Kommentar

Nein zu Tempo 30 in Brugg: Veränderungen wecken Ängste

Michael Hunziker
Tempo 30 in Brugg: Die Hartnäckigkeit des Gegenkomitees hat sich ausbezahlt.

Tempo 30 in Brugg: Die Hartnäckigkeit des Gegenkomitees hat sich ausbezahlt.

Das Brugger Stimmvolk hat den Kredit für die Umsetzung von Tempo-30-Zonen auf den Gemeindestrassen abgelehnt. Der Kommentar.

Das Thema Tempo 30 hat beschäftigt in Brugg, der Abstimmungskampf ist teilweise verbissen geführt worden: Etwas mehr Gelassenheit hätte vor allem den Tempo-30-Kritikern rund um das Komitee «Tempo 30: pauschal (fast) überall? Nein – für bessere Lösungen!» gutgetan. Mehrmals wurde den Andersdenkenden schon bei der leisesten Kritik vorgeworfen, sie hörten nicht zu, hätten nicht begriffen, um was es gehe.

Aber die Hartnäckigkeit des Gegenkomitees, das muss anerkannt werden, hat sich ausbezahlt. Die Mitglieder haben nicht nur 1153 gültige Unterschriften zusammengebracht, sondern mit ihrem Einsatz auch eine vertiefte Diskussion und einen breit abgestützten Entscheid an der Urne ermöglicht.

Veränderungen wecken Ängste. Das Pro-Komitee sowie der Stadtrat haben es nicht geschafft, die Bedenken aus dem Weg zu räumen, die Chancen von Tempo-30-Zonen aufzuzeigen. Vielleicht hätte gerade die Behörde etwas präsenter und lauter sein, eine Spur vehementer auftreten müssen. Nach den 2,563 Mio. Franken für das Regenbecken Altenburg ist es innerhalb eines Jahres der zweite Kredit, der an der Urne bachab geschickt wurde.

Die Frage ist nun, ob die Suche nach den vom Gegenkomitee geforderten besseren Lösungen angepackt wird und dann auch erfolgreich ist – oder ob für lange Zeit die vielerorts unbefriedigenden Verhältnisse bestehen bleiben.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

Meistgesehen

Artboard 1