Stilli

Neue Beschichtung: Aarebrücke wird für 2 Millionen saniert

Die Aarebrücke bei Stilli hat Baujahr 1969, die Beschichtung der Stahlkonstruktion hat die Lebensdauer erreicht. Für die Sanierung muss ein Hängegerüst montiert werden. mhu

Die Aarebrücke bei Stilli hat Baujahr 1969, die Beschichtung der Stahlkonstruktion hat die Lebensdauer erreicht. Für die Sanierung muss ein Hängegerüst montiert werden. mhu

Die Lebensdauer der Beschichtung der Stahlträger ist erreicht: Zwischen Ende April und Ende Oktober wird sie ersetzt. Der Verkehr wird von den Arbeiten nicht tangiert.

Rund 165 Mio. Franken investiert der Aargau dieses Jahr in die Strasseninfrastruktur. Für den Werterhalt werden 44 Mio. Franken eingesetzt. Saniert wird unter anderem die Aarebrücke bei Stilli.

Konkret: Ersetzt wird, weil die Lebensdauer erreicht ist, die Beschichtung der Stahlkonstruktion. Für das Vorhaben muss in einem ersten Schritt ein Hängegerüst erstellt werden an der Unterseite samt einer Einhausung zur Abschirmung. In der Folge kann die alte Beschichtung entfernt werden und ein neuer Beschichtungsaufbau erfolgen.

Simone Britschgi, stellvertretende Leiterin Kommunikation beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, antwortet auf die Frage nach den Herausforderungen, dass die alte Beschichtung PCB-haltig ist. Während der Sanierung darf nichts von diesem schlecht abbaubaren Schadstoff in die Umwelt gelangen.

Kosten von rund 2 Mio. Franken

Der Baubeginn ist vorgesehen ab Ende April. Bis Ende Oktober dieses Jahres soll das Hängegerüst dann bereits wieder entfernt sein. Während der Gerüstmontage sowie des Abbaus kommt ein Verkehrsdienst zum Einsatz. Die eigentlichen Beschichtungsarbeiten tangieren den Verkehr allerdings nicht. Gerechnet wird für die Tätigkeiten mit Gesamtkosten von rund 2 Mio. Franken.

Die Brücke bei Stilli hat Baujahr 1969. In der digitalen ETH-Bibliothek ist eine Ausgabe zu finden der Schweizerischen Bauzeitung von 1970. In dieser erschien ein Artikel von Ingenieur Werner Roshardt aus Windisch zum Neubau der Aarebrücke. Der Autor spricht von einem unkonventionellen Bauvorgang, einem gedrängten Bauprogramm auf engstem Platz. An alle Beteiligten seien ungewöhnliche Anforderungen gestellt worden.

«Spektakulärer Bauvorgang»

Der Autor erwähnt ebenfalls die Vorgeschichte: Die erste, 1903 eröffnete eiserne Brücke bei Stilli genügte dem grossen Verkehrsaufkommen immer weniger und musste dringend saniert werden. Weil weder ein Verkehrsunterbruch noch eine Verlegung des Aareübergangs infrage kamen, standen in der Submission verschiedene Varianten zur Diskussion. Zur Ausführung gelangte laut Roshardt ein Vorschlag, «der sowohl preislich wie auch terminlich im Vorteil war».

Roshardt schildert in der Folge den «etwas spektakulären Bauvorgang». Die neue Stahlverbundbrücke wurde über der bestehenden Brücke – über dem rollenden Verkehr – erstellt. Nachdem die Fahrbahn betoniert war, wurde der Verkehr über die Rampen auf die hochgelagerte neue Brücke geführt. «In der unteren Etage konnte indessen der Abbruch der alten Brücke ohne Behinderung des Verkehrs vollzogen werden», führt der Autor aus. Mit hydraulischen Pressen wurde schliesslich in drei Nachteinsätzen und einem Tageseinsatz die 3300 Tonnen schwere neue Brücke etappenweise um total 5 Meter abgesenkt.

Meistgesehen

Artboard 1