsbekannten Namen

Für die neue Halle haben sich die SAC-Mitglieder so einiges einfallen lassen. Einerseits gibt es einen separaten, kleinen Bereich für Kinder. Andererseits haben die verschiedenen Bereiche der Halle ortsbekannte Namen erhalten: Gebenstorfer Horn, Rüssbädli, Hexenhöhli, Aareschlucht, Siggenthaler Flue, Spinnerei oder Limmatspitz. Die verschiedenfarbigen Griffe an den Wänden markieren die jeweiligen Schwierigkeitsstufen. Wer lieber am Seil klettert, kann dies an der gut acht Meter hohen Wand tun. 15 Kletterlinien sind vorbereitet.

Geplant ist der Einbau eines MoonBoards. Das ist eine standardisierte interaktive Trainingswand, verbunden mit einer App. Ein Kletterer kann so seine Route in der App eingeben, anschliessend können Menschen auf der ganzen Welt dieselbe Route nachklettern und sind so mit den gleichen Problemen konfrontiert. «Unter Jugendlichen ist das sehr beliebt», sagt Frei. «Es ist eine Art Wettkampf. Zudem dient es einem dazu einzuschätzen, wie gut man ist.» In den Wänden eingebaut wurden auch von innen beleuchtete Plexiglas-Volumen, um mehr Licht in die Halle zu bringen. Speziell ist weiter die Galerie, die über einen Trainingsbereich für die Fingerkraft verfügt.

«Wir hoffen, dass wir mit diesem Angebot einen neuen Treffpunkt initiieren können», sagt Frei. «Einen Treffpunkt für die Mitglieder des SAC, aber auch für auswärtige Kletterer und das ganze Quartier.» Von der Halle profitieren übrigens auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnzentrums Spitzmatt, indem sie das Angebot in kleinen Gruppen regelmässig nutzen können. Um das zu koordinieren, wird eine Person mit PluSport-Ausbildung in der Betriebskommission Einsitz nehmen. «Uns war es wichtig», so Frei, «diese beiden Welten zu verbinden.»

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