Der Entscheid der Stiftung Historisches Erbe der SBB – kurz SBB Historic – vor knapp einem Jahr, ihre Archive und ihre Bibliothek sowie die Geschäftsstelle von Bern nach Windisch zu verlegen schlug bei Gregor Tomasi, Präsident Stiftung Bahnpark Region Brugg, damals wie eine Bombe ein. In der Zwischenzeit wurde das ehemalige Zentralmagazin an der Lagerstrasse in Windisch von den 24 Mitarbeitenden der SBB Historic in Beschlag genommen. Möglich wurde dieser Umzug, weil das SBB-Materiallager vor gut drei Jahren von Brugg-Windisch nach Olten verlagert wurde.

Derzeit sind die Angestellten noch mit dem Einordnen des Archivs und der Sammlungen auf 8000 Quadratmetern Fläche beschäftigt. Ab morgen Dienstag stehen die Lesesaal-Dienstleistungen der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung. Jeweils am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ist der Saal durchgehend von 9 bis
17 Uhr geöffnet. Auf Anfrage sind weitere Termine möglich.

Im Zeitraum dieser Neuorganisation wurde auch die Zusammenarbeit zwischen der Historischen Eisenbahn Gesellschaft (HEG) und SBB Historic neu geregelt, wie es in einer Medienmitteilung von SBB Historic heisst.

27 Schienenfahrzeuge geschenkt

Die HEG übertrug SBB Historic vor wenigen Wochen am gemeinsamen Standort in Delsberg insgesamt 27 Schienenfahrzeuge als Schenkung. Neu tritt die HEG als eigenständiger Verein im Verbund von SBB Historic auf. Damit verschiebt sich ihre ursprüngliche Zielsetzung des Fahrzeugerhalts hin zu Revision und Betrieb historischer Fahrzeuge.

Von den 27 Fahrzeugen sind fünf durch die HEG bereits revidiert worden und betriebsbereit. Das Rollmaterial aus der HEG-Sammlung umfasst eine grosse Anzahl Wagen der Vorgängerbahnen und der frühen SBB (von 1858 bis 1925), darunter der SBB «Pullmann»-Salonwagen As4ü Nr. 52. Auch interessante Infrastrukturfahrzeuge wie der O. S. Kran 3 aus dem Jahr 1858 sind in der Schenkung enthalten. Dieser ist der älteste Schienenkran der Schweiz.

Die Übernahme des Rollmaterials bedeute für SBB Historic eine grosse Bereicherung. Sie schliesse die Lücke zwischen 1860 und 1910 im Fahrzeugpark oder stelle eine sinnvolle Ergänzung der Sammlung dar. Ein gewichtiger Grund für die Übereinkunft sei zudem das grosse Know-how der HEG in Revisions- und Unterhaltsarbeiten.