Ob im Sport oder in der Wirtschaft – Cheftrainer und Unternehmer in Führungspositionen haben ähnliche Herausforderungen zu bewältigen: Spitzenleistungen und Teamgeist sind für beide keine Fremdwörter. «Ein Trainer ist mit ganz verschiedenen Erwartungen konfrontiert», sagt Ottmar Hitzfeld zu Studierenden, Professoren und Vertretern renommierter Unternehmen anlässlich des Fachhochschul-Events der Wirtschaftsingenieure (WIng) zum Thema «Leadership». «Das Publikum will momentane Erfolge sehen», berichtet Hitzfeld. Toleranz und Solidarität bei Misserfolgen seien gering, denn «Fussball ist auch ein Show-Business».

«Wir brauchen Generalisten»

Ein Wirtschaftsingenieur bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Technik. «Um globale Herausforderungen wie Klimawandel zu bewältigen, brauchen wir Generalisten mit Fachwissen und vielfältigen Kompetenzen», sagt Studiengangleiter Jörg Lagemann.

Besonderen Wert lege die Hochschule für Technik auf Projektmanagement und auf die Nähe zur Praxis: Luc Wanner, ehemals Student, erarbeitete eine neue Lackieranlage, die später in Realität umgesetzt wurde. «Es motiviert enorm, wenn eine Bachelor-Arbeit zu einem konkreten Resultat führt», sagt Wanner. Was ihn besonders freut: «Ich wurde eingestellt und darf bei dieser Firma weiterarbeiten.»

«Beziehungsebene ist wichtig»

Ob der Trainer der Schweizer Nationalmannschaft den Vertretern aus der Wirtschaft etwas weitergeben könne? «Alles, was mit Menschen zu tun hat, ist ähnlich», sagt Ottmar Hitzfeld. Ob in Familie, im Unternehmen oder im Fussball: Jedes Team müsse gut geführt werden: Sowohl klare Entscheide wie die Kooperation mit den Mitarbeitenden gehörten dazu. «Die Beziehungsebene ist enorm wichtig.» Dazu zählen vertrauensvoller Dialog, Offenheit und gegenseitiger Respekt.