Was in der Luft vor sich geht, ist wichtig für einen Flugplatz. Aber auch, was auf dem Boden passiert. Im Birrfeld ist kräftig investiert worden in die neue Werkstatt, die sogenannte Maintenance.

Am Freitag ist der grosszügige, helle Bau offiziell eröffnet und eingeweiht worden. Nach der Medieninformation im Aufenthaltsraum und einem kurzweiligen Rundgang fanden sich am späteren Nachmittag nach und nach die mehreren Dutzend geladenen Gäste ein, neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch Kunden und Behördenvertreter.

Die Verantwortlichen waren bester Laune. Werner Neuhaus, Präsident des Aero-Clubs (AeCS) Aargau, sowie Hans Berger, Verwaltungsratspräsident der Fliegerschule Birrfeld (FSB), sprachen denn auch stolz von einem gelungenen Werk, von einem Freudentag. Mit der Halle seien die Bedingungen geschaffen worden, um einen modernen und erfolgreichen Unterhaltsbetrieb gewährleisten sowie Arbeit von hochstehender Qualität garantieren zu können.

Neuer Hangar im Birrfeld eingeweiht

Neuer Hangar im Birrfeld eingeweiht

Neben der neuen Wartungshalle wurde ebenfalls der neue Hangar auf dem Flugplatz Birrfeld eingeweiht. Auch in den kommenden 30 Jahren dürfen Flugzeuge auf dem Regionalflugplatz starten und landen.

Einst bestand eine Holzwerkstatt

Diese Infrastruktur sei nicht zu vergleichen mit derjenigen in früheren Jahren, blickte Neuhaus zurück auf die Anfänge des Flugplatzes 1937. Nicht in den kühnsten Träumen, fügte er an, habe seinerzeit mit einer solchen Entwicklung gerechnet werden können. Mit Weitsicht und Mut sei die Infrastruktur stetig ausgebaut und den aktuellen Bedürfnissen angepasst worden. Heute stehe die Anlage, was die Anzahl der Starts und Landungen betreffe, an vierter Stelle in der Schweiz, gelte als eine der schönsten im ganzen Land. «Mit dem Neubau sind wir auch für die nächste Zukunft gewappnet.»

Gegründet wurde der Technische Betrieb der Fliegerschule Birrfeld 1940, in den Anfangsjahren wurden die Unterhaltsarbeiten in einer Holzwerkstatt ausgeführt. Diese dient den Segelfliegern übrigens noch heute als Lokalität für Winterarbeiten, wird oftmals auch für Veranstaltungen genutzt.

Der Platz wurde knapp

1969 konnte eine neue Werkstatt mit vorfabrizierten Betonstützen und Dachträgern erstellt werden, die dem Unterhaltsbetrieb der Fliegerschule Birrfeld in der Folge während knapp fünf Jahrzehnten diente. Allerdings wurde der Platz je länger je knapper, es fehlte an gut zugänglichen Lagerflächen genauso wie an zeitgemässen Garderoben oder genügend Büroräumlichkeiten.

2014 genehmigte die Generalversammlung den Projektierungskredit «Neubau Werkstatt mit Hangars», 2017 den Baukredit von 2,6 Mio. Franken. Das leicht modifizierte Projekt wurde schliesslich ein Jahr später gutgeheissen. Im Frühling 2018 fand der Spatenstich statt, die Arbeiten verliefen laut den Verantwortlichen reibungslos und ohne Störungen des Flugverkehrs. Den termingerecht fertiggestellten Neubau hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) Anfang dieses Jahres einer luftfahrtspezifischen Abnahmeinspektion unterzogen.

Ziel ist weiter zu wachsen

Zu den Standbeinen der Maintenance gehören Service und Unterhalt sowie Umbau und Veredelung. Anders ausgedrückt: Zu den Hauptaufgaben des gut aufgestellten Teams mit den sechs Mitarbeitern zählen etwa die Wartung, Reparatur oder Modifikation der 24 Flieger der Fliegerschule Birrfeld sowie der privaten Flugzeuge. Sechs bis sieben finden gleichzeitig Platz in der neuen Halle.

Der Umsatz in der Maintenance beläuft sich auf rund 1,8 Mio. Franken pro Jahr, zeigte Rolf Gmeiner auf, der Betriebsleiter der Fliegerschule Birrfeld. Das entspreche rund einem Drittel des Gesamtumsatzes. Ziel sei es, weiter wachsen, das Produktportfolio erweitern und die Kundenbasis ausbauen zu können.