Sie sind an fast jedem Grossanlass dabei und fallen kaum auf, aber wenn Not am Mann ist, helfen sie sofort: die Samariter. Im Bezirk Brugg gibt es fünf Vereine, Ende Jahr werden es wahrscheinlich nur noch drei sein.

Im Verein Eigenamt-Lupfig stand die Auflösung schon länger zur Diskussion. Es fehlt an Nachwuchs. Gerade mal vier Leute kommen im Durchschnitt an die Übungen. Vereinspräsidentin Barbara Steuri beobachtet den Nachwuchsmangel schon länger: «Das Vereinsleben ist bei den Leuten so nicht mehr gefragt, da sich das Berufsleben stark verändert hat.» Ihr fehlen auch die Impulse seitens der Samaritervereine, neue Wege im Kurswesen anzugehen. Der Verein wird voraussichtlich Ende September aufgelöst.

Auch der Samariterverein Hausen hat ein Nachwuchsproblem. Für die Einsätze stehen lediglich sieben Leute zur Verfügung. Ausschlaggebend für die Entscheidung, den Verein aufzulösen, waren allerdings die geplanten Rücktritte des Präsidenten und der Aktuarin. Nachfolger für diese Posten finden sich keine. Das liege allerdings nicht an mangelndem Engagement der Mitglieder, betont Präsident Rolf Braunschweiler: «Jeder im Verein hatte schon mal ein Amt inne.» An der Vereinsversammlung im November wird endgültig entschieden, ob der Verein auf den 31. Januar aufgelöst wird.

Fusionen klappten nicht

Die Präsidenten beider Vereine sehen im Nachwuchsmangel auch die Ursache für gescheiterte Fusionsbestrebungen. Bei einer Fusion sollten immer beide Seiten profitieren. Geld und Material sind in der Regel vorhanden, doch den benötigten Nachwuchs kann niemand bieten.

Einige Mitglieder der Vereine Eigenamt-Lupfig und Hausen werden zu anderen Samaritervereinen in der Region wechseln. Allerdings werden die meisten aufhören, da sie dem Samariterwesen schon viele Jahre gedient haben. Die Fahrzeuge werden verkauft, Material und Geld wird anderen Vereinen gespendet. Steuri und Braunschweiler befürchten, dass sich in Zukunft noch einige Samaritervereine auflösen werden.

Auf Zusammenarbeit setzen

Positiver blicken die Präsidentinnen der Vereine Brugg, Umiken und Schinznach und Umgebung in die Zukunft. Zwar bestätigen auch sie, dass sie den Nachwuchsmangel spüren, doch dramatisch sei die Lage nicht. Der Verein Brugg zählt sogar 35 aktive Mitglieder und mit Umiken kann die Stadt Brugg gleich noch einen zweiten Samariterverein aufweisen. Die beiden Vereinspräsidentinnen Rita Steiger (Brugg) und Christine Honegger (Umiken) arbeiten eng zusammen.

Auch beim Samariterverein Schinznach und Umgebung wird Zusammenarbeit grossgeschrieben. Präsidentin Elvira Suter sagt dazu: «Zurzeit haben wir ein Pilotprojekt mit dem Samariterverein Birmenstorf am Laufen. Bei Bedarf können vom jeweils anderen Verein Leute angefordert werden.» Die Arbeit von Eigenamt-Lupfig und Hausen werden Gebenstorf, Birmenstorf und die Vereine des Bezirks Brugg untereinander aufteilen.