Region Brugg

Nächste Interimslösung bei den Sozialen Diensten: Wahl der Präsidentin ist gescheitert

Die speziell für die Sozialen Dienstleistungen Region Brugg erstellten Räumlichkeiten befinden sich an der Schulthess-Allee 1 in Brugg.

Die speziell für die Sozialen Dienstleistungen Region Brugg erstellten Räumlichkeiten befinden sich an der Schulthess-Allee 1 in Brugg.

Beim Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg folgt eine Interimslösung nach der anderen. Die Wahl der designierten Vorstandspräsidentin kam nicht zu Stande. Wie es nun weitergeht, ist noch offen.

Nach einem halben Jahr mit zwei Vakanzen ist der Vorstand des Gemeindeverbands Soziale Dienstleistungen Region Brugg wieder komplett. Anstelle der Jahresversammlung wählten die Abgeordneten auf dem Zirkularweg Gemeinderat Günter Marz von Thalheim (Vertretung Schenkenbergertal) und Gemeinderätin Daniela Cipolat von Villigen (Vertretung Geissberg) neu in den sechsköpfigen Vorstand.

Eigentlich hätte Vizeammann Iris Schütz von Effingen zur Vorstandspräsidentin gewählt werden sollen. Sie ist seit vergangenem Herbst Interimspräsidentin. Doch diese Wahl kam nicht zustande, weil es eine Gegenstimme und eine Enthaltung gab, wie Christian Bolt (Vizepräsident ad interim) auf Nachfrage der AZ sagt. «Da die Wahl auf dem Zirkularweg erfolgte, war laut der Auskunft der kantonalen Gemeindeabteilung Einstimmigkeit erforderlich», so Bolt. Wie es nun weitergeht, wird der Vorstand an seiner Sitzung kommende Woche festlegen. Gut möglich, dass er zum Schluss kommt, mit der Interimslösung des Präsidiums bis zur Abgeordnetenversammlung in einem Jahr weiterzufahren.

Drei Gemeinden haben wegen Fusion gekündigt

Sollte diese Interimslösung verlängert werden, kann man sich fragen, ob Effingens Vizeammann Iris Schütz im 2021 noch die richtige Kandidatin fürs Verbandspräsidium ist. Denn bekanntlich fusionieren die vier Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) per 1. Januar 2022 zur Einwohnergemeinde Böztal. Damit verbunden ist der Bezirkswechsel von Brugg nach Laufenburg. Im Rahmen der laufenden Fusionsvorbereitungen wurden alle Gemeindeverträge zur Neuverhandlung gekündigt, wie Gemeindeammann Robert Schmid von Bözen bestätigt. «Dabei wird man sich bei einigen Themen von bisher mehreren Organisationen auf eine einigen müssen.» Das gilt auch für die Sozialen Dienstleistungen.

Mit anderen Worten: Objektiv betrachtet erscheint es eher unwahrscheinlich, dass die neue Fricktaler Gemeinde Böztal die Dienstleistungen der Jugend- und Familienberatung, des Kindes- und Erwachsenenschutzdiensts (KESD) sowie der Mütter- und Väterberatung künftig für alle vier Ortsteile beim Brugger Gemeindeverband beziehen wird, wo Iris Schütz derzeit die Region Bözberg im Vorstand vertritt. Die Sozialen Dienstleistungen Region Brugg zählen seit ihrer Gründung im Jahr 2016 – mit Ausnahme von Birr im KESD-Bereich – einzig sämtliche Gemeinden des Bezirks Brugg zu ihren Mitgliedern.

Geschäftsführer-Stelle wird im Juni ausgeschrieben

Unklar ist auch noch, wie der Brugger Gemeindeverband die Nachfolge regelt von Geschäftsführerin Gabriela Oeschger, die ihre Stelle per Ende August gekündigt hat. «Die Stelle wird bis Ende Juni ausgeschrieben», sagt Interimsvizepräsident Christian Bolt. Aktuell werde noch das Stellenprofil der Geschäftsleitung überarbeitet. Da der Vorstand davon ausgeht, Oeschgers Stelle bis Ende Jahr mit einer bestens qualifizierten Persönlichkeit besetzen zu können, läuft es laut Bolt auch in der Geschäftsleitung auf eine Interimslösung hinaus. «Es wird vermutlich eine externe Lösung geben, weil intern keine Kapazitäten dafür vorhanden sind», hält Christian Bolt fest.

Auf dem Zirkularweg haben die Abgeordneten noch Folgendes einstimmig genehmigt: Jahresbericht und -rechnung 2019, Budget 2021 sowie neues Personalreglement, gültig ab 1. Oktober 2020. Im Reglement wurden unter anderem die Spesen, der Mutterschaftsurlaub sowie die Ferien für die älteren Mitarbeitenden neu geregelt.

Ob mit einer oder zwei Interimslösungen: Für Bolt ist zentral, dass die laufenden Projekte optimal weitergeführt werden.

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