Jetzt soll das neue Betriebsreglement für das Birrfeld zum Fliegen gebracht werden: Das Werk ist angepasst worden und liegt bis 13. Juni in Lupfig öffentlich auf.

Es ist ein – zeitlich und auch finanziell – aufwendiges Verfahren mit diversen Abklärungen. Verschiedene Stellen haben ein Wörtchen mitzureden. Das heutige Betriebsreglement stammt aus den Neunzigerjahren. Dokumentiert werden in diesem die Organisation des Flugplatzes, die besonderen Vorschriften für die Benützung sowie die An- und Abflugverfahren.

Flugfreie Feiertage bleiben

Neu aufgenommen werden nun die Bestimmungen für die Rettungsbasis der Alpine Air Ambulance, die seit Frühling 2013 für die Rettungsflüge mit dem Helikopter in Betrieb ist. Anders ausgedrückt: Mit dem überarbeiteten Betriebsreglement sind auch die Einsätze der Rettungshelikopter abgedeckt, sagt Aurelio Vassalli vom Vorstand des Aero-Clubs Aargau. «Für den Kanton Aargau steht damit eine hervorragende medizinische Erstversorgung bereit.»

Weiter wird, auf Wunsch der Gemeindebehörden, die Mittagspause einheitlich für alle Wochentage von 12 bis 13 Uhr vorverlegt. Sie bleibt aber unverändert bei einer Stunde. Während der Mittagszeit dürfen also keine Platzrundenflüge stattfinden. Daneben festgelegt werden die zulässigen Lärmimmissionen gemäss Lärmschutzverordnung und ebenfalls erfolgen formale Anpassungen an die Vorgaben des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl).

Eine Ausdehnung der Betriebszeiten oder des Flugverkehrs findet nicht statt, stellt Vassalli fest. «Das neu gestaltete Betriebsreglement bedeutet weder Einschränkungen noch Ausweitungen gegenüber dem heutigen Zustand.» Fallen gelassen wurde die ursprüngliche Idee, drei flugfreie Feiertage aufzuheben: Karfreitag, Eidgenössischer Bettag sowie Weihnachten.

Ist das Betriebsreglement genehmigt, kann auch die Konzession für den Flugplatz für die nächsten 30 Jahre verlängert werden. Mit dieser anerkennt der Bund das Birrfeld als wichtigsten Ausbildungsplatz der Schweiz in der Leichtaviatik.

Es kam zu Verzögerungen

Eigentlich hätte der Prozess bereits Ende 2016 abgeschlossen sein sollen. Das Betriebsreglement war zwar bereits überarbeitet und vom Bazl als genehmigbar eingestuft worden. Auch war es den Behördenvertretern der Flugplatzgemeinden vorgestellt worden (die az berichtete). Die öffentliche Auflage allerdings konnte aus Zeitgründen nicht stattfinden. Die geltende Konzession des Flugplatzes wurde deshalb vorerst nur provisorisch verlängert.

Zu Verzögerungen kam es unter anderem, weil zusammen mit einem Ingenieurbüro neue Lärmberechnungen durchgeführt werden mussten. Ausgegangen wird als Grundlage von 80 000 Flugbewegungen pro Jahr.

Die Bedingungen für das Birrfeld werden vorgegeben durch den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL). Das SIL-Objektblatt legt den Rahmen für die bauliche und betriebliche Entwicklung des Flugplatzes fest. Der Entwurf zur Anpassung des SIL-Objektblatts wird bis 14. Juni ebenfalls zur öffentlichen Information und Mitwirkung aufgelegt.